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Freising - SZ.de · Aug 20, 2026

Ukrainischer Verein in Freising: „Wir wollen den Deutschen etwas zurückgeben“

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Gudrun Regelein · Süddeutsche Zeitung

Der 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit ist am 24. August. Die ukrainische Gemeinschaft in Freising feiert den Jahrestag jedoch bereits zwei Tage zuvor. Für diesen Samstag ist ab 14 Uhr ein öffentlicher Kultur- und Begegnungstag auf dem Marienplatz angekündigt. Unter anderem stehen ukrainische Lieder auf dem Programm. Organisiert wird die Veranstaltung von „Center UA“, dem nach eigenen Angaben ersten ukrainischen Verein im Landkreis Freising. „Die Freisingerinnen und Freisinger sind dazu herzlich eingeladen“, sagt Daria Zakharchenko. Die 39-Jährige lebt mit ihrer Familie seit März 2022 im Landkreis. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der am 28. Oktober 2024 gegründet wurde.

SZ: Frau Zakharchenko, Sie sind die Initiatorin von „Center UA“. Weshalb war Ihnen dieser Verein wichtig?

Daria Zakharchenko: Mich beschäftigte zum einen die Frage, wie wir andere ankommende Ukrainer und Ukrainerinnen unterstützen und zum anderen, was wir den Deutschen zurückgeben können. Schon damals lebten etwa 3000 Ukrainerinnen und Ukrainer im Landkreis. Ich fand es notwendig, ihnen eine Anlaufstelle zu bieten. Wir wollen sie bei der Integration unterstützen. Uns ist es aber auch wichtig, die Völkerverständigung zu fördern.

Wie werden Sie aktiv?

Wir bieten Hilfe an, beispielsweise bei Behördengängen und Arztbesuchen, wir unterstützen beim Ausfüllen der vielen notwendigen Formulare und wir beraten bei der Arbeits- und Wohnungssuche. Daneben veranstalten wir Sprachkurse, Workshops, Bildungsangebote und einen kulturellen Austausch. Außerdem organisieren wir Vorträge und Seminare mit Themen wie Finanzen und Gesundheit. Ganz wichtig ist uns auch unser Stand beim wöchentlichen Samstagsmarkt, bei dem wir den Freisingern ukrainische Backwaren mit süßer oder herzhafter Füllung anbieten. Das ist eine gute Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Gelingt das denn?

Oft schon. Es gibt sogar Freisinger, die fast immer kommen. Daraus entwickeln sich manchmal auch Kontakte. Wie zu einem Arzt, der uns neulich bei der Suche nach einem Krankenhauspraktikum für eine junge Ukrainerin unterstützt hat.

Ihnen ist es wichtig, Brücken zwischen den Menschen zu bauen?

Ja, das ist eines unserer Ziele. Der Verein soll auch als Ort der Begegnung einen Austausch zwischen Ukrainern und Deutschen ermöglichen.

Was passiert bei diesen Begegnungen?

Also, wir überlegen uns immer wieder etwas Neues. Einmal hatten wir ein Speed-Dating, da ging es aber nicht um Liebe, sondern um Freundschaft. Dann laden wir einmal im Monat in einem Raum der Volkshochschule zu einem zwanglosen Treffen zwischen Ukrainern und Deutschen ein. Da kommen auch immer ein paar Besucher, aber was sich dann daraus entwickelt, weiß ich nicht. Und wir haben Abende, bei denen ukrainische Gerichte gekocht und gemeinsam gegessen werden – die sind immer gut besucht.

Und Sie selbst? Sind Sie nach vier Jahren in Freising angekommen?

Das ist eine schwierige Frage. Ich komme aus Kiew, das ist eine Millionenstadt, Freising ist viel kleiner. Das ist eine schöne Stadt mit netten Leuten, aber anders als meine Heimatstadt. Hier gelten andere Regeln, das Leben hier ist anders. Ich habe in Freising zwar Freunde gefunden. Aber zu hundert Prozent bin ich hier noch nicht zu Hause.

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