feige
GrammatikAdjektiv
Nebenform feig
Aussprache
Worttrennung fei | ge · feig
Wortbildung
mit ›feige‹/›feig‹ als Erstglied:
Feigheit
· feigherzig · Feigling
Bedeutungsübersicht
- [abwertend] ...
abwertend
1.
jeder Gefahr ängstlich ausweichend, ohne Mut
Beispiele:
ein feiger Bursche, Kerl
sich hinter feigen Ausflüchten, Lügen verstecken
ein feiger Rückzug
sich feige, feig verkriechen, unterwerfen
umgangssprachlichsich feige, feig aus dem Staube machen
Schülersprachedas ist, du bist feige, feig [zu jmdm. gesagt, der sich an etw. nicht beteiligen, der etw. nicht tun will]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
feige · Feigheit · Feigling
feige Adj. ‘ängstlich, nicht mutig’, ahd. feigi ‘zum Tode bestimmt, dem Tode nahe, gottlos’ (8./9. Jh.), mhd. veige ‘zum Tode bestimmt, verwünscht, eingeschüchtert, furchtsam, biegsam, schlank’, asächs. fēgi, mnd. vēge, mnl. vēghe, veighe, nl. veeg, aengl. fǣge, anord. feigr, schwed. feg (‘mutlos’), germ. *feigja- ‘todgeweiht’ stehen in grammatischem Wechsel zu den unter Fehde (s. d.) behandelten Adjektiven der Bedeutung ‘feindlich, feindselig’. Der Feind ist in der Regel ‘zum Tode bestimmt’ (noch im 16. Jh. bezeugt), daher auch ‘verzagt’ und ‘ängstlich’. Diese Bedeutung (zuerst Ende 13. Jh.) wird durch Luthers Bibelübersetzung verbreitet, muß aber 1523 im Obd. noch durch verzagt, erschrocken erklärt werden. – Feigheit f. ‘Ängstlichkeit, Mutlosigkeit’, mhd. veicheit ‘Zustand des Feigseins, Unheil’. Feigling m. ‘wer Angst hat’ (18. Jh.).
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
(sich) klammern (an) ·
feig ·
feige ·
kleinmütig ·
mutlos ·
schüchtern ·
ängstlich ●
(sich) nichts trauen ugs., regional ·
duckmäuserisch ugs. ·
hasenfüßig ugs. ·
hasenherzig ugs. ·
keine Eier in der Hose haben derb ·
keinen Arsch in der Hose haben ugs. ·
memmenhaft ugs.
| Assoziationen |
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Typische Verbindungen zu ›feige‹ (berechnet)
abscheulich
abtauchen
charakterlos
davonlaufen
davonmachen
davonstehlen
egoistisch
erbärmlich
ermorden
faul
heimtückisch
heuchlerisch
hinterhältig
kleinkariert
kneifen
kuschen
niederträchtig
opportunistisch
unfähig
unmoralisch
verantwortungslos
verdrücken
verhalten
verkriechen
verlogen
verschanzen
verstecken
wegducken
zu
zurückweichen
Legende:
Adjektive
Adverbien
Verben
Verwendungsbeispiele für ›feige‹, ›feig‹
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora
Lieber lebensfeindlich als feige, fügte ich
hinzu, als sei damit alles bewiesen.
[Woelk, Ulrich: Freigang. Verlag S. Fischer, Frankfurt 1990, S. 188]
Für ihn wäre es realistisch, von ganzem Herzen
feige zu sein.
[Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 408]
Die irakische Führung sprach von einer feigen
Aggression gegen den Irak.
[Archiv der Gegenwart, 2001 [1993]]
Ich hätte mich schon zehnmal umgebracht, aber ich bin zu
feig dazu.
[Die Zeit, 08.06.2006]
Ich weigere mich, als feiger Hund vor der
Politik zu weichen.
[Süddeutsche Zeitung, 06.04.2002]
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