RSS Amplifier

Stefan A K Weichelt · Aug 8, 2026

Netz voll, Pech gehabt

0
Sign in to vote or save

Stefan A K Weichelt · Stefan A K Weichelt

Fünfzehn Jahre lang hat niemand genug Leitungen gebaut. Jetzt kommt eine Ministerin, die vorher fünf Jahre lang einen Netzkonzern geführt hat, und erklärt uns, das eigentliche Problem seien die Windräder. Wie am 29. Juli die Rechnung für den verschlafenen Netzausbau bei denen abgeladen wurde, die bauen wollen.

Ich wollte dieses Wochenende eigentlich nichts schreiben. Ich hatte einen Plan, der Plan bestand aus Garten und an meinem Buch schreiben, das auf seine Fertigstellung wartet. Dann hat mir ein Bekannter einen Screenshot geschickt, und der Plan war Geschichte.

Ich schreibe seit vielen Jahren über Energie. Ich habe über die Ampel geschimpft, über Söder geschimpft, über Behörden, die für ein Formular zwei Jahre brauchen. Das gehört dazu. Man ärgert sich, schreibt es sich von der Seele, kocht einen Kaffee und macht weiter.

Was gerade passiert, ist etwas anderes. Ich ärgere mich nicht mehr nur. Ich verstehe es schlicht nicht mehr. Ich verstehe nicht, was diese Wirtschaftsministerin da tut. Ich verstehe nicht, warum der Kanzler zuschaut. Und ich verstehe vor allem nicht, wie man im Jahr 2026 zu dem Schluss kommen kann, dass ausgerechnet die eine Energiequelle, die uns niemand abdrehen, verteuern oder als Druckmittel um die Ohren hauen kann, jetzt mal dringend ausgebremst gehört.

Auf meinem Dach liegen Module. Im Keller steht ein Speicher, die Wärmepumpe surrt vor sich hin, das Auto fährt seit Jahren mit Strom. Das ist keine Weltanschauung, das ist eine Rechnung, die aufgeht, und zwar jeden Monat aufs Neue. Und jetzt sagt mir eine Ministerin, das Ganze müsse sich künftig bitte nach dem Zustand von Leitungen richten, die andere Leute seit fünfzehn Jahren nicht gebaut haben.

Also gut. Der Reihe nach.

Am 17. Juli schickt das Bundeswirtschaftsministerium zwei Gesetzentwürfe an die Länder und die Verbände: die EEG-Novelle 2027 und das sogenannte Netzanschlusspaket. Wer etwas dazu sagen möchte, hat Zeit bis zum 22. Juli. Das sind drei Werktage. Für ein Gesetz, das die Grundpfeiler der deutschen Stromversorgung neu sortiert.

Drei Werktage? Echt? Ich habe für die Rückgabe eines Paars Schuhe mehr Zeit.

Man muss dazu wissen, dass hier nicht die üblichen Verdächtigen gemault haben. Der BDEW, also der Verband, in dem die Energiewirtschaft selbst sitzt und der inhaltlich gar nicht so weit weg von der Ministerin liegt, nannte diese Frist schlicht nicht akzeptabel. Wenn dir dein eigenes Publikum sagt, dass du zu schnell gefahren bist, dann warst du zu schnell.

Am 29. Juli beschließt das Kabinett beide Entwürfe. Kurz vor der Sitzung hatte sich Reiche noch mit Umweltminister Carsten Schneider geeinigt, sonst wäre das Ding wohl geplatzt. Danach tritt sie vor die Presse und spricht von einem „Paradigmenwechsel bei den Erneuerbaren”. Das EEG solle kein „Rundum-sorglos-Paket” mehr sein.

Und weil ich dich nicht anlügen will, auch wenn es meiner eigenen Empörung im Weg steht: Die Schlagzeile, die vermutlich auch bei dir durch den Feed gerauscht ist, war zugespitzt. Ein Kabinettsbeschluss ist noch kein Gesetz. Das Paket muss durch den Bundestag, durch die Ausschüsse, durch den Bundesrat. Die Beratungen beginnen im September, in Kraft treten soll es zum 1. Januar 2027. Und selbst dann muss noch die EU-Kommission beihilferechtlich zustimmen, was nach Angaben des Umweltministeriums offen ist.

Es ist also noch nichts endgültig. Nur die Richtung, die steht.

Und die Richtung sieht so aus: Netzbetreiber dürfen künftig Regionen zu „kapazitätslimitierten Netzgebieten” erklären. Wer dort neu baut, wird zwar angeschlossen, verzichtet aber teilweise auf sein Geld, wenn seine Anlage wegen eines vollen Netzes abgeschaltet wird. Dazu kommt: Neue Windräder an Land und neue Freiflächen-Solarparks dürfen ab 2027 bundesweit nur noch 70 Prozent ihrer Leistung ins Netz einspeisen. Und die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen läuft aus, Direktvermarktung wird zum Normalfall.

Kurzer Einschub, weil gleich dreimal ein Wort kommt, das kein Mensch außerhalb der Branche kennt: Was ist Redispatch?

Stell dir das Stromnetz als Autobahn vor. Wenn an einer Auffahrt mehr Autos reinwollen, als die Spuren aufnehmen können, muss jemand welche wegschicken. Genau das passiert im Netz: Kommt irgendwo mehr Strom an, als die Leitungen weitertransportieren können, ruft der Netzbetreiber bei den Erzeugern durch und sagt, mach mal aus. Das nennt sich Redispatch.

Bisher gilt dabei eine sehr einfache Regel: Wer runtergefahren wird, bekommt ersetzt, was er verdient hätte. Das kostet zurzeit rund drei Milliarden Euro im Jahr, und die zahlst du mit — über die Netzentgelte auf deiner Stromrechnung, unten in der Zeile, die sich niemand durchliest.

Diese drei Milliarden sind der Hebel, um den es hier geht. Bisher trägt sie das System, also am Ende wir alle — und weil das jedes Jahr in den Statistiken auftaucht und politisch unangenehm ist, war es bisher auch ein ziemlich guter Grund, endlich Leitungen zu bauen. Künftig soll ein Teil des wirtschaftlichen Risikos direkt bei dem landen, der die neue Anlage baut. Der Engpass verschwindet dadurch nicht. Es ändert sich nur, wer seine Folgen trägt.

Das ist wie beim Zahnarzt: Wenn ich die Rechnung vorher bezahlen muss und nicht bezahle, ist das Loch trotzdem noch da.

Katherina Reiche ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. Davor war sie von 2020 bis 2025 Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, einer Tochter von E.ON und eines der größten Netzunternehmen des Landes. Und davor, von 2015 bis 2019, Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen. Also zweimal hintereinander hauptberufliche Interessenvertretung der Energiewirtschaft.

Am Tag ihrer Vereidigung stand sie noch im Lobbyregister des Bundestages, eingetragen als bevollmächtigte Interessenvertreterin für Westenergie. Im Lauf desselben Tages verschwand der Eintrag. Ich stelle mir das immer sehr komisch vor, so als Szene: vormittags vereidigt, nachmittags ausgetragen. Sauber.

Für den Weg aus der Politik in die Wirtschaft haben wir seit 2015 eine Karenzzeit. Für den Weg zurück gibt es bis heute keine. Da hat jemand beim Bau der Drehtür nur eine Richtung eingebaut.

Und dann wird es unangenehm konkret. Abgeordnetenwatch hat am 12. Februar den Referentenentwurf aus ihrem Haus mit den öffentlich einsehbaren Positionspapieren im Lobbyregister verglichen. Das Ergebnis: Bei einem Großteil der entscheidenden Steuerungsinstrumente besteht eine hohe bis sehr hohe inhaltliche Übereinstimmung mit den Forderungen von E.ON, Westenergie und den vier großen Übertragungsnetzbetreibern TenneT, 50Hertz, Amprion und TransnetBW.

Ich schreibe jetzt bewusst nicht, dass Reiche das für ihre alten Kollegen macht. Das kann ich nicht beweisen, und wer es trotzdem behauptet, macht sich angreifbar und tut damit vor allem einer Person einen Gefallen: ihr.

Was man aber sehr wohl feststellen darf: Es ist schon bemerkenswert, wie präzise sich die zentralen Punkte dieser Reform mit den Wünschen genau jener Branche decken, aus der die Ministerin direkt ins Amt gewechselt ist. Abgeordnetenwatch formuliert es so: Von einer gemeinwohlorientierten oder wenigstens ausgewogenen Interessenabwägung sei in dem Entwurf wenig zu sehen, Zivilgesellschaft und kleinere Akteure blieben weitgehend außen vor.

Und damit mir jetzt niemand kommt, es sei ja gar nichts für die Kleinen drin: Doch, ein bisschen was ist drin. Die Kommunalbeteiligung steigt von 0,2 auf 0,3 Cent je Kilowattstunde, der Korrekturfaktor für windschwache Südregionen wird angehoben, für Agri- und Moor-Photovoltaik gibt es einen Bonus. Das ist alles nicht nichts.

Es steht nur in keinem Verhältnis zu dem, was auf der anderen Seite passiert. Ein Zehntelcent gleicht kein Finanzierungsrisiko aus. Das ist, als würde dir jemand die Handbremse anziehen und dafür den Becherhalter aufwerten.

Dazu passt ein zweiter Vorgang, der im April bekannt wurde. Reiches Ministerium hatte die Konzerne EnBW und RWE um Argumente gebeten, mit denen sich Batteriespeicher gegenüber Gaskraftwerken schlechter stellen lassen. Die Betreiber von Batteriespeichern hat man nicht gefragt. Der Termin tauchte monatelang nicht im Lobbyregister auf und wurde erst nachgetragen, als eine Zeitung nachbohrte. Und als Abgeordnetenwatch nach dem Informationsfreiheitsgesetz Einsicht in Unterlagen zu acht Lobbyterminen beantragte, wollte das Haus dafür bis zu 4.000 Euro Gebühren — obwohl ein Gericht diese Praxis bereits für rechtswidrig erklärt hatte.

Ab hier höre ich auf, von Pech zu reden.

Während also der Ausbau von Wind und Solar enger an die Netze gefesselt und für Investoren riskanter wird, geht es auf der anderen Baustelle munter voran.

Am 16. Januar einigt sich die Bundesregierung im Grundsatz mit der EU-Kommission auf die Kraftwerksstrategie. Allein für 2026 werden zwölf Gigawatt neue steuerbare Kapazität ausgeschrieben, für zehn davon gilt ein Langfristkriterium. Formal ist diese Ausschreibung technologieoffen, ausgeschlossen ist nur die Kohle. Praktisch sind die Bedingungen so zugeschnitten, dass sie vor allem moderne Gaskraftwerke erfüllen können. Merk dir den Unterschied, du brauchst ihn beim nächsten Mal, wenn dir jemand mit dem Wort „technologieoffen” kommt. Bezahlt wird das über einen Kapazitätsmechanismus, also, du ahnst es, über deine Stromrechnung. Weitere Runden folgen 2027 und 2029/2030.

Am 30. März wirbt Reiche öffentlich für langlaufende Gaslieferverträge. Der Leipziger Konzern VNG soll seine Beziehungen nach Algerien ausbauen, Aserbaidschan stehe als weiterer Pipeline-Lieferant bereit.

Am 16. Juli empfängt Kanzler Merz den algerischen Präsidenten Tebboune in Berlin. Verabschiedet wird eine strategische Agenda samt Absichtserklärungen zur Energiepartnerschaft. Und im Hintergrund streitet Reiche seit Wochen mit Umweltminister Schneider darüber, ob die Verschärfung der EU-Methanverordnung zum 1. Januar 2027 verschoben werden soll — weil sie sonst neue Gasimporte erschweren könnte.

Falls dir Methan nichts sagt: Das ist das Zeug, das bei Förderung und Transport von Gas in großen Mengen entweicht und als Treibhausgas ein Vielfaches dessen anrichtet, was CO₂ anrichtet. Die Verordnung soll genau das begrenzen. Die deutsche Wirtschaftsministerin arbeitet daran, sie aufzuweichen. Ihre Begründung ist, dass wir uns sonst von einem Großteil des Weltmarkts abschneiden. Meine Übersetzung: Wir würden gern weiter einkaufen, ohne so genau hinzusehen.

Und jetzt kommt die Zahl, die ich in dieser ganzen Debatte fast nie höre.

Die KfW hat die Jahre 2008 bis 2024 durchgerechnet. Deutschland überweist im Schnitt 81 Milliarden Euro pro Jahr ins Ausland — für Öl, Gas und Steinkohle. Das sind rund 2,5 Prozent unserer Wirtschaftsleistung und etwa 1.000 Euro pro Kopf. Für dich, für mich, für deine Kinder. Jedes Jahr wieder. Beim Erdgas importieren wir 95 Prozent, beim Erdöl 98, bei der Steinkohle alles.

Über die Kosten der Energiewende wird in jeder zweiten Talkshow gestritten. 16,5 Milliarden Euro EEG-Förderung sind für 2027 veranschlagt, und darüber kann man streiten, wirklich, das ist Geld. Über die 81 Milliarden, die jedes Jahr auf Schiffen und in Pipelines das Land verlassen, redet praktisch niemand. Dabei ist der Unterschied entscheidend: Das eine finanziert Anlagen, die danach hier stehen, hier Strom liefern und hier gewartet werden müssen. Das andere ist verbrannt, im wörtlichsten Sinn. Das Geld kommt nie wieder.

Und deshalb geht es mir hier nicht mal in erster Linie ums Klima.

Nimm meinetwegen an, du hältst die halbe Klimaforschung für übertrieben. Ich halte das für falsch, aber nimm es für diesen Absatz einfach an. Dann bleibt trotzdem das hier stehen: Wind und Sonne kommen nicht aus Katar, nicht aus Algerien, nicht aus Aserbaidschan, nicht aus Norwegen und auch nicht aus Texas. Sie sind einfach da. Niemand kann sie sanktionieren, im Preis verdoppeln oder uns bei der nächsten Krise abdrehen. Nach dem Winter 2022 sollte eigentlich jeder in diesem Land begriffen haben, was das wert ist. Oder jetzt, während des Iran-Kriegs.

Im ersten Quartal dieses Jahres kamen 53,3 Prozent des in Deutschland erzeugten und ins Netz eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Die Windkraft allein lag bei 33,8 Prozent und war damit der wichtigste einzelne Energieträger dieses Landes — deutlich vor der Kohle mit 24,1 Prozent. Heimische Energie, aus heimischer Infrastruktur, gebaut und gewartet von Handwerkern, die hier ihre Steuern zahlen.

Und ausgerechnet an dieser Stelle beschließt eine Bundesregierung, dass die Bedingungen für Investitionen jetzt mal unsicherer werden müssen.

Vielleicht steckt hinter alldem gar keine Verschwörung. Sonst wäre ich ja ein … Nein, das kann also nicht sein. Vielleicht ist es viel banaler und deswegen viel schlimmer: eine Ministerin, die aufrichtig in den Denkmustern der Branche steckt, in der sie fünf Jahre lang an der Spitze stand. Die das Netz für das Zentrum des Systems hält und die Erzeuger für den Störfaktor. Die ihr altes Adressbuch nicht als Interessenkonflikt empfindet, sondern als Fachkompetenz.

Es ist nur leider egal, ob es Absicht ist oder Betriebsblindheit. Das Ergebnis ist dasselbe. Die Risiken landen bei denen, die bauen wollen. Die Sicherheiten bleiben dort, wo ohnehin ein reguliertes Monopol mit garantierter Verzinsung sitzt. Wir karren weiter Rohstoffe über die Meere, die wir in der Nordsee und auf bayerischen Dächern längst selbst hätten. Und der Strom bleibt teuer, weil der Gaspreis den Strompreis macht — die versprochene Entlastung hat Reiche inzwischen auf die 2030er Jahre vertagt.

Das Gesetz ist noch nicht durch. Bundestag, Ausschüsse, Bundesrat, EU-Beihilfeprüfung — an jeder dieser Stationen kann sich noch etwas bewegen. Nina Scheer von der SPD-Fraktion kritisiert das Paket öffentlich, obwohl ihre eigene Partei mitregiert. Die Verbände hoffen ausdrücklich auf das Parlament. Wenn du also jemanden im Bundestag kennst, oder wenn dein Wahlkreisabgeordneter Bürgersprechstunde hat: Das ist genau der Moment. Im September wird beraten, und danach redet über so etwas kein Mensch mehr.

Ich weiß, dass Samstag der Tag ist, an dem man abschalten will. Familie, Sonne, irgendwas Schönes, und nicht der Redispatch-Vorbehalt in kapazitätslimitierten Netzgebieten. Es tut mir aufrichtig leid, dass ich dir das ausgerechnet jetzt vorsetze. Aber im September beginnt die parlamentarische Phase, und dann entscheidet sich, welche dieser Regeln am Ende wirklich Gesetz werden. Wer da mitreden will, sollte nicht erst damit anfangen, wenn abgestimmt wird.

Danke, dass du bis hierher gelesen hast. Wirklich. Und jetzt geh raus und genieße den Tag.

Wenn du das Gesetz selbst nachlesen willst:

Bundeswirtschaftsministerium, Pressemitteilung zum Kabinettsbeschluss vom 29.07.2026 — hier findest du Reiches eigene Begründung und das Zitat vom „Paradigmenwechsel” im Original: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/07/20260729-eeg-novelle-und-netzanschlusspaket.html

Bundesregierung, Zusammenfassung der Kabinettsentscheidung — die offizielle Darstellung, inklusive des Hinweises, dass am 80-Prozent-Ziel für 2030 festgehalten wird: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-eeg-novelle-netzpaket-strom-2448636

Die beste Gesamtdarstellung mit allen Details:

Cleanthinking, Martin Jendrischik: „Netzpaket: Wer das Risiko der Energiewende trägt”, 29.07.2026 — hier stehen die 70-Prozent-Kappung, die Vergleichstabelle geleakter Entwurf gegen Kabinettsfassung und sämtliche Stimmen von BSW-Solar bis Thüga. Wenn du nur eine Quelle lesen willst, dann diese: https://www.cleanthinking.de/netzpaket-kabinett-kritik/

Germanwatch, Stellungnahme vom 29.07.2026 — die Kritik aus Sicht der Umweltverbände, kompakt: https://www.germanwatch.org/de/93553

Zu den betroffenen Regionen:

Green Planet Energy, Pressemitteilung zur enervis-Studie vom 25.03.2026 — die 90 Landkreise, die 32 Gigawatt und die 45 Milliarden Euro. Bitte im Kopf behalten: gerechnet mit der 3-Prozent-Schwelle aus dem Leak, in der Kabinettsfassung sind es fünf Prozent: https://green-planet-energy.de/presse/artikel/studie-wo-das-netzpaket-wind-und-solarprojekte-ausbremst

Das Factsheet mit der Methodik als PDF, falls dich interessiert, wie gerechnet wurde — der Hinweis auf das windschwache Jahr 2025 steht in der Fußnote auf der letzten Seite: https://green-planet-energy.de/fileadmin/docs/publikationen/Studien/Factsheet_-_Auswirkungen_des_Redispatch-Vorbehalts.pdf

pv magazine, 25.03.2026 — dieselbe Studie journalistisch eingeordnet, mit der Aufteilung in 23 GW Wind und 9,2 GW Photovoltaik: https://www.pv-magazine.de/2026/03/25/studie-netzpaket-gefaehrdet-32-gigawatt-an-kurzfristig-umsetzbaren-windkraft-und-photovoltaik-projekten/

Zur Lobby-Frage — das ist der Teil, der wirklich sitzt:

abgeordnetenwatch: „Wenn aus Lobbyforderungen Energiepolitik wird”, 12.02.2026 — der Abgleich zwischen Referentenentwurf und den Positionspapieren von E.ON, Westenergie und den vier Übertragungsnetzbetreibern. Die Formulierung von der „hohen bis sehr hohen inhaltlichen Übereinstimmung” stammt von hier: https://www.abgeordnetenwatch.de/kampagnen/wenn-aus-lobbyforderungen-energiepolitik-wird

abgeordnetenwatch zur IFG-Anfrage und den 4.000 Euro Gebühren — hier steht auch der Lobbyregister-Eintrag am Tag der Vereidigung: https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/informationsfreiheit/katherina-reiche-wirtschaftsministerium-will-tausende-euro-fuer-lobby-unterlagen

Transparency International Deutschland: „Die Lobby-Ministerin?” — ihre Amtsführung im Überblick, inklusive des Treffens mit ihrem früheren eigenen Verband VKU: https://www.transparency.de/aktuelles/detail/article/die-lobby-ministerin

Zur Gas-Seite:

BMWE zur Grundsatzeinigung mit der EU-Kommission über die Kraftwerksstrategie, Januar 2026 — die zwölf Gigawatt im Original: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/01/20260115-grundsatzeinigung-mit-europaeischen-kommission-ueber-eckpunkte-der-kraftwerksstrategie.html

Erneuerbare Energien: „EU-Kommission nickt Reiches Gaspläne ab”, Januar 2026 — die kritische Einordnung, wer den Kapazitätsmechanismus am Ende bezahlt: https://www.erneuerbareenergien.de/energiemarkt/energierecht/eu-kommission-nickt-reiches-gasplaene-ab

Energynewsmagazine: „Heikler Gas-Pakt mit Algerien”, Juli 2026 — hier steht der Streit um die EU-Methanverordnung zwischen Reiche und Umweltminister Schneider: https://www.energynewsmagazine.at/2026/07/15/heikler-gas-pakt-mit-algerien/

Fokus Afrika zum Staatsbesuch Tebboune am 16.07.2026 und zur strategischen Agenda: https://fokus-afrika.de/deutschland-und-algerien-schmieden-energiepakt-praesident-tebboune-wehrt-politische-kritik-in-berlin-ab/

Und die Zahl, um die es eigentlich geht:

KfW Research, Volkswirtschaft Kompakt Nr. 251, April 2025 — die 81 Milliarden Euro jährlich für fossile Importe, die Aufteilung nach Öl, Gas und Kohle sowie die Importabhängigkeiten von 95 bis 100 Prozent. Vier Seiten, in zehn Minuten gelesen: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Volkswirtschaft-Kompakt/One-Pager-2025/VK-Nr.-251-April-2025-fossile-Importe.pdf

Statistisches Bundesamt zur Stromerzeugung im 1. Quartal 2026 — die 53,3 Prozent erneuerbarer Anteil: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Energie/Erzeugung/_inhalt.html

Keine Posts

Read the original on stefanakweichelt.substack.com

Comments

Nothing yet. Say the first thing.

    Sign in to join the conversation.