Assimilation

Assimilation: Ver�hnlichung, Umwandlung eines Stoffes (physiologische Assimilation), eines Objekts (logische Assimilation), eines Bewu�tseinsinhaltes (psychologische Assimilation). Durch die Assimilation machen wir uns etwas zu eigen, wandeln wir es in einen Bestandteil unseres Ichs um. Die Scholastiker f�hren die Erkenntnis (s. d.) auf eine Assimilation zur�ck. Schon DAVID VON DINANT bemerkt: �Nihil intelligit intellectus nisi per assimilationem ad ipsum� (HAUR�AU II, 1, p. 79). CAMPANELLA erkl�rt, das Wahrnehmen (sentire) erfolge �per assimilationem sentientis cum sensibili� (Un. phil. I, 5, 2). - Einen neuen Begriff der Assimilation begr�ndet WUNDT. Er nennt Assimilationen �diejenigen simultanen Associationen..., die in der Ver�nderung gegebener psychischer Gebilde durch die Einwirkung von Elementen anderer Gebilde entstehen� (Gr. d. Psych. 5, S. 270). Die Assimilation besteht in der Assoziation zwischen den Elementen gleichartiger psychischer Gebilde, wobei durch eine neu in das Bewu�tsein tretende Vorstellung �ltere Vorstellungselemente mit neuen verschmelzen; die �lteren Eindr�cke hei�en die assimilierenden die neuen die assimilierten Elemente (Grdz. d. ph. Psych. II4, 438 ff.; Vorles.2, S. 307 ff.; Log. I2, S. 16 ff.). Die entscheidenden Eigenschaften der Assimilation bestehen darin, �da� sie 1) aus einer Summe elementarer Verbindungsvorg�nge besteht, d.h. solcher, die sich nicht auf Vorstellungsganze, sondern auf Vorstellungsbestandteile beziehen, und da� bei ihr 2) die sich verbindenden Elemente im Sinne einer wechselseitigen Assimilation ver�ndernd aufeinander einwirken� (Gr. d. Psych.5, S. 280). Die Assimilation ist �eine namentlich bei der Bildung intensiver und r�umlicher Vorstellungen fortw�hrend zu beobachtende und den Prozess der Verschmelzung erg�nzende Form der Assoziation�. �Am deutlichsten nachweisbar ist sie dann, wenn einzelne Komponenten des Assimilationsprodukts durch einen �u�eren Sinneseindruck gegeben werden, w�hrend andere fr�her gehabten Vorstellungen angeh�ren. In diesem Falle l��t sich das Stattfinden einer Assimilation eben dadurch konstatieren, da� gewisse Bestandteile, die in dem objektiven Eindruck fehlen oder durch andere vertreten sind, nachweisbar aus fr�heren Vorstellungen stammen� (l.c. S. 274). Assimilationen kommen vor besonders bei Geh�rsvorstellungen, intensiven Gef�hlen, vorz�glich aber bei den r�umlichen Vorstellungen (l.c. S. 274 ff.). Die Assimilation liegt auch dem Erkennungs- und dem Wiedererkennungsvorgang (s. d.) zugrunde. Der Wundtsche Begriff der Assimilation hat �hnlichkeit mit dem Apperzeptionsbegriff (s. d.) bei HERBART. Die Assimilation besteht nach HELLPACH darin, �da� durch einzelne Empfindungen eines neuen Sinneseindrucks gewisse Empfindungen einer fr�heren Vorstellung geweckt werden, und nun ihrerseits auf die weckenden irgendwie einwirken, sie assimilieren� (Grenzw. d. Psych. S. 4).


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