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SUSE IN YOUR POCKET · Aug 23, 2026

Das Notwendige nicht bloß ertragen, sondern es lieben. Und die Empfindlichkeit niemals betäuben.

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Suse Kaloff · SUSE IN YOUR POCKET

PS: View in Browser. Liest sich einfach so viel schöner so.

Der braungebrannte Mann klopfte an die Seitenscheibe: „Eure Handbremse!“, rief er. „Ah, Danke!“. Er: „Null problemo.“ Wir parkten lässig aus, winkten ihm gönnend zu, Frau am Steuer, Ungeheuer, Gruß ans Getriebe, haha. Den sandigen Parkplatz, den kilometerbreiten Strand, das Meer, in das wir ewig laufen mussten, um wenigstens die Arschbacken unterzutauchen, lachend verlassen. Wir rollten die schmale Straße abwärts, zwischen den beiden Maisfeldern entlang, wie wir es die achtzehn Sommer zuvor auch auf dieser dänischen Insel getan haben. Nun war wieder August, ein neues Auto, das gleiche Ferienhaus, und die uralte Frage in mir: Warum bloß sind wir am Leben? Und da war es wieder, dieses Untergrundrauschen, das nie Ferien macht. Das drauf besteht, dass es um mehr gehen muss als ums Meer.

Mir fehlt das Gen und das Interesse für flache Gewässer, immer den Satz im Kopf: If you’re not going to swim deep with me then get out of my waters. Dabei hatte ich doch grad eine Woche Betriebsferien, wollte Abstand nehmen vom Hirn zermatschen, die Suche nach Bedeutung mal über Bord werfen, nicht jedem Satz, der mir durch die Rübe rast, hinterherlaufen, nicht jeden Matsch, den ich im Laufe eines Tages aufschnappe, irgendwo hinschmieren, damit ich ihn später literarisch verwenden kann. Ich wollte sieben Tage leben und die Auswertung auf den achten vertagen. Aber das ist das Ding, wenn Schreiben dein Beruf ist: du kannst deinen Laptop daheimlassen, aber nie dich selbst abstellen.

Read the original on susekaloff.substack.com

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