dodis.ch/41358
L’Agent commercial de Suisse à
Milan,
A. Reymond, au Chef du Département du Commerce et des Péages,
J. Knüsel1
Mailand, [3.J Dezember 1859
In Folge der mir sub 26. adressirten Depesche2 habe ich bei den verschiedenen Branchen des Handels und der Industrie, welche mit der Schweiz in beträchtlichem Verkehr stehen, meine Nachforschungen gemacht, ob bei Anlass der Erneuerung des Handels-Traktats mit Sardinien erhebenswerthe Punkte in unserm Interesse anzuregen wären.
Durch die Annexion der Lombardie und der Herzogthümer an Piemont hat die Schweiz namentlich auf dem Gebiet der Druckwaaren, der St. Galler Artikel und anderer Fabrikate, in denen wir ändern Staaten überlegen sind, sowie in der Käse-Ausfuhr ungemeine Vortheile erlangt, welche auch schon bereits mit Erfolg ausgebeutet werden. Ob unsere Seidenstoffabrikanten bei einer Erniedrigung des Zoll-Ansatzes auch mehr Absatz nach dieser Richtung ziehen könnten, ist zu bezweifeln, im übrigen dem Ermessen der Betheiligten zu überlassen. Die Ausfuhr von roher und gezwirnter Seide ist bereits freigegeben und ist auch in dieser Hinsicht dem bestehenden Traktat nichts beizufügen.
Als wünschenswerth wurde mir dagegen bemerkt der Punkt der Religionsfreiheit, die zwar in Sardinien bestehe, dennoch aber ausdrüklich einzuschalten [wäre und zwar in folgender Fassung:
«Die freie ungehinderte Ausübung der protestantischen Religion soll jedem Schweizer gewährleistet werden und seinen bürgerlichen und politischen Rechten in den Staaten S. M. nicht den geringsten Eintrag thun.»