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Kommunikationsprotokoll

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In der Informatik und Telekommunikation bzw. Kommunikationstechnik ist ein Kommunikationsprotokoll eine Vereinbarung, nach der die Datenübertragung bzw. Nachrichtenübertragung zwischen zwei oder mehreren Parteien (elektronische Geräte) abläuft.[1][2] In seiner einfachsten Form kann ein Protokoll definiert werden als eine Menge von Regeln, die Syntax, Semantik und Synchronisation der Kommunikation bestimmen. Protokolle können durch Hardware, Software oder eine Kombination von beiden implementiert werden. Auf der untersten Ebene nach dem OSI-Modell definiert ein Protokoll das Verhalten der Verbindungs-Hardware.

Handelt es sich um die Kommunikation in einem Rechnernetz, so spricht man von einem Netzwerkprotokoll.

Kommunikationsprotokolle sind Teil verschiedener Geräte und eine Grundlage des Internets und anderer Technologien, die Informationen übertragen. Ein bekanntes Beispiel ist das Internet Protocol (IP) und das Transmission Control Protocol (TCP), zusammengefasst als TCP/IP.[3] Die meisten Internet-Protokolle sind in den RFCs durch die Internet Engineering Task Force (IETF) genauer beschrieben. Weitere Beispiele sind die parallelen bzw. heutzutage weitverbreiteten seriellen Kommunikationsprotokolle. Sie sind Teil der Computertechnik bzw. der Unterhaltungselektronik und werden auch im industriellen Bereich eingesetzt.

Protokolleigenschaften

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Kommunikationsprotokolle unterscheiden sich stark in Zweck und Komplexität. Die meisten Protokolle legen eine oder mehrere der folgenden Vorgehensweisen fest:

  • Feststellen der zugrundeliegenden physikalischen Verbindung (z. B. LAN oder W-LAN) oder der Existenz des anderen Endpunkts der Verbindung
  • Datenflusskontrolle (Handshaking)
  • Vereinbarung der verschiedenen Verbindungscharakteristiken
  • Wie eine Botschaft beginnt und endet
  • Wie eine Botschaft formatiert ist
  • Was mit beschädigten oder falsch formatierten Botschaften getan wird (Fehlerkorrekturverfahren)
  • Wie unerwarteter Verlust der Verbindung festgestellt wird und was dann zu geschehen hat
  • Beendigung der Verbindung

Kommunikationsprotokolle als Teil des OSI-Modells

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Nur die einfachsten Protokolle werden allein verwendet. Die meisten, insbesondere Netzwerkprotokolle, sind aus Schichten aufgebaute Protokollstapel, bei denen die oben aufgeführten Aufgaben unter den einzelnen Ebenen des Stapels aufgeteilt werden. Während ein „Protokollstapel“ eine bestimmte Kombination von Protokollen kennzeichnet, die zusammenarbeiten, ist ein Referenzmodell eine Softwarearchitektur, die jede Schicht zusammen mit den Diensten aufzählt, die sie erbringen soll. Das klassische Sieben-Schichten-Modell ist das OSI-Modell, das dazu verwendet wird, Protokollstapel und Peer-Einheiten in Begriffe zu fassen. Didaktisch bietet das Referenzmodell auch Gelegenheit, allgemeinere Konzepte der Softwaretechnik zu lehren, wie Kapselung, Modularität und Delegation von Aufgaben. Dieses Modell hat überdauert, obwohl viele seiner ursprünglichen Bestandteile durch die ISO abgelöst wurden. Das OSI-Modell ist allerdings nicht das einzige Referenzmodell.

  • James L. Pelkey, Andrew L. Russell, Loring G. Robbins: Circuits, Packets, and Protocols: Entrepreneurs and Computer Communications, 1968–1988. ACM, New York, NY, USA 2022, ISBN 978-1-4503-9726-1, doi:10.1145/3502372 (englisch).

Einzelnachweise

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  1. Drago Hercog: Communication Protocols: Principles, Methods and Specifications. Springer International Publishing, Cham 2020, ISBN 978-3-030-50404-5, doi:10.1007/978-3-030-50405-2 (englisch, springer.com [abgerufen am 2. Juni 2026]).
  2. Hartmut König: Protocol Engineering (= Leitfäden der Informatik). Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 978-3-519-00454-7, doi:10.1007/978-3-322-80066-4 (englisch, springer.com [abgerufen am 2. Juni 2026]).
  3. Steffen Wendzel: Grundlagen der Netzwerktechnik. In: IT-Sicherheit für TCP/IP- und IoT-Netzwerke. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-22602-2, S. 7–77, doi:10.1007/978-3-658-22603-9_2 (springer.com [abgerufen am 2. Juni 2026]).