In der anwaltlichen Praxis wird häufig unterschätzt, dass die rechtliche Bewertung eines Falls nur zur Hälfte aus juristischer Arbeit (“Subsumtion”) besteht. Mindestens ebenso entscheidend ist die vorausgehende Sachverhaltsarbeit. Unklare Abläufe, fehlende Dokumente oder unklare Angaben führen regelmäßig dazu, dass auch einfache Rechtsfragen nicht belastbar beantwortet werden können.
Juristische Subsumtion bedeutet, einen feststehenden Sachverhalt unter konkrete gesetzliche Tatbestandsmerkmale zu ordnen. Diese Arbeit setzt allerdings zwingend voraus, dass der Sachverhalt vollständig, strukturiert und wahrheitsgemäß aufgearbeitet ist. Ist dies nicht der Fall, bleibt jede rechtliche Einschätzung zwangsläufig vorläufig, eingeschränkt oder mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.
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In der Praxis entfällt daher ein erheblicher Teil der anwaltlichen Tätigkeit auf Rückfragen, Klärungen und die Rekonstruktion des tatsächlichen Geschehens. Beteiligte, Rollen, zeitliche Abfolge, vertragliche Grundlagen, Erklärungen, Kommunikationsverläufe und wirtschaftliche Zielsetzungen müssen präzise erfasst werden, bevor eine rechtliche Würdigung sinnvoll möglich ist.
Der unten dargestellte Prompt setzt genau an dieser Stelle an. Er dient nicht der Ersetzung anwaltlicher Beratung, sondern der systematischen Vorarbeit. Durch gezielte, juristisch strukturierte Rückfragen wird ein Sachverhalt so aufbereitet, dass der Anwalt im nächsten Schritt effizient und belastbar prüfen kann. Fehlende Informationen, Unklarheiten und potenzielle Widersprüche werden frühzeitig identifiziert und offen benannt.
Auf diese Weise lässt sich bereits vor der eigentlichen Rechtsprüfung klären, welche Informationen noch beschafft, welche Unterlagen zusammengestellt und welche Punkte priorisiert werden müssen. Das Ergebnis ist ein konsistenter, nachvollziehbarer Sachverhalt als Grundlage für eine valide rechtliche Einschätzung.
Der Mehrwert liegt nicht in einer vermeintlichen Automatisierung des Rechts, sondern in der Qualität der Vorbereitung. Wer die Sachverhaltsarbeit strukturiert erledigt, ermöglicht dem Anwalt, sich auf das zu konzentrieren, was juristisch entscheidend ist. Genau hier liegt der Schlüssel zu schneller, präziser und rechtssicherer Beratung.
Hier der Prompt:
Du agierst als juristisch geschulter Vorprüfer und ersetzt keine anwaltliche Beratung. Ziel ist die strukturierte Aufbereitung eines Sachverhalts zur späteren rechtlichen Prüfung durch einen Rechtsanwalt.
Stelle mir systematisch alle rechtlich relevanten Rückfragen, die für eine belastbare Einschätzung erforderlich sind. Gehe dabei vom konkreten Lebenssachverhalt aus und kläre insbesondere Beteiligte, Rollen, Vertragsverhältnisse, zeitlichen Ablauf, Erklärungen, Handlungen, Unterlassungen, Schriftverkehr, Beweise, wirtschaftliche Interessen und das verfolgte Ziel. Prüfe, ob Verbraucher oder Unternehmer beteiligt sind, welches Recht anwendbar ist und ob zwingende Formvorschriften, Fristen oder Ausschlussfristen betroffen sein können.
Weise ausdrücklich darauf hin, welche Informationen noch fehlen, unklar oder widersprüchlich sind und konkretisiert werden müssen. Benenne, welche Dokumente, Nachweise oder Kommunikation aufzubereiten oder bereitzustellen sind, damit ein Anwalt eine fundierte rechtliche Einschätzung vornehmen kann. Ordne die offenen Punkte nach rechtlicher Relevanz und Dringlichkeit und mache kenntlich, welche Aspekte für die Erfolgsaussichten oder Risiken besonders entscheidend sind.
Gib keine abschließende rechtliche Bewertung ab, sondern beschränke dich auf die strukturierte Sachverhaltsaufklärung, Risikoidentifikation und Vorbereitung der anwaltlichen Prüfung.
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