Ich habe eine Theorie. Sie klingt erstmal abstrus. Aber niemand konnte sie zum Einsturz bringen. Vielleicht schaffen Sie das ja. Würde mich allerdings wundern.
Die Theorie geht so: Martin Sonneborn, Deutschlands satirisches Staatsoberhaupt, hat rund um die vergangene Europawahl festgestellt, dass er Brüssel durchgespielt hat. All das Piesacken der Berlusconis, Orbáns und von der Leyens hatte nicht wirklich etwas geändert am Gang der Dinge. Sonneborn fiel also in eine tiefe Krise.
Ein neues Projekt musste her. Subversive Sinnstiftung sondergleichen. Eine Eulenspiegelei monströsen Ausmaßes.
Die rettende Idee kam ihm, als er unrasiert und lustlos durch die Fernsehkanäle zappte. So wie er das zum letzten Mal vor 20 Jahren gemacht hatte. So, wie viele Menschen das vor 20 Jahren gemacht hatten. Was also, wenn man dasselbe Fernsehen wie vor 20 Jahren, nur eben viel, viel schlecht-
Das war es!
Ab hier weist meine Theorie einen paar Lücken auf. Ich kann nur ahnen, was im Detail passiert ist. Am wahrscheinlichsten ist eine Art Manchurian-Kandidat-Szenario. Sonnenborn hat einen exzentrischen Wissenschaftler kennengelernt und irgendwie haben die beiden jemanden bei RTL unter ihre Kontrolle gebracht.
Das satirische Jahrhundertprojekt steht also kurz vor der Vollendung. Stefan Raab hat schon gegen Regina Halmich geboxt. Dann bekam er von RTL allen Ernstes eine Comeback-Show geschenkt, die so modern und spannend ist wie Nummernziehen auf der Führerscheinstelle.
Aber immer noch hat nicht jede und jeder den Unsinn erkannt. Deshalb holt Sonneborn jetzt zum finalen Absurditätsschlag aus.
Oh, Gott! Legt RTL etwa den Internationalen Frühschoppen neu auf und lässt halbbetrunkene Kettenraucher die Welt mansplainen? – Nein!
Wird etwa Michael Schanze zurückgeholt, damit er wieder Kinder im Grundschulalter vollschwitzen kann? – Mitnichten!
Dann wird doch wohl nicht Hugo Egon Balder eine Neuauflage von Tutti Frutti moderieren? Mit den Original-Früchtchen von 1990? – Ehm, nein.
Aber so ähnlich. Stefan Raab bekommt einfach noch ein TV-Urviech an die Seite gestellt und das Urviech ist Bully Herbig. Der Titel der Show wird so grotesk sein, dass ihn sich eigentlich nur ein Lackierer nach einer Doppelschicht ausgedacht haben kann: „Stefan und Bully gegen irgendson Schnulli.
Hier endet meine Theorie. Bis jetzt. Die ganze Geschichte erzähle ich vielleicht später in einem revolutionären neuen TV-Format auf Kabel Eins. Irgendwas mit „X-Faktor“.
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Und weil wir mit diesem trüben Blick in die Programmzeitschrift ja unmöglich auseinandergehen können, habe ich unten noch drei Tipps für richtig gutes Fernsehen aufgeschrieben.

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