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Freising - SZ.de · Aug 17, 2026

Nachruf: Vordenker, Mentor und Mahner

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Petra Schnirch · Süddeutsche Zeitung

Wolfgang Haber zählte zu den bedeutendsten Ökologen Deutschlands und setzte Standards sowohl in der Wissenschaft als auch in der praktischen Naturschutzarbeit. Noch im hohen Alter sah man ihn regelmäßig bei Veranstaltungen am Campus in Weihenstephan. Am 13. August ist Wolfgang Haber, emeritierter Professor für Landschaftsökologie an der TU München, im Alter von 100 Jahren gestorben.

Haber kam 1966 an die TU München, davor war er Kustos am Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster. Schon vor über 50 Jahren habe er deutlich gemacht, dass Naturschutz und Landnutzung keine Gegensätze sein müssen, schrieb die TUM anlässlich seines 100. Geburtstags am 13. September 2025. Er sei „Vordenker, Mentor, Mahner und Brückenbauer“.

Gleichzeitig kämpfte er dafür, der Natur mehr Raum zu geben. Haber war maßgeblich an der Gründung der Nationalparks Bayerischer Wald und Berchtesgaden sowie der Einführung der Biotopkartierung beteiligt. Die Datensammlung fand breite fachliche Anerkennung und diente als Vorbild für andere Bundesländer. Dafür erhielt er 1993 als erster Preisträger den Deutschen Umweltpreis.

Auch in der Umweltpolitik engagierte sich Haber, leitete Expertengremien und beriet die Bundesregierung. In Freising war er vor 17 Jahren Mitbegründer des Vereins für Nachhaltigkeit. Vorsitzender Joachim Hamberger nennt ihn „einen der Väter der Landschaftsökologie, die Dinge nachhaltig betrachtet“. Sein Wirken habe Generationen von Studierenden inspiriert. Eine Festschrift des Vereins zu Habers 100. Geburtstag ist im Internet abrufbar unter https://nachhaltigkeit-ev.de.

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