Der Tooltipp in dieser Woche kommt direkt aus dem Urlaub. Ich fotografiere total gerne - nicht nur beruflich, sondern auch beim Tauchen. Das Problem dabei: schon ab wenigen Metern Tiefe gehen die Farben mehr und mehr verloren. Das Resultat sind meist verwaschene, sehr blaustichige Bilder. Um dem zu entgehen, muss man also viel Licht in Form von Lampen mit unter Wasser nehmen. Das sieht dann häufig wie eine Kamera mit großem Geweih aus und ist recht umständlich und vor allem schwer. Manchmal nehme ich deswegen nur eine kleine kompakte Kamera mit. Und jetzt habe ich die Bilder mit Gemini's Nano Banana einfach mal nachbearbeitet.
Dabei kamen mir dann noch zahlreiche andere Ideen, wie man KI auch journalistisch für Bildbearbeitung nutzen könnte. Das ZDF hat das mit seinen sehenswerten Beiträgen der “Deepfake Diaries”, bei der historische Persönlichkeiten von Schauspielern wieder zum Leben erweckt werden, gabz gut gezeigt. Oder auch mit der Serie “Roadtrip 1945”. Ihr seht: es geht hier vor allem um historische Stoffe.
Was man bedenken muss: Die Kennzeichnung. Gerade wenn auf den ersten Blick durch Verfremdung oder Stilisierung nicht direkt klar wird, dass es sich um KI-generierte Bilder handelt. Journalistisch würde ich meine farbkorrigierten Bilder daher auf keinen Fall nutzen. Aber privat ist es schon beeindruckend, was die KI aus Bildern herausholen kann. Das hätte ich in der manuellen Bearbeitung in einem Programm wie Lightroom oder Snapseed so nicht hinbekommen.
Deswegen beschäftigen wir uns in dieser Folge Tool Time mit den Möglichkeiten der KI-Bildbearbeitung: Farben rekonstruieren, Licht korrigieren, störende Objekte entfernen, Bildrauschen reduzieren oder alte Aufnahmen restaurieren – alles ohne Photoshop-Skills.
Tool(s) der Woche: Nano Banana
Was? KI-Bildbearbeitung
Warum? Weil manche Bilder so stark “geschädigt” sind, dass sie auch durch manuelle Bildbearbeitung kaum zu retten sind und weil es viele Situationen/Ereignisse gibt, von denen es keine Bilder gibt.
Wie? Mit entsprechenden Prompts in Google's Gemini entweder Bilder komplett neu erstellen lassen oder Vorlagen hochladen und diese dann per Prompt nachzeichnen lassen. Beispiel für die Tauchfotos etwa: “Bearbeite das Bild von der Farbgestaltung und den Lichtverhältnissen her so, als ob es knapp unter der Wasseroberfläche aufgenommen worden wäre.”
Was genau? Ich kann mir zahlreiche Situationen vorstellen, in denen diese Art der Bilderstellung Sinn machen kann (bei entsprechender Kennzeichnung):
– Color-Grading für Reportagen
– Historische Schwarz-Weiß-Bilder kolorieren
– Bildrauschen entfernen
– Up-Scaling für unscharfe Bilder
– Bildlook einheitlich machen (Redaktionsstil)
– Historische od. investigativ nacherzählte Szenen anhand von vorliegenden Texten “nachzeichnen” lassen, z.B. in Form von Graphic Novels
Preis? Kostenlos.
Wo? Google Gemini im Web oder als App für Android und iPhone.
Viel Spaß beim Ausprobieren! Welche Möglichkeiten fallen Dir sonst noch ein?
Euer Simon
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