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Interview: Andrea Galluccio, Multi-Instrumentalist

Zwischen Improvisation und inneren Bildern

16. August 2026
Interview: Andrea Galluccio, Multi-Instrumentalist und Produzent (Bild: Immanuel Gehlmann, InPixio)

Interview: Andrea Galluccio, Multi-Instrumentalist und Produzent (Bild: Immanuel Gehlmann, InPixio)

Andrea Galluccio lässt sich musikalisch nur schwer auf ein Instrument oder ein Genre festlegen. Der Multi-Instrumentalist und Produzent verbindet Gitarren, Synthesizer und Percussion zu atmosphärischen Klangwelten, die oft aus einem einzigen Klang oder einer spontanen Idee entstehen. Im Interview spricht er über musikalisch wichtige Stationen in London, New York und Berlin, die Arbeit an seinem Album „A NEW DAWN“ und die Bedeutung der Improvisation. Außerdem erzählt Andrea Galluccio, warum ihn besondere Orte nicht nur als Musiker, sondern auch als Menschen inspirieren.

Kurz & knapp

Worum geht es?

  • Künstlerprofil: Andrea Galluccio ist Gitarrist, Multi-Instrumentalist, Produzent und ein musikalischer Geschichtenerzähler.
  • Musikalischer Weg: Klassisches Klavier, Rockmusik und prägende Jahre in London, New York und Berlin formten Andrea Galluccios Stil.
  • Neues Album: A NEW DAWN beschreibt eine innere Reise und schafft Raum für eigene Gedanken und Bilder.
  • Arbeitsweise: Seine Songs entstehen meist aus Improvisationen und einem einzelnen Klang.
  • Zukunftspläne: Andrea Galluccio träumt von einem Kollaborationsalbum mit Musikern aus unterschiedlichen Klangwelten.

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Wer ist Andrea Galluccio?

Gereon:
Hallo Andrea. Bevor wir über deine neue Musik sprechen: Wie würdest du dich jemandem vorstellen, der deinen Namen heute zum ersten Mal hört?

Andrea Galluccio:
Ich bin Gitarrist, Multi-Instrumentalist und Produzent. Aber eigentlich sehe ich mich vor allem als Geschichtenerzähler – nur eben ohne Worte. Ich liebe es, musikalische Räume entstehen zu lassen. Räume, in denen Menschen für einen Moment alles andere vergessen, loslassen und sich einfach von der Musik tragen lassen können. Viele meiner Stücke entstehen aus Improvisationen. Vielleicht fühlt sich meine Musik deshalb oft eher wie eine Reise an als wie eine Sammlung einzelner Songs.

Gereon:
Welche Musik hat dich in deiner Kindheit in Mailand begleitet und wann entstand bei dir der Wunsch, selbst Musiker zu werden?

Andrea Galluccio:
Bei uns zu Hause lief eigentlich gar nicht besonders viel Musik. Derjenige, der mich wahrscheinlich am meisten geprägt hat, war mein älterer Bruder – und seine Plattensammlung. Er spielte Akustikgitarre und sang Songs von den Beatles, Cat Stevens, Bob Dylan oder John Denver. Das sind wahrscheinlich meine ersten musikalischen Erinnerungen.

Live-Konzert mit dem Boss RC-300 (Bild: Vanja Konta)

Andrea Galluccio beim Live-Konzert mit dem Boss RC-300 (Bild: Vanja Konta)

Irgendwann habe ich dann heimlich angefangen, in seiner Plattensammlung zu stöbern. Dabei entdeckte ich die großen Klassiker der Rockmusik – AC/DC, Motörhead und Deep Purple. Das klang für mich unglaublich aufregend. Wie eine völlig neue Welt. Fast zur gleichen Zeit begann ich mit sieben Jahren Klavier zu spielen. Eigentlich nur, weil ein Nachbarsjunge Unterricht hatte und ich dachte: „Das will ich auch!“ Aus diesem spontanen Gedanken wurde schließlich eine klassische Klavierausbildung.

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Die nächsten zehn Jahre haben mich Bach, Beethoven und Chopin begleitet – und zu Hause warteten Angus Young und Ritchie Blackmore. (lacht) Mit der Zeit entdeckte ich immer mehr Musik und war fasziniert von dieser ganzen Welt. Der Wunsch, selbst Musiker zu werden, kam aber eigentlich erst mit der Gitarre. Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, Musik nicht nur zu lernen, sondern wirklich zu leben. Von da an wollte ich nicht mehr nur Musik hören – ich wollte sie selbst machen.

Der Weg zur Gitarre

Gereon:
Bei dir startete also alles mit dem klassischen Klavier und später wurde die Gitarre zu deinem wichtigsten Instrument. Was hat dich an ihr so fasziniert?

Andrea Galluccio:
Ich bin bis heute unglaublich dankbar für meine klassische Klavierausbildung. Sie hat mein musikalisches Fundament gelegt und meinen Blick auf Musik sehr geprägt. Aber irgendwann hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlte. Es ging viel darum, Werke zu lernen und sie möglichst richtig zu spielen. Das war unglaublich wertvoll – aber meinen eigenen Platz in der Musik hatte ich noch nicht gefunden.

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Mit der Gitarre änderte sich das plötzlich. Nicht nur wegen des Instruments selbst, sondern auch wegen der Musik, die ich damals hörte und spielen wollte – Blues, Rock und all die Künstler, die ihre Musik nicht nur spielten, sondern lebten. Zum ersten Mal begegnete ich der Improvisation. Erst ganz einfach, mit Blues und der Pentatonik.

Multi-Instrumentalist Andrea Galluccio (Bild: Immanuel Gehlmann)

Multi-Instrumentalist Andrea Galluccio (Bild: Immanuel Gehlmann)

Für mich öffnete sich damit eine völlig neue Tür. Plötzlich ging es nicht mehr darum, Musik möglichst perfekt wiederzugeben. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, selbst Teil des kreativen Prozesses zu sein. Wenn ich heute zurückblicke, glaube ich, dass mir die Gitarre genau das gegeben hat, was mir bis dahin gefehlt hatte: Freiheit. Und Kreativität.

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Gereon:
Du hast in London, New York und Berlin gelebt, bevor du nach Wuppertal gezogen bist. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit hört man heute noch in deiner Musik?

Andrea Galluccio:
Ich glaube, Musik ist ein Spiegel. Deshalb finden all die Orte, Menschen und Erfahrungen, die mich geprägt haben, irgendwann ganz von selbst ihren Weg hinein – auch ohne Worte. In England habe ich viel mit Bands gespielt und gleichzeitig meine ersten Begegnungen mit mittelalterlicher und Renaissance-Musik gemacht.

Diese Klangwelt hat mich damals sofort fasziniert und prägt mich bis heute. Man hört sie manchmal noch in meinen Melodien oder Gitarrensoli – oft ganz unbewusst, zum Beispiel durch modale Tonarten wie den dorischen Modus.

Später in Berlin kamen Theater- und Filmmusik dazu. Ich habe mich intensiv mit Orchestern, Chören, Weltmusik und Folkmusik beschäftigt. Jede dieser musikalischen Welten hat etwas hinterlassen. Mit der Zeit wurden all diese Farben ganz selbstverständlich Teil meiner eigenen musikalischen Sprache.

Wenn ich heute auf diese Jahre zurückblicke, merke ich, dass jede Stadt und jede Begegnung etwas in mir verändert hat – nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich. Vielleicht fällt es deshalb auch schwer, meine Musik in eine bestimmte Schublade zu stecken. Sie ist kein bewusster Mix verschiedener Genres. Sie ist einfach das Ergebnis all dieser Erfahrungen.

Musik braucht nicht immer Worte, um Geschichten zu erzählen. Manchmal reichen Klänge. Und vielleicht hört man genau deshalb all diese Erfahrungen heute noch in meiner Musik.

Neues Album „A NEW DAWN“

Gereon:
Nach „Dawn“ erschien vor Kurzem mit „Fire Horse“ die zweite Single zu deinem neuen Album. Welche Seite des Albums zeigt dieser Song?

Andrea Galluccio:
Eigentlich zeigt Fire Horse gar keine Seite des Albums. (lacht) Denn der Song gehört tatsächlich gar nicht zu A NEW DAWN. Das denken viele, weil er genau in dieser Zeit erschienen ist. Tatsächlich war es aber eine ganz bewusste Entscheidung, ihn als eigenständige Single zu veröffentlichen.

Ich finde Kollaborationen unglaublich bereichernd. Auch wenn ich heute hauptsächlich als Solokünstler arbeite, liebe ich es, mit anderen Musikerinnen und Musikern kreative Räume zu öffnen. Oft entstehen dabei Dinge, auf die ich alleine nie gekommen wäre. Mit Marvin Dillmann verbindet mich genau so eine musikalische Freundschaft. Wir begegnen uns seit vielen Jahren immer wieder bei unterschiedlichen Projekten.

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Der Ursprung von Fire Horse liegt sogar einige Jahre zurück – in einem gemeinsamen Projekt mit einem Lichtkünstler. Anfang dieses Jahres kam Marvin mit der Idee auf mich zu, diesen musikalischen Gedanken wieder aufzugreifen und daraus einen eigenen Song entstehen zu lassen. Ich fand die Idee sofort spannend.

Fire Horse ist zwar nicht Teil von A NEW DAWN, aber er ist trotzdem ein Teil von mir. Er zeigt eine Seite meiner musikalischen Persönlichkeit, die genauso zu mir gehört wie die eher ruhigen und atmosphärischen Momente des Albums.

Der Song spiegelt meine Liebe zu Weltmusik, rhythmischen Grooves und musikalischen Begegnungen wider. Vielleicht passt er gerade deshalb so gut zwischen die Singles von A NEW DAWN – nicht weil er Teil des Albums ist, sondern weil er eine weitere Farbe zeigt, aus der meine musikalische Welt besteht.

Gereon:
Wann hast du gemerkt, dass nach „ LONGING “ ein neues Album entstehen soll?

Andrea Galluccio:
Ich glaube, Musik ist für mich ein ständiger Prozess. Ich habe nie das Bedürfnis gehabt, zweimal dasselbe Album zu machen. Nicht nur, weil ich bewusst neue musikalische Wege entdecken möchte, sondern weil jede Begegnung, jede Erfahrung und jedes neue Kapitel meines Lebens ganz automatisch meine Musik verändert.

Setup von Andrea Galluccio

Setup von Andrea Galluccio

LONGING ist sehr organisch entstanden. Es war das Ergebnis meiner ersten Jahre als Solokünstler – der Begegnungen, der Erfahrungen und der musikalischen Sprache, die sich in dieser Zeit ganz langsam entwickelt hat. Es hat mich nach vielen Jahren auch wieder ganz bewusst näher zur akustischen Gitarre gebracht.

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Ich höre LONGING bis heute sehr gerne, was bei meiner eigenen Musik eher ungewöhnlich ist. (lacht) Trotzdem war mir ziemlich schnell klar, dass die Reise weitergeht. Der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ein neues Album entstehen sollte, war der Moment, in dem ich gespürt habe, dass ich musikalisch noch mehr Geschichten zu erzählen hatte.

Neue Klänge. Neue musikalische Räume. Neue Horizonte. Erst viel später wurde mir klar, dass all diese neuen Stücke eigentlich dieselbe Geschichte erzählen. Für mich ist A NEW DAWN eine Metapher für eine innere Reise.

Musikalischer Arbeitsablauf

Gereon:
Mit welchen Instrumenten hast du bei deinem neuen Album besonders gerne gearbeitet? Gab es vielleicht auch ein Instrument oder Gerät, das während der Produktion unerwartet wichtig wurde?

Andrea Galluccio:
Natürlich war die Gitarre wieder mein wichtigstes Instrument. Sie bleibt das Herz meiner Musik. Die größte Entdeckung auf diesem Album war für mich aber tatsächlich die Kombination aus dem Sequential Prophet Rev2 und dem MicroKorg XL. Erst zusammen haben diese beiden Instrumente einen Klang ergeben, den ich vorher so noch nicht gefunden hatte.

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Ich komme ursprünglich ganz klar von der Gitarre und würde mich gar nicht als klassischen Synthesizer-Spieler bezeichnen. Gerade deshalb war es spannend, diese Instrumente viel bewusster einzusetzen – nicht als Soloinstrumente, sondern um Atmosphäre, Tiefe und Bewegung zu schaffen.

Ich denke dabei eigentlich weniger in einzelnen Instrumenten als in einer Farbpalette. Mich interessiert, welche Klangfarben und Kontraste eine musikalische Welt entstehen lassen. Manchmal ist das eine warme Fläche, manchmal ein tiefer Bass oder eine feine Bewegung im Hintergrund.

Andrea Galluccio live an der Gitarre (Bild: Vanja Konta)

Andrea Galluccio live an der Gitarre (Bild: Vanja Konta)

Die Instrumente sind für mich dabei weniger das Ziel als vielmehr die Farben, mit denen ich male. Genau daraus ist auf diesem Album ein Sound entstanden, den ich vorher so noch nicht gehört hatte.

Gereon:
Wie beginnt bei dir ein neues Stück? Setzt du dich mit einer bestimmten Idee hin oder entsteht vieles erst beim Spielen und Ausprobieren?

Andrea Galluccio:
Fast immer beginnt alles mit einem einzigen Klang. Das kann eine Gitarrenmelodie sein, ein Akkord, ein Rhythmus auf den Percussion-Pads oder einfach ein Sound aus einem Synthesizer. Ich versuche dabei, möglichst offen zu bleiben und nichts erzwingen zu wollen.

Ich improvisiere. Aber eigentlich ist Improvisation für mich vor allem eine Art zuzuhören. Ich lasse die Musik zu mir kommen. Fast alles nehme ich sofort auf. Tage oder manchmal Wochen später höre ich mir diese Aufnahmen noch einmal an.

Und dann gibt es diesen berühmten „Da ist etwas“-Moment. Ich glaube, jeder Musiker kennt ihn. Ab diesem Moment beginnt für mich die eigentliche Arbeit. Dann folge ich dieser Idee und versuche herauszufinden, was wirklich in ihr steckt.

Gereon:
Wie lief die Arbeit an den Songs und den Album-Aufnahmen ab und woran erkennst du, dass ein Stück für dich abgeschlossen ist?

Andrea Galluccio:
Ich beginne fast immer mit einer freien Session. Ich spiele einfach und lasse entstehen, was entstehen möchte. Irgendwann kommt dann dieser kleine „Da ist etwas“-Moment, über den wir eben gesprochen haben. Dann weiß ich, dass es sich lohnt, dieser Idee weiter zu folgen.

Setup von Andrea Galluccio

Setup von Andrea Galluccio

Ab diesem Punkt beginnt für mich die eigentliche Studioarbeit. Ich nehme die Idee auf, probiere verschiedene Richtungen aus und versuche herauszufinden, was wirk lich in ihr steckt. Dabei sehe ich mich ein bisschen wie einen Maler.

Ich verliere mich am Anfang nicht in kleinen Details. Ich versuche zuerst, das ganze Bild zu sehen. Erst wenn diese musikalische Welt für mich stimmig ist, beginne ich sie nach und nach mit Farben, Instrumenten und kleinen Details auszufüllen. Gerade in dieser Phase mache ich bewusst immer wieder Pausen. Nach einer Weile hört man manche Dinge einfach nicht mehr objektiv. Mit etwas Abstand merkt man oft sofort, was wirklich wichtig ist – und was eigentlich gar nicht fehlt.

Abgeschlossen ist ein Stück für mich deshalb nicht, wenn alles perfekt ist. Früher habe ich oft versucht, immer noch etwas zu verbessern. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es ab einem bestimmten Punkt gar nicht mehr um besser oder schlechter geht. Es entsteht einfach eine andere Version. Für mich ist ein Stück abgeschlossen, wenn ich das Gefühl habe, dass diese musikalische Welt vollständig geworden ist und genau das erzählt, was sie erzählen wollte.

Gereon:
Was liegt dir bei dem Album denn besonders am Herzen und was sollen die Hörer daraus mitnehmen?

Andrea Galluccio:
Ich komme immer wieder auf denselben Gedanken zurück: Ich glaube, Musik ist ein Spiegel. Deshalb nimmt auch jeder Mensch etwas anderes daraus mit – je nachdem, wo er gerade im Leben steht. Und genau das liebe ich an Musik. Besonders an instrumentaler Musik.

A NEW DAWN erzählt von meiner eigenen inneren Reise. Gleichzeitig hoffe ich, dass jeder, der dieses Album hört, irgendwo darin auch ein Stück seiner eigenen Geschichte entdecken kann. Vielleicht lädt dieses Album dazu ein, sich für einen Moment auf diese musikalische Reise einzulassen.

So wie ein gutes Buch Bilder und Fantasie entstehen lässt, wünsche ich mir, dass auch diese Musik Raum für eigene Gedanken, Gefühle und innere Bilder öffnet. Wenn jemand für eine Weile den Alltag vergisst, ganz im Moment ist und sich auf dieser Reise tragen lässt, dann bin ich glücklich. Dann hat dieses Album genau das getan, was es tun sollte.

Blick nach vorne

Gereon:
Gibt es ein musikalisches Projekt, das du schon länger im Kopf hast, aber bisher noch nicht umsetzen konntest?

Andrea Galluccio:
Ja, tatsächlich beschäftigt mich eine Idee schon seit längerer Zeit. Ich würde unglaublich gerne ein Kollaborationsalbum machen, bei dem jeder Song gemeinsam mit einem anderen Musiker entsteht. Mich reizt die Vorstellung, dass jede Begegnung eine neue musikalische Welt eröffnet – mit einer Handpan, einer Flöte, einer Sitar, orientalischen oder indischen Percussion-Instrumenten oder auch einer besonderen Stimme.

Jeder Gast bringt seine eigene musikalische Sprache mit und dadurch erzählt jeder Song seine ganz eigene Geschichte. Mit Caravan und jetzt Fire Horse habe ich gemerkt, wie inspirierend solche Begegnungen sein können. Deshalb könnte ich mir sehr gut vorstellen, ein ganzes Album auf diese Weise entstehen zu lassen.

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Und natürlich wäre der schönste Abschluss, diese Musik später gemeinsam auf die Bühne zu bringen. Ich glaube, das wäre eine unglaublich spannende musikalische Reise.

Gereon:
Und an welchem Ort würdest du besonders gerne mit deiner Musik auftreten und was reizt dich gerade an diesem Ort?

Andrea Galluccio:
Seit ich dieses Soloprojekt begonnen habe, beschäftigt mich immer wieder genau die Frage, wo diese Musik wirklich ihren Platz findet. Viele Orte, an denen ich früher mit Bands gespielt habe, fühlen sich für diese Musik heute nicht mehr richtig an. Denn ich möchte gemeinsam mit dem Ort einen besonderen Moment entstehen lassen – für die Menschen, die dort sind.

Deshalb ist der Ort für mich viel mehr als nur eine Bühne. Der Raum selbst wird Teil des Konzerts. Er beeinflusst die Musik, meine Art zu spielen und genauso auch die Wahrnehmung der Menschen, die zuhören.

Andrea Galluccio live (Bild: Jana Turek)

Andrea Galluccio live (Bild: Jana Turek)

Ein wunderschönes Beispiel dafür war unser Konzert Live under the Arches hier in Wuppertal. Unter den alten Viaduktbögen ist etwas entstanden, das weit über die Musik hinausging. Plötzlich wurden der Ort, die Menschen und die Klänge zu einer gemeinsamen Erfahrung.

Deshalb suche ich immer wieder nach besonderen Orten – alte Kirchen, Industriehallen, Räume in der Natur oder andere Orte mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Nicht, weil sie spektakulär sind, sondern weil sie der Musik etwas hinzufügen und Teil der Geschichte werden. Und am Ende glaube ich, der schönste Ort ist dort, wo Menschen bereit sind, sich auf diese musikalische Reise einzulassen.

Gereon:
Vielen Dank für das tolle Interview!

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Über den Autor
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Gereon Gwosdek RED

Leidenschaft für Tasten und Technik, Musikschulinhaber und Bandleader im Bereich von christlicher Musik.

Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Ohne Witz, aber wie gut das bei Musik die Geschmäcker maximal verschieden sind. Vielleicht liegt es auch einfach nur an der Plattform, oder weil die Musik einfach nicht funktionieren möchte. Ich weiß es nicht! Auf der anderen Seite wirkt es schon fast sonderbar in Zeiten von KI und Sonstiges, wenn jemand mehrere Instrumente spielt und diese beherrscht. Danke für dieses angenehme Interview und alles Gute für Andrea G.

  2. Profilbild
    Viertelnote AHU

    demut hingabe ist sehr schönes.aber multinstrument ich weiß
    da nicht.lieber ein instrument und das aber mit ganzen herz.

    PS: wieso habe ich immer cookieaccept?nervt

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @Viertelnote Die Cookies sind hier außergewöhnlich raffiniert. Selbst mit Ghoster habe ich es jedesmal am PC, dafür am Smartphone (Android/Galaxy) eher überschaubar, ohne zusätzliche Software. Je nach Smartphone würde ich einfach mal googeln und eine App deines Smartphoneanbieters runterladen. Vorher würde ich aber mal den internen Cache leeren.

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