27. August 2026, 08:41 Uhr
Ein Mautrabatt soll nach dem Vorschlag des Unternehmens die Nutzung privater Stellflächen für Speditionen attraktiver machen. Eine digitale Plattform soll freie Kapazitäten auffindbar und reservierbar machen.

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Vertreter aus Politik und Wirtschaft diskutierten im Ecopark Emstek über Ansätze gegen den Mangel an Lkw-Stellplätzen. (Foto: Bosch)
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Bundesweit rund 19.630 Lkw-Stellplätze fehlen laut den aktuellen Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen. Nun will Bosch Road Services private Lkw-Stellplätze stärker in die Lösung des Parkplatzmangels entlang deutscher Autobahnen einbeziehen. Das Unternehmen schlägt dafür eine nutzungsabhängige Maut vor: Speditionen sollen einen Rabatt erhalten, wenn sie für ihre Lkw private und sichere Stellplätze buchen.
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Private Stellplätze sollen attraktiver werden
Der Vorschlag soll die bisherige Doppelbelastung aus Maut und Gebühren für private Stellplätze verringern. Aktuell zahlen die Transportunternehmen die Maut für die Nutzung der Straßeninfrastruktur. Für private Stellplätze müssen sie, wenn sie diese nutzen, zusätzlich bezahlen.
Bosch Road Services verbindet den Vorschlag mit einem digitalen Plattformansatz. Um die vorhandenen privaten Kapazitäten in Autobahnnähe besser nutzbar zu machen, sollen diese sichtbar und reservierbar werden.
Dr. Jan-Philipp Weers, Leiter Bosch Road Services, setzt dabei auf zusätzliche Anreize für Investitionen in private Parkflächen:
„Wir werden die Stellplatzlücke nicht durch Neubau der öffentlichen Hand schließen können. Eine nutzungsbezogene Maut schafft den notwendigen wirtschaftlichen Anreiz für private Investoren neue Flächen zu schaffen und Speditionen haben keinen Grund mehr, vermeintlich kostenlose öffentliche Parkflächen privaten Parkplätzen vorzuziehen. Die Privatwirtschaft baut schneller und kostengünstiger.“
Politik signalisiert Offenheit
Im Ecopark Emstek stellte der Anbieter seine Idee zur Diskussion mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und die Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann signalisierten dabei Offenheit für die vorgestellten Ansätze. Bilger verwies zudem auf die derzeit verfügbaren Investitionsmittel für Infrastrukturprojekte und auf die Bereitschaft des Verkehrsministeriums, Ideen aus der Praxis aufzugreifen.
Allerdings will Bosch den Stellplatzmangel nicht allein über öffentliche Infrastruktur gelöst werden. Neben privaten Investitionen und staatlicher Förderung nennt das Unternehmen vor allem digitale Lösungen als weiteren Baustein.
Weiterführende Inhalte
Stellplatzsuche belastet den Fernverkehr
Der Mangel an Stellplätzen führt nach Angaben von Bosch zu überlasteten Rastanlagen, Falschparken und zusätzlichem Suchverkehr. Für den Fernverkehr geht es damit nicht nur um die Verfügbarkeit einzelner Parkflächen, sondern auch um die planbare Nutzung von Ruhezeiten.
Damit soll die Stellplatzsuche planbarer werden: Speditionen könnten freie private Flächen vorab buchen, während der Mautrabatt den finanziellen Nachteil gegenüber dem Parken auf öffentlichen Flächen ausgleichen soll.
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