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Alle Meldungen - SZ.de · Aug 23, 2026

Nach Schuss auf 14-Jährigen: Demonstration gegen das Vorgehen der Polizei

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Süddeutsche Zeitung · Süddeutsche Zeitung

Nach dem Schuss eines Polizeibeamten auf einen 14-Jährigen am vergangenen Dienstag haben am Samstagabend etwa 100 Menschen in München gegen die ihrer Ansicht nach rassistische Polizeigewalt demonstriert. Die Teilnehmer zogen mit Transparenten ausgestattet durch die Stadt und machten in Sprechchören ihrem Unmut Luft. Die Veranstaltung am Samstagabend sei ohne Vorkommnisse verlaufen, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur DPA.

Bereits am Mittwoch hatten Die Linke München und das Kurdische Zentrum unter Berufung auf die Eltern schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. In der Mitteilung hieß es, der Junge „führte lediglich eine Spielzeugwaffe mit sich, um sich mit Freunden einen Spaß zu erlauben“. Demnach habe der 14-Jährige nach Aufforderung durch Polizeibeamte die von ihm mitgeführte Spielzeugpistole „sofort auf den Boden“ geworfen und mehrmals laut gerufen: „Es ist eine Spielzeugwaffe! Nicht schießen!“. Nach Darstellung der Polizei dagegen habe ein Zivilbeamter in dem Moment auf den Jungen geschossen, als dieser sich zu ihm umgedreht und die Waffe noch in den Händen gehabt habe. Die später als Softair-Pistole identifizierte Anscheinswaffe sei im Übrigen nicht als Spielzeug zu erkennen gewesen.

Derweil wollen die Fraktionen Die Grünen-Rosa Liste und SPD im Stadtrat strengere Regeln für Waffenimitate durchsetzen. Sie fordern, dass die Stadt sich gegenüber Bund, Freistaat und über den Deutschen Städtetag für eine Verschärfung der gesetzlichen Regelungen einsetzt. Spielzeug-, Softair- und vergleichbare Waffen sollen nicht mehr verkauft werden dürfen, wenn sie aufgrund von Größe, Form und Gestaltung nicht unmittelbar von echten Schusswaffen zu unterscheiden sind. Außerdem plant die grüne Landtagsfraktion durch die Landtagsabgeordneten Gülseren Demirel und Florian Siekmann eine Schriftliche Anfrage an die bayerische Staatsregierung zu richten, um für größtmögliche Transparenz zu sorgen.

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