Wir sprechen jede Woche mit Zeitgenossen, die auf einen besonderen Lebensweg zurückblicken: Sie sind Aktivist*innen, Künstler*innen oder Forscher*innen. Sie haben Zeitgeschichte erlebt und geprägt – und sie haben viel zu erzählen. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-zeitgenossen/8758618/
Wer definiert, was als Natur gilt? Biologen, Theologen, Ideologen? Wer legt fest, was Natürlichkeit ist? Pädagogen, Psychologen, Demagogen? Woher kommt die typisch deutsche Natur-Romantik, jene Verklärung und Vereinnahmung der Natur? Und wie wurde gerade der Naturbegriff immer wieder politisch instrumentalisiert – bis hin zu den Rassegesetzen des NS-Staats? Das Deutsche Historische Museum hat sich…
Welche Natur ist einheimisch? Wenn selbst die Pfälzer Kartoffel ein Pflanzenmigrant ist, das Basilikum nicht aus Italien stammt, die Birne nicht von der Schwäbischen Alb kommt und Zuckerrohr um die halbe Welt reisen musste, um in Kuba angepflanzt zu werden. Spätestens seit der Atlantiküberquerung von Columbus ist Natur globalisiert worden. Die Künstlerin und Agrarwissenschaftlerin Eva-Maria Lopez…
Alle bisherigen Strategien der Nachhaltigkeit reichen nicht, um die Ökologiekrisen zu beenden – sagt Tilo Wesche, Autor des Buchs „Die Rechte der Natur“ und Professor für Praktische Philosophie: Grünes Wachstum und saubere Technologien, auch die Appelle an die Verantwortung Einzelner – mehr Bio, kein Fleisch, keine Verbrenner, nicht Fliegen – sind zu wenig, um Ressourcenerschöpfung, Klimakrise,…
„Wir konnten auch anders“. Die Mannheimer Historikerin Annette Kehnel beschreibt in ihrer kurzen Geschichte der Nachhaltigkeit, wie es Menschen hierzulande früher gelungen ist, Naturgüter zu nutzen ohne Ressourcen zu erschöpfen, zu vergiften oder zu vermüllen – Strategien, die wir von früheren Generationen lernen können, etwa vom gemeinschaftlich organisierten, gemeinwohlorientierten,…
Sie kreiert „essbare Tischlandschaften“, in denen alles kompostierbar ist, auch der Teller aus Birkenrinde. Und wenn Käfer in toten Bäumen leben, dann ist das für sie ein „großes Fressen“, mit dem sie neuen Humus schaffen – „Brakfesten“ nennt die Künstlerin ihren Film über diese Folge der Klimakrise. Auch in ihren Installationen zeigt Anne Duk Hee Jordan, aufgewachsen in der Südpfalz, Ökosysteme,…
Zuerst hat sie aufgehört den Rasen zu mähen. Dann begann sie zu beobachten, was plötzlich alles sprießt, wo vorher eine grüne Wüste war – wenn Gras wächst, wie das Gras will und nicht, wie der Mensch will. Auch wenn Pflanzen selbst entscheiden, wo sie am besten gedeihen, Erdbeeren zum Beispiel gerne neben Knoblauch. Kontrolle abgeben, Herrschaft aufgeben: So entwickelte die Schriftstellerin Katrin…
„Erklär mir Pop“. Udo Dahmen kann das und macht es seit 2013 in SWR KULTUR am Samstagnachmittag. 20 Jahre lang war er künstlerischer Direktor, Geschäftsführer und Professor der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim, einer in dieser Form einzigartigen Institution, die er maßgeblich mitaufgebaut hat. Seit mehr als 40 Jahren setzt er sich für die Aus- und Weiterbildung im Pop ein. Und ist selbst…
„So beginnt meine Geschichte: als Tochter einer weißen Frau und eines Schwarzen Mannes – zwischen kolonialer Vergangenheit und DDR-Diktatur“. Schreibt Tupoka Ogette in ihrem aktuellen Erinnerungsbuch „Trotzdem zuhause“. Geboren wurde die Autorin 1980 in Leipzig. Kurz vor der Wende verließ sie mit ihrer Mutter die DDR und zog nach West-Berlin. Seit vielen Jahren arbeitet sie als…
„Wenn wir verstehen, wie unser Gehirn funktioniert, kann uns dieses Wissen helfen, als Gesellschaft zu funktionieren“, sagt die neuropolitische Philosophin Liya Yu. Erst wenn man zum Beispiel erkennt, was das Gehirn von Rassisten triggert, könne man verstehen, weshalb Menschen, die nicht zu einer In-Gruppe zählen, entmenschlicht und diskriminiert werden. Liya Yu ist überzeugt: „Es geht darum zu…
Lange wurde ihre Kunst wenig beachtet, jetzt wird das Werk von Gabriele Stötzer, geboren 1953, mit einer Retrospektive im Berliner Gropius-Bau und dem Goslarer „Kaiserring“ geehrt. Gewürdigt wird damit auch ihr Widerstand in der DDR und ihr Engagement für künstlerische Freiheit. Von der Stasi wurde sie inhaftiert, weil sie gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns protestierte. Die Zeit im…
Mit Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Schlafstörungen und Depressionen kamen ukrainische Geflüchtete nach dem russischen Angriff auf die gesamte Ukraine im Februar 2022 in die Dresdener Arztpraxis von Iryna Fingerova. Die Diagnose, die sie alle teilten: „Krieg“. Geboren wurde die Ärztin und Schriftstellerin 1993 in eine jüdische Familie in Odessa. Vor dem Krieg, der 2014 begann, flüchtete sie nach…