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Bayern - SZ.de · Aug 27, 2026

Traunsteiner Sommerkonzerte: Wo die Musik zum unberechenbaren Erlebnis wird

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Harald Eggebrecht · Süddeutsche Zeitung

„Echt“ lautet das Motto der „Traunsteiner Sommerkonzerte 2026“. Es ist die fünfte Ausgabe unter dem Intendanten Maximilian Hornung, selbst gefeierter Cellist und Professor an der Münchner Hochschule für Musik und Theater. In der Welt von KI und scheinbar grenzenloser Verfügbarkeit und Ausbeutung von Musik, zielt „Echt“ auf das Wesentliche: Dass eine Aufführung ein einmaliges, unwiederholbares Ereignis ist.

Hornung betont: „Im Festival wird es um Werke gehen, die beispielsweise Vorbild für eine ganze Komponisten-Generation waren, die in ihrer Originalität zu Meilensteinen und dadurch zu etwas Echtem und Wahrem wurden.“ Die Konzerte finden im Kulturforum Klosterkirche statt, einem auch wegen seiner langen Geschichte originellen und inspirierenden Ort.

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Die Gruppe Singer pur (Cordula Kraetzl, Sopran, Christian Meister, Marcel Hubner, Manuel Warwitz, Tenor, Jakob Steiner, Bariton, Silas Bredemeier, Bass) ist dem unverwechselbar Echten des A-capella- Gesangs verpflichtet und spannt einen Bogen von alten Meistern wie William Byrd und Guillaume Dufay bis zu Billy Eilish- oder John- Williams-Arrangements. (4. 9.) Echt im klassischen Sinn ist natürlich der Auftritt des preisgekrönten, allseits gefeierten französischen Quatuor Arod, wenn das Ensemble Werke von Joseph Haydn, György Kurtag und am Ende mit Maximilian Hornung am zweiten Cello Franz Schuberts unvergleichliches C-Dur-Quintett spielen wird (3. 9.).

Doch es kann nicht ohne Überraschungen und Irritationen bleiben. So stellen sechs Cellisten (Maximilian Hornung, Benjamin Nyffenegger, Anna Tyka Nyffenegger, Sandro Meszaros, Thomas Grossenbacher, Paul Handschke) die Frage nach „Bearbeitung oder Original?“, wenn sie die zwei berühmtesten Stücke von Antonin Dvořák, das Cellokonzert und die Symphonie „Aus der Neuen Welt“, in einer Sechs-Celli-Version darbieten.

Was so verwegen wirkt, hat aber eine gewichtige Vorgeschichte. Als es noch keine Aufzeichnungen gab, machten sich Musikfans über Bearbeitungen für Hausmusik mit Orchester- oder Chorwerken oder größeren Kammermusikbesetzungen vertraut. An Versionen etwa für Klavier zu vier Händen oder für Klaviertrio verdienten Verlage und Komponisten, die die Fassungen meist autorisierten oder selbst vornahmen (5. 9.).

Noch exotischer geht es zu, wenn der renommierte Klarinettist David Orlowsky zusammen mit Daniel Stelter, Gitarre, und Tommy Baldu, Schlagzeug, zu einem synästhetischen Abend mit dem Titel „Petrichor“ laden. „Klänge und Düfte nehme ich auf eine verwandte Weise wahr – sie haben meist auch eine visuelle Komponente für mich“, verrät Orlowsky. Dementsprechend wirkt das Programm wie eine Anordnung aus Düften und Impressionen aus aller Welt von Lisboa bis Patchouli (2. 9.).

Eine andere Reise unternehmen Cellist Nicolas Altstaedt und Cembalist Francesco Corti in barocke Gefilde von Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi und Marin Marais (6. 9.). Doch am Anfang und am Schluss stehen Werke berauschender Kammermusik: Zur Eröffnung spielen das Quatuor Arod mit Ilja Gringolts, Johannes Strake, Violine, Jano Lisboa, Viola und Maximilian Hornung, Violoncello, die beiden monumentalen Oktette von Felix Mendelssohn und Georges Enescu (1. 9. ). Zum Schluss werden Maria Ioudenitch, Johannes Strake, Violine, Jano Lisboa, Sylvia Zucker, Viola, und Maximilian Hornung, Violoncello, das unbedingt Echte und Wahre in den je einzigen Streichquintetten der Antipoden Anton Bruckner und Johannes Brahms entfalten (7. 9.).

Traunsteiner Sommerkonzerte, 1. bis 7. September, Infos und Karten unter www.sommerkonzertetraunstein.de

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