Ceuta
| Ceuta | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| |||||
| Bezeichnungen | |||||
| spanisch: | Ciudad Autónoma de Ceuta | ||||
| Basisdaten | |||||
| Land: | |||||
| Fläche: | 18,5 km² | ||||
| Einwohner: | 83.595 (Stand: 2025)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 4519 Einw./km² | ||||
| Ausdehnung: | Nord–Süd: ca. 5 km West–Ost: ca. 8 km | ||||
| ISO-3166-2-Code: | ES-CE | ||||
| Website: | www.ceuta.es | ||||
| Politik und Verwaltung | |||||
| Autonomie seit: | 14. März 1995 | ||||
| Präsident: | Juan Jesús Vivas (PP) | ||||
| Vertretung in den Cortes Generales: |
Kongress: 1 Sitze Senat: 2 Sitze | ||||
| Karte | |||||
Ceuta (Aussprache [ˈθeu̯ta],[2] arabisch سبتة, DMG Sabta; marokkanisches Tamazight ⵙⴰⴱⵜⴰ) ist eine spanische Stadt an der nordafrikanischen Küste und der Straße von Gibraltar mit 83.595 Einwohnern (Stand: 2025). Seit 1995 haben Ceuta und Melilla den Status einer autonomen Stadt (ciudad autónoma), der ihnen einige der Befugnisse der autonomen Gemeinschaften verleiht.
Ceuta gehört als spanische Exklave zur Europäischen Union, nicht aber zur NATO, und verfügt über einige Sonderrechte. Insbesondere ist es gemäß dem Unionszollkodex vom Zollgebiet der Union ausgenommen.[3] In Ceuta gelten deshalb, wie für Melilla, als Exklave nicht die Regelungen des Schengen-Raums.[4][5] Ceuta hat seit 1993 einen Grenzzaun zu Marokko, um Einwanderung in die EU zu verhindern. Es bestehen laut Artikel 41 des Schengener Grenzkodex weiterhin eine Sonderregelung: Identitäts- und Dokumentenkontrollen werden bei der Ausreise in Richtung spanisches Festland oder in anderen Schengen-Staaten, auf dem See- oder Luftweg, den einzigen beiden verfügbaren Wegen, durchgeführt.[6][7][8] Eine illegale Einreise in eine der beiden Städte ermöglicht also keine Weiterreise in den Schengen-Raum.[9] Marokkanische Staatsangehörige, die nicht in den Provinzen Tétouan oder Nador wohnhaft sind und sich ausschließlich nach Ceuta oder Melilla begeben möchten, benötigen ein Visum, das auf das Gebiet der beiden Städte beschränkt ist und zu mehreren Ein- und Ausreisen berechtigen kann.[10]
Ceuta war seit dem Jahr 1415 zunächst in portugiesischem und später in spanischem Besitz; auch nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 blieben Ceuta und das ebenfalls in Nordafrika gelegene Melilla spanisch. Von marokkanischer Seite wird der Gebietsanspruch auf die beiden Städte grundsätzlich betont, konkrete Schritte zu dessen Durchsetzung wurden und werden aber nicht unternommen.
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die 18,5 Quadratkilometer große spanische Exklave liegt auf der Spitze einer Halbinsel der westlichen Mittelmeerküste Marokkos. Das Gebiet hat eine Landgrenze mit Marokko und ist etwa 21 Kilometer von der Iberischen Halbinsel entfernt. Die Fährverbindung nach Algeciras dauert ca. eine Stunde. Die nächste größere Stadt auf marokkanischem Boden ist das etwa 40 Kilometer südlich gelegene Tétouan.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1877 1 | ca. 10.500 |
| 1910 | ca. 24.000 |
| 1940 | ca. 59.000 |
| 1960 | 73.182 |
| 1970 | 67.187 |
| 1981 | 70.864 |
| 1991 | 73.208 |
| 2001 | 75.694 |
| 2011 | 82.376 |
| 2016 | 84.519 |
| 2025 | 83.595 |
Im Jahr 2006 war die eine Hälfte der Einwohnerschaft christlichen und die andere Hälfte muslimischen Glaubens.[11]
Geschichte
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Etymologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]„Sieben Brüder“ war der antike Name des Bergmassivs Jebel Musa. Aus der Ortsbezeichnung „Bei den Sieben Brüdern“ entstand als romanische Lehnübersetzung Ad Septem Fratres und daraus die Kurzform Septem → Septa. Im Arabischen gibt es kein /p/ und wird nicht vokalisiert, weshalb p durch /b/ ersetzt wurde und der Vokal a umfasst auch e, das nicht getrennt existiert: arabisch Sabta. Die portugiesische und spanische (und internationalisierte) Namensform lautet Ceuta. Die Substituierung des Lautes /b/ (in arab. Sabta) durch den Laut /u/ (in Ceuta) entspricht dem häufigen Tausch der Grapheme „b“ und „v/u“ in den iberoromanischen Sprachen.
Antike und Mittelalter
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Die Geschichte der Stadt begann mit den Griechen – phönizische Spuren wurden bislang nicht entdeckt. Es ist aber nicht gesichert, ob an der Stelle des heutigen Ceuta dauerhafte Siedlungen existierten. Die Griechen nannten den Ort Επτά Αδέλφια Heptá Adélphia, deutsch ‚Sieben Brüder‘, was sich auf sieben Berge der Umgebung bezieht. Im Jahr 319 v. Chr. übernahmen die Karthager die Stadt.
Nach dem Zweiten Punischen Krieg wurde Ceuta als Septem Fratres römisch, und die Einwohner erhielten das römische Bürgerrecht. Ceutas strategische und wirtschaftliche Bedeutung wuchs, und die Stadt wurde – neben dem konkurrierenden Tingis (= Tanger) – zur bedeutendsten der römischen Provinz Mauretania Tingitana.
Im Jahre 429 eroberten Vandalen die Stadt. 534 fiel sie an das Byzantinische Reich als Nachfolger des Römischen Reiches. 616 wurde sie von den Westgoten erobert. Im frühen 8. Jahrhundert soll in Ceuta möglicherweise noch ein byzantinischer Statthalter fungiert haben (siehe Julian), doch nahmen schließlich die Araber und die mit ihnen verbündeten Berberstämme die Stadt ein. In der Folgezeit (ca. 9.–11. Jahrhundert) unterstand Ceuta den spanischen Umayyaden als Teil des iberischen Al-Andalus sowie den berberischen Almoraviden, Almohaden und Meriniden (kurzzeitig auch den tunesischen Hafsiden).
Portugal und Spanien (1415–1668)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 21. August 1415[12] eroberten die Truppen des portugiesischen Königs Johann I. in einer großangelegten Militäraktion die Stadt im Rahmen der Reconquista[13]. Für Portugals Ambitionen, den Seeweg nach Indien zu finden, war der Ort strategisch eher unbedeutend.[14]
1578 starb der junge König Sebastian I. von Portugal in der Schlacht von Alcácer-Quibir und blieb ohne direkte Nachkommen. Durch die damit verbundene Änderung der Erbfolge fiel Ceuta 1580 zusammen mit dem Mutterland an die spanische Krone (Personalunion).
1640 erklärte sich Portugal wieder für unabhängig, was heftigen politischen Streit auslöste. Nach zwei militärischen Niederlagen im Restaurationskrieg erkannte Spanien im Frieden von Lissabon (1668) die Unabhängigkeit Portugals an.
Spanien (ab 1668)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1668 wurden Ceuta und die Isla Perejil im Rahmen des Friedensvertrages von Lissabon von Portugal an Spanien abgetreten. Das Stadtwappen Ceutas blieb jedoch bis auf den heutigen Tag identisch mit dem Staatswappen Portugals.
Die heutigen Grenzen wurden 1860 nach dem Spanisch-Marokkanischen Krieg im Friedensvertrag von Tétouan festgelegt. Daher wurde Ceuta 1912 auch nicht Teil des spanischen Protektorats in Marokko, sondern blieb als Plaza de soberanía direkt der spanischen Regierung unterstellt. Da die Stadt nicht Teil des Protektorats war, blieb sie auch nach der marokkanischen Unabhängigkeit (1956) Teil von Spanien. Bis zum 14. März 1995 gehörte Ceuta zur Provinz Cádiz. Seither ist sie eine „autonome Stadt“ (Ciudad autónoma) und genießt ähnliche Rechte wie die autonomen Gemeinschaften des Mutterlandes. Letzteres gilt auch für Melilla.
Migration und Grenzzaun
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Ceuta hat seit 1993 einen Grenzzaun zu Marokko, um Einwanderung in die EU zu verhindern. 1995 wurde die Grenzanlage erweitert und 2005 der Zaun von drei auf sechs Meter erhöht. Die gesamte Anlage ist (Stand 2008) 24 km lang.[15] Seit 2005 kam es immer wieder zu kritischen Situationen, bei denen große Menschengruppen versuchten, den Zaun zu überwinden. Mehrfach konnten dabei hunderte bis Tausende von Flüchtlingen die Grenzanlagen überwinden, wobei zumeist anschließend eine Abschiebung der Migranten zurück nach Marokko erfolgte. 2005 wurden fünf Menschen[16] beim Versuch, die Absperrung zu überwinden, erschossen. Hierfür wiesen sich Marokko und Spanien gegenseitig die Verantwortung zu.[17]
Am 6. Februar 2014 schoss die Guardia civil mit Gummigeschossen auf Menschen aus Subsahara-Afrika, als diese schwimmend den Strand von Tarajal zu erreichen versuchten. Infolgedessen ertranken 14 Personen. Die spanische Regierung räumte zwar ein, dass Gummigeschosse eingesetzt wurden, bestritt aber einen Zusammenhang mit den Todesfällen.[16][18] Im Zuge der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 war Ceuta zunehmend in den Fokus der internationalen Politik geraten, da Migranten aus Afrika in großer Zahl versuchten, die Grenzzäune um die Stadt zu überwinden, um ein Aufenthaltsrecht in der Europäischen Union zu erlangen.[19]
Im Mai 2021 gelangten tausende von Flüchtlingen nach Ceuta, indem sie durch das Meer schwammen. Zuvor hatten stets marokkanische Polizisten die Wassergrenze bewacht. Der Rückzug der marokkanischen Sicherheitskräfte wurde offenbar von Marokkos König Mohammed VI. angeordnet, der die Migrationspolitik offenbar regelmäßig benutzt, um Druck auf Spanien und Europa auszuüben.[20]
Ende Juli 2026 schwammen erneut innerhalb weniger Tage zahlreiche Migranten von der marokkanischen Seite nach Ceuta. Die meisten davon kamen am 30. Juli. Der Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärte am 31. Juli mittags, es seien inzwischen 60.000 Menschen von Marokko nach Ceuta gelangt. Das entspreche 70 Prozent der Einwohnerzahl der Stadt.[21] Das spanische Innenministerium nannte später eine etwas niedrigere Zahl von etwa 50.000. Zeitweise brach die Grenzkontrolle wegen Überlastung faktisch zusammen. Die Aufnahmezentren wurden um ein Vielfaches überfüllt. Regionalpräsident Vivas hatte nach eigenen Angaben bereits mehrere Tage vor der Krise die Zentralregierung vor einem intensiven Einreisestrom nach Ceuta gewarnt und sie dazu aufgerufen, aus Gründen der nationalen Sicherheit den Notstand zu verhängen.[22] Außerdem bat er um die Entsendung zusätzlicher Polizeikräfte und der Armee. Die Ausrufung eines nationalen Notstands lehnte Madrid ab, entsandte aber Armeeeinheiten nach Ceuta. Auch Spezialeinheiten der Polizei wurden aufgestockt, um der Guardia Civil zu helfen, die Sicherheit in der Stadt aufrechtzuerhalten. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte ebenfalls die Bereitschaft, Spanien unter anderem durch Frontex zu unterstützen.
Eine mögliche Erklärung für die Entwicklung ist ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang Juli des Jahres. Wer beim Versuch, Ceuta schwimmend zu erreichen, im Meer aufgegriffen wird, darf demnach nicht unmittelbar nach Marokko zurückgewiesen werden, stattdessen muss ein reguläres ausländerrechtliches Verfahren erfolgen. Unmittelbare Abschiebungen ohne Verfahren sind nur erlaubt, wenn Migranten Absperrungen an der Grenze überwunden haben.[23] Das spanische Innenministerium warf Schleusernetzwerken vor, das Urteil auszunutzen. Politische Beobachter vermuteten, der marokkanische Staat habe die Situation mehr oder weniger absichtlich herbeigeführt, und zwar als Reaktion auf einen Staatsbesuch des spanischen Ministerpräsidenten Sanchez im mit Marokko verfeindeten Algerien am 20. Juli 2026.[24]
Marokko und Spanien vereinbarten, die illegal eingedrungenen Migranten so schnell wie möglich zurückzuschicken.[25][26] Am Abend des 31. Juli verlautbarte das spanische Innenministerium, es befänden sich nur noch 1700 von ursprünglich etwa 50.000 in die Exklave Ceuta gekommenen Migranten dort. Bis 18 Uhr habe es mehr als 48.300 Abreisen gegeben.[27] Wegen der kaum vorhandenen Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlender Versorgung seien sie freiwillig zurückgekehrt. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sagte am 1. August: „Keine einzige Person hat die Grenze zum EU-Festland überschritten“.[28] Am 6. August erklärte Regionalpräsident Vivas im spanischen Fernsehen, 72.000 Migranten seien wieder nach Marokko zurückgekehrt, die Lage in der Stadt sei aber nach wie vor „am absoluten Limit“.[29] Ministerpräsident Sanchez kündigte die Anbringung von Bojen im Meer vor der Wellenbrecher-Mole von Ceuta an. Damit werde eine sichtbare physische Sperre im Wasser geschaffen, die dem Urteil des Obersten Gerichtshofs entsprechend künftig wieder Sofortrückführungen direkt ab der Grenze ermögliche.[30] Mindestens 100 Menschen sollen beim Weg übers Meer ums Leben gekommen sein.[31] Am 9. August versammelten sich Tausende Einwohner aller Religionsgruppen der Stadt an der Plaza de la Constitución, um gegen die schwierige Lage vor Ort zu demonstrieren, indem sie u. a. skandierten „es reicht!“, „Sánchez Rücktritt!“ und „Ceuta ergibt sich nicht!“. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft UGT.[32][33]
Zwei Wochen nach Beginn der Krise sprachen spanische Regierungsvertreter von 5.000 noch verbleibenden Migranten, der Regionalpräsident von Ceuta von bis zu 12.000. Darunter sind Minderjährige und Personen aus Konfliktzonen auf der Suche nach politischem Asyl. Angesichts falscher Gerüchte über eine angeblich zum 15. August zu erwartenden Grenzöffnung setzte Spanien hunderte Sicherheitskräfte und sowie das Militär ein.[34] Im Zuge der illegalen Einreisewelle kam es auch zu sexuellen Übergriffen von Marokkanern auf Migrantinnen, die von den örtlichen Gerichten bereits verurteilt wurden,[35] sowie zu Massenschlägereien mit Messern und Stöcken, bei denen in einem Fall die Einwohner intervenieren mussten, um einen Lynchmord zu verhindern.[36]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 1995 hat Ceuta den Status einer „autonomen Stadt“ (ciudad autónoma), der ihr einige der Befugnisse der autonomen Gemeinschaften verleiht.
Alcalde-presidente der „autonomen Stadt“ ist seit 2001 Juan Jesús Vivas (PP).
Die Asamblea de Ceuta hat 25 Mitglieder, zuletzt wird 2025 gewählt. Als Vertretung in den Cortes Generales hat Ceuta im Kongress 1 Sitz, im Senat 2 Sitze.
Partnerstädte
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Aci Catena, Italien
Algeciras, Spanien
Alhaurín de la Torre, Spanien
Cádiz, Spanien
Guadalajara, Mexiko
Melilla, Spanien
Santarém, Portugal
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die wichtigsten Wirtschaftszweige im Primärsektor sind die Fischzucht in Aquakulturen und die Fischverarbeitung – Landwirtschaft gibt es auf dem Gebiet der Exklave nicht. In der Vergangenheit spielte auch der Bausektor eine bedeutende Rolle, doch seit etlichen Jahren stagniert das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und damit auch die Bauindustrie. Vom Freihafen aus werden vor allem in der Umgebung von Tétouan weiterverarbeitete Nordseekrabben sowie Fisch und Obst exportiert. Der grenzüberschreitende Handel sowie finanzielle Transfers vom spanischen Festland oder der restlichen EU sind weitere wirtschaftliche Stützen der Stadt. Das einzige gesetzliche Zahlungsmittel ist der Euro, doch werden in vielen Geschäften auch marokkanische Dirhams sowie Britische Pfund, US-Dollar u. ä. angenommen.
Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Ceuta einen Index von 97 (EU-27:100) (2006).[37] Im Jahr 2025 betrug die Arbeitslosenquote 24,3 % und gehört damit zu den höchsten innerhalb der Europäischen Union.[38]
Bis 1958 besaß Ceuta mit der Bahnstrecke Ceuta–Tétouan eine Bahnverbindung nach Marokko.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das historische Zentrum von Ceuta wurde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingelistet.[39]
Militärische Bauten
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- Ältestes Zeugnis dieser Art ist die im Westen der Stadt gelegene merinidische Stadtmauer aus dem 13./14. Jahrhundert. Sie ist in der für Marokko typischen Stampflehmbauweise errichtet, die zwar Gewehrkugeln standhält, aber bei einem Beschuss mit schwerer Artillerie keine Sicherheit mehr bietet.
- Nach der Eroberung der Halbinsel durch die Portugiesen wurden auch Befestigungsanlagen errichtet, doch ist von ihnen nichts erhalten. Der Foso de San Felipe stammt aus dem 16. Jahrhundert, seine beiden geböschten Endbastionen (baluartes) wurden im 17. Jahrhundert ergänzt. Neben den Befestigungswerken auf der Insel Malta gehört der seitlich durch hohe Mauern gesicherte Graben zu den mächtigsten europäischen Militäranlagen des gesamten Mittelmeerraumes.
- Im 17. Jahrhundert wurden überall auf der Halbinsel kleinere Bastionen errichtet. Die Fuerte de Aranguren entstammt dieser Zeit und befindet sich auf einem Hügel westlich der Stadt.
- Ein ähnlicher Bau, die Fuerte de Ányera, befindet sich in der zerklüfteten Berglandschaft des Monte Hacho.
- Die gesamte Spitze der Halbinsel mit dem Monte Hacho an ihrer höchsten Stelle ist durch eine Reihe von kleineren Forts gesichert. Die ehemalige Festung El Desnarigado ist mit Kanonen gegen Angriffe von der Seeseite gesichert. Heute befindet sich hier ein Militärmuseum.
Religiöse Bauten
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- Die Kathedrale Santa María de la Asunción wurde bereits im 15. Jahrhundert auf den Fundamenten einer Moschee gegründet, in der Folgezeit jedoch immer wieder erweitert und umgebaut. Ihr heutiges Aussehen entspricht im Wesentlichen dem halb barocken, halb neoklassischen Zeitgeschmack des 17. und 18. Jahrhunderts; die letzten Veränderungen des dreischiffigen Innenraumes erfolgten in den Jahren 1954/1955. Seit dem Jahr 1851 Bischofssitz, bildet sie ein gemeinschaftliches Bistum mit der spanischen Stadt Cádiz.
- Die Kirche Santa María de África ist möglicherweise älter als die Kathedrale; die letzten Umbauten erfolgten jedoch erst im 18. Jahrhundert. Sie beherbergt eine Marienfigur der Nuestra Señora de África, die als Schutzpatronin der Stadt verehrt wird.
- Die Moschee Muley el Mehdi entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts und orientiert sich mit ihrem quadratischen Minarett an den almohadischen Moscheebauten Marokkos (vgl. Koutoubia-Moschee).
Zivile Bauten
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- Die fensterlosen arabischen Bäder (baños árabes) aus dem 12./13. Jahrhundert werden ausschließlich durch – manchmal sternförmige – Oberlichter erhellt. Das Wasser für den Betrieb des Hammām wurde in Zisternen (aljibes) mit einem Fassungsvermögen von mehreren hundert Kubikmetern aufgefangen. Wie schon die römischen Thermenanlagen gehörten auch die islamischen Badehäuser zu den wenigen Gewölbebauten der jeweiligen Architekturtradition. Die Anlage wurde in christlicher Zeit überbaut und erst in den 1960er-Jahren wieder freigelegt.
- Das im neogotischen Stil errichtete Monumento de los Heroes de África erinnert an die auf spanischer Seite gefallenen Soldaten des Spanisch-Marokkanischen Krieges (1859–1860).
- Ceuta hat mehrere recht originelle Wohnbauten – vor allem die Casa de los Dragones oder das zu Beginn des neuen Jahrtausends entstandene Gebäude Pret a Porter.
Parkanlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- In den umfangreichen Grünanlagen des in den 1940er- und 1950er-Jahren gestalteten Parque de San Amaro leben auch Berberaffen.
- Der Freizeitpark Parque Marítimo del Mediterráneo wurde nach Entwürfen des Architekten César Manrique errichtet. Er bietet eine künstliche Seenlandschaft zum Baden und einen Botanischen Garten.
- Foso de San Felipe
- Militärmuseum El Desnarigado
- Einmannwachturm (Pfefferbüchse) an der Baluarte Santa Ana
- Moschee Muley el Mehdi
- Monument für die „Helden von Afrika“ und Kathedrale (bei Nacht)
- Casa de los Dragones
- Wohnhochhaus Pret a Porter
- Künstlicher See im Parque Marítimo del Mediterráneo
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter der Stadt:
- al-Idrisi (1100–1166), Kartograph, Geograf und Botaniker
- Pedro Sarsfield (1781–1837), spanischer General irischer Abstammung und Vizekönig von Navarra
- Antonio Dorregaray (1820–1882), General
- África de las Heras (1909–1988), spanische bzw. uruguayische bzw. sowjetische Spionin
- Rafael Lesmes (1926–2012), Fußballspieler
- Manuel Chaves (* 1945), Politiker
- José Martínez Sánchez „Pirri“ (* 1945), Fußballspieler
- Miguel Bernardo Bianquetti (* 1951), Fußballspieler
- Juan Jesús Vivas (* 1953), Präsident und Bürgermeister der Stadt Ceuta
- Nayim (* 1966), Fußballspieler
- Carmen Miriam Jiménez Rivas (* 1982), Mitglied der Popband Bellepop
- Guillermo Molina (* 1984), Wasserball-Nationalspieler (Weltmeister 2001)
- Alicia Sanz (* 1988), Schauspielerin
- Gonzalo Campos López (* 1991), Musicaldarsteller
- Lorena Miranda (* 1991), Wasserballspielerin
- Olga Parres Azcoitia (* 1993), Tennisspielerin
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Ceuta im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Offizielle Webseite der Stadt Ceuta (spanisch)
- Leonie Wild: Blind Date mit Europa: Die Lidl-Flüchtlinge von Ceuta. Spiegel Online, 17. Dezember 2007
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Instituto Nacional de Estadística Offizielle Einwohnerzahlen der spanischen Gemeinden
- ↑ Spanisch-Deutsch Übersetzung für "Ceuta". In: langenscheidt.com. Langenscheidt, abgerufen am 3. August 2018.
- ↑ Art. 4 Abs. 1, Spiegelstrich 8 der Verordnung (EU) Nr. 952/2013 des europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Oktober 2013 zur Festlegung des Zollkodex der Union (Neufassung). In: Amtsblatt der Europäischen Union. L 269, 9. Oktober 2013, S. 11.
- ↑ Zehntausende Migranten verlassen Ceuta. In: DW.com. Deutsche Welle, Bonn, 1. August 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Vera Hanewinkel, Violetta Siering, Beeke Wattenberg: Wo die Zäune immer höher werden: die europäische Außengrenze in Melilla. In: bpb. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 29. März 2021, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Parliamentary question - E-000911/2022(ASW). In: europarl.europa.eu. Europäisches Parlament, 17. Mai 2022, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Verordnung (EU) 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Unionskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (Schengener Grenzkodex) in der konsolidierten Fassung vom 12. Oktober 2025
- ↑ Ceuta, Melilla and the integrity of the Schengen Area. Archiviert vom am 3. August 2026; abgerufen am 4. August 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Ceuta, Melilla and the integrity of the Schengen Area. In: Ministerio de Asuntos Exteriores, Unión Europea y Cooperación. 1. August 2026, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Übereinkommen über den Beitritt des Königreichs Spanien. In: EUR-Lex. 22. September 2000, abgerufen am 2. August 2026 (deutsch).
- ↑ José María Roa-Venegas: Scholastic achievement and the diglossic situation in a sample of primary-school students in Ceuta. In: Revista Electrónica de Investigación Educativa. Band 8, Nr. 1, 2006, ISSN 1607-4041 (englisch, spanisch, uabc.mx).
- ↑ Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. 11. Auflage. Band 4. F.A. Brockhaus, Leipzig 1865, S. 291 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 20. August 2011]).
- ↑ siehe auch: Belagerung von Ceuta (1419)
- ↑ Kátia Brasilino Michelan: Encounters in Borderlands: Portugal, Ceuta, and the ‘other Shore’. Hrsg.: Martin Malcolm Elbl. Baywolf Press, 2019, ISBN 978-0-921437-56-7, ‘Ceuta: de terra dos mouros a base de um império’, S. 17–41 (spanisch).
- ↑ Jaume Castan Pinos: Building Fortress Europe? Schengen and the Cases of Ceuta and Melilla. Centre for International Border Research, 2009 (englisch, archive.org [PDF]).
- 1 2 Marc Armstrong Noël: L’Union européenne et l’immigration irrégulière. Les dérives humanitaires d’une politique migratoire sécuritaire (= Collection Questionner l’Europe). Éditions L’Harmattan, Paris 2021, ISBN 978-2-343-22696-5, S. 102.
- ↑ Weiter Unklarheit um Todesschüsse an spanischer Exklave Ceuta. In: Der Standard. 9. Oktober 2005, abgerufen am 30. Juli 2026 (österreichisches Deutsch).
- ↑ Grenzpolizei in Spanien darf nicht mehr mit Gummigeschossen schießen. In: Der Spiegel. 26. Februar 2014, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 30. Juli 2026]).
- ↑ Thomas Urban: Nicht mehr willkommen. In: Süddeutsche Zeitung, 24. August 2018.
- ↑ Ralph Schulze: Flüchtlingssturm – Marokkos König rächt sich mit 6000 Migranten an den Spaniern. In: Luzerner Zeitung, 18. Mai 2021.
- ↑ Rund 60.000 Migranten in Ceuta angekommen. In: Tagesschau. 31. Juli 2026, abgerufen am 31. Juli 2026.
- ↑ Ceuta alerta que la situación de los menores migrantes es “insostenible” ultimahora.com, 5. August 2026, abgerufen am 7. August 2026 (spanisch)
- ↑ Hans-Christian Rößler: Migrantenansturm in Ceuta: Spanien setzt Soldaten ein. In: Frankfurter Allgemeine. 31. Juli 2026, abgerufen am 31. Juli 2026.
- ↑ Angela Giuffrida: Why is Ceuta a migration flashpoint and how were so many people able to cross from Morocco? In: theguardian.com. 31. Juli 2026, abgerufen am 1. August 2026 (englisch).
- ↑ Ankunft zahlreicher Migranten: Spanien entsendet Soldaten in Exklave Ceuta. In: Tagesschau. 30. Juli 2026, abgerufen am 31. Juli 2026.
- ↑ Migranten in Ceuta: Militär soll Polizei unterstützen. In: orf.at. Österreichischer Rundfunk, 30. Juli 2026, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Spanien: Fast alle Ceuta-Migranten sind zurück in Marokko. In: ntv. 31. Juli 2026, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Nach Ansturm auf Ceuta: Migranten kehren zurück, Europa diskutiert. In: Tagesschau. 1. August 2026, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ "Permítame explicar": el incómodo momento de Vivas y las interrupciones de una presentadora de TVE elfarodeceuta.es, 6. August 2026, abgerufen am 8. August 2026 (spanisch)
- ↑ Marta Moreno: Sánchez anuncia la colocación de "boyas en el espigón" de Ceuta para crear una barrera visual que permita repatriaciones exprés. In: 20 minutos. 31. Juli 2026, abgerufen am 2. August 2026 (spanisch).
- ↑ Zahl der Toten bei Ceuta steigt auf 100. In: zeit.de. 6. August 2026, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Miles de ceutíes claman “Basta ya” y exigen respuestas a España y Europa efe.com, 9. August 2026, abgerufen am 9. August 2026 (spanisch)
- ↑ UGT llama a los ceutíes a unirse este domingo a la concentración de ‘¡Basta ya! Ceuta no se rinde’ ceutatv.com, 7. August 2026, abgerufen am 10. August 2026 (spanisch)
- ↑ Franka Welz: Nach Aufrufen in Sozialen Medien: Ceuta wappnet sich für möglichen Massenandrang. In: tagesschau.de. 15. August 2026, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ Agresiones sexuales en Ceuta cometidas tras la avalancha: así actúa el juzgado elfarodeceuta.es, 12. August 2026, abgerufen am 15. August 2026 (spanisch)
- ↑ Las barriadas de Ceuta reclaman más seguridad tras graves peleas entre inmigrantes elfarodeceuta.es, 13. August 2026, abgerufen am 15. August 2026 (spanisch)
- ↑ Contabilidad Regional de España. Base 2000. (PDF) In: ine.es. Instituto Nacional de Estadística, 27. Dezember 2007, abgerufen am 2. August 2026 (spanisch).
- ↑ Arbeitslosenquote, nach NUTS-2-Regionen. In: ec.europa.eu. Eurostat, 30. Juni 2026, abgerufen am 2. August 2026.
- ↑ Patrimonio Cultural de Ceuta. Archiviert vom am 8. August 2020; abgerufen am 30. Juli 2026.
Koordinaten: 35° 53′ N, 5° 18′ W
- Ceuta
- Municipio in Spanien
- Ort in Spanien
- Conjunto histórico-artístico
- Ort in Afrika
- Spanische autonome Gemeinschaft
- Umstrittenes Territorium
- Halbinsel (Afrika)
- Halbinsel (Spanien)
- Halbinsel (Mittelmeer)
- Exklave
- Archäologischer Fundplatz in Spanien
- Karthagische Stadt
- Ort mit Seehafen
- Marokkanisch-portugiesische Beziehungen
- Spanische Kolonialgeschichte (Afrika)
- Portugiesische Kolonialgeschichte (Afrika)
- Grenze zwischen Marokko und Spanien
- Verwaltungseinheitsgründung 1995





