Wenn die Nächte rund um die Uhr werden, damit die Gemüter auf den anstehenden Winter eingestimmt werden, da sind die Farben, mit denen der Oktober aufwartet, ein schamloses Einschmeicheln. Von der tiefstehende Sonne gab es in diesem Jahr so viel, der Buntwucher war obszön.
Also habe ich mich an Schwarzweiß probiert. Ja, mein monochromer Freund, natürlich ist Schwarzweiß-Fotografie in Wirklichkeit die Fotografie in Graustufen. Aber darauf zu beharren ist eben so charmant, wie jemandem, der „Olympiade“ sagt, aber „Olympische Spiele“ meint, genau das unter die Nase zu reiben.
Auf meiner langen Reise vom Knipsen zum Fotografieren gehe ich sehr unsystematisch voran. Es gibt so viele Felder, auf denen ich mehr können sollte, so dass ich immer nur das jeweils drängendste hernehme und mich für eine Weile darauf rumtreibe. Die langen Schatten und die blendende Sonne der vergangenen Wochen haben schon genötigt, lichte Kontraste zum Thema zu machen.
Der Foto-Monat war in vielerlei Hinsicht lehrreich. Vor allem hat er mich von dem eigenen Vorurteil geheilt, heute – in Zeiten der Filter – würde Schwarzweiß ohnehin nur noch eingesetzt, um billig Avantgarde vorzugaukeln. Stattdessen kürzt Schwarzweiß viel Ablenkung weg.
Das ist der monatliche Foto-Post der Eskapade. Er ist eine Seite aus meinem Pixel-Notizbuch. Ich poste keine Bilder mehr auf Instagram, weil ich meine Fotos keinem Algorithmus schenken will, der damit Sachen treibt, die für mich im Verborgenen bleiben. Stattdessen zeige ich die Fotos lieber ein, zwei oder drei Menschen, die die Bilder vielleicht nachdenken machen und die mir einen Gedanken davon abgeben. Die ersten drei Bilder sind für alle. Alle Bilder sind sichtbar für zahlende Unterstützer*innen.

Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.