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WinFuture News · Aug 21, 2026

Ukraine: Russen zerstörten seit Juli 10 Mio. Bücher und ihre Verlage

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Christian Kahle · winfuture.de

Russische Angriffe liefern immer wieder Bilder von Toten und zerst�rten Geb�uden aus der Ukraine. Die Auswirkungen gehen aber weit dar�ber hinaus. So sind allein in den letzten Wochen signifikante Teile der ukrainischen Kultur vernichtet worden.

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Massive Sch�den

Seit Juli fielen den Attacken rund zehn Millionen B�cher und ein erheblicher Teil der Produktions- und Logistikkapazit�ten der heimischen Buchbranche zum Opfer. Das Ukrainische Buchinstitut warnt deshalb vor einem m�glichen Zusammenbruch des gesamten Buch-�kosystems und ruft internationale Verlage zu Unterst�tzung und Spenden auf, wie der Guardian berichtet.

Besonders schwer getroffen wurde am 1. August ein Logistikzentrum der Verlagsgruppe RNK-Ranok in Charkiw. Bei dem Angriff wurden nach Angaben des Buchinstituts etwa acht Millionen B�cher vernichtet. Das Lager dient nicht nur der Verlagsgruppe und ihren zahlreichen Marken, sondern auch als Verteilerzentrum der ukrainischen Buchhandelskette KnyhoLand mit 51 Filialen und mehreren Online-Shops. Zus�tzlich gingen rund 600.000 Schulb�cher verloren.

Bereits bei Angriffen auf Kiew im Juli waren mehr als 1,5 Millionen B�cher zerst�rt worden. Insgesamt entsprechen die j�ngsten Verluste laut Buchinstitut etwa 30 Prozent der Menge an B�chern, die in der Ukraine normalerweise innerhalb eines Jahres produziert wird. Der vorl�ufig gesch�tzte finanzielle Schaden bel�uft sich auf knapp eine Milliarde Hrywnja, das sind umgerechnet rund 19 Millionen Euro.

"Wir stehen vor dem Risiko des Zusammenbruchs des gesamten Buch-�kosystems", sagte die Direktorin des Ukrainischen Buchinstituts, Oleksandra Koval. Die ukrainische Regierung arbeite zwar an Hilfsprogrammen f�r betroffene Verlage und Druckereien. Vorgesehen sind unter anderem Zusch�sse f�r die Wiederherstellung von Maschinen sowie Entsch�digungen f�r besch�digtes Eigentum. Nach Einsch�tzung des Instituts reichen diese Ma�nahmen jedoch nicht aus, um die Verluste vollst�ndig auszugleichen.

Es geht um die Identit�t

Auch der Beschuss von Kiew am 16. August traf die Buchbranche. Auf dem Pochaina-Buchmarkt brach ein Feuer aus, das mehrere Verkaufsreihen, B�cher und Eigentum von H�ndlern zerst�rte. Der 1997 gegr�ndete Markt war einst einer der gr��ten des Landes und beherbergte Hunderte St�nde mit B�chern von mehr als 120 Verlagen.

Das Buchinstitut bezeichnet die Branche als strategisch wichtig f�r die Ukraine. Verlage bewahrten und verbreiteten die ukrainische Kultur und g�ben dem Land eine eigene Stimme. Angesichts des russischen Angriffskriegs sei die Unterst�tzung der Verlage daher mehr als Wirtschaftshilfe, erkl�rte Institutsmitarbeiterin Olena Odynoka: Es gehe darum, der Ukraine die M�glichkeit zu erhalten, ihre Geschichte und Identit�t selbst zu vermitteln.

Das Institut bat deshalb internationale Verlage, ukrainische Unternehmen finanziell und durch Kooperationen zu unterst�tzen. Zugleich appelliert es an die Branche, die Zusammenarbeit mit russischen Verlagen und Literaturagenturen zu beenden.

Zusammenfassung

  • Russische Angriffe zerst�rten seit Juli rund zehn Millionen B�cher
  • Das Ukrainische Buchinstitut warnt vor dem Kollaps des �kosystems
  • Ein Angriff auf ein Logistikzentrum vernichtete acht Millionen B�cher
  • Der finanzielle Gesamtschaden bel�uft sich auf rund 19 Millionen Euro
  • Staatliche Hilfsprogramme reichen laut dem Buchinstitut nicht aus
  • Internationale Verlage sollen ukrainische Unternehmen unterst�tzen

Siehe auch:

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