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Erding - SZ.de · Aug 18, 2026

Kulturzentrum: „Pompöses Getöse“ zum Geburtstag

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Thomas Daller · Süddeutsche Zeitung

„Pompöses Getöse“ heißt das Jubiläumsprogramm des Dorfener Kulturzentrums Jakobmayer, das von September bis Januar sein 15-jährige Bestehen feiert. „Wir hauen auf den Putz“, sagt Kulturmanagerin Birgitt Binder. „Das wird eine große Jubiläumssause.“ Bei 17 Veranstaltungen geben sich zahlreiche Stars der Kleinkunstszene die Klinke in die Hand: Gerhard Polt und die Well-Brüder, Michael Mittermeier, Alfred Dorfer, Georg Ringsgwandl, Urban Priol, Eva Karl Faltermaier, Wolfgang Krebs, Dreiviertelblut, Alfred Mittermeier, Hannes Ringlstetter und Claudia Pichler, um nur einige zu nennen. Die Nachfrage ist enorm, Priol und Ringsgwandl haben bereits einen zweiten Auftritt angekündigt, um ihre Fans nicht zu enttäuschen, weil viele Veranstaltungen schnell ausverkauft waren. Es läuft für den Jakobmayer.

Vor 15 Jahren, am 11. November 2011, wurde die Veranstaltungsstätte nach seiner umfassenden Sanierung mit einem echten Paukenschlag eröffnet: Die Biermösl Blosn und Hans Söllner standen zum Auftakt auf der Bühne. In der ersten Saison traten 25 Künstler auf, aktuell sind es rund 50 pro Jahr. Abgesehen von einer kurzen Sommerpause im August gibt es nahezu an jedem Wochenende eine große Vorstellung. Das mehr als 100 Jahre alte Gasthaus am Unteren Markt wurde damit wieder zu einem kulturellen Mittelpunkt Dorfens.

Der Jakobmayer hat sich in den 15 Jahren seines Bestehens zu einer festen Größe der bayerischen Kabarett- und Kleinkunstszene etabliert. Maßgeblichen Anteil hat daran Kulturmanagerin Birgitt Binder, die von Astrid Wandinger unterstützt wird. Binder brachte viel Erfahrung im Veranstaltungsbereich mit. Bereits Anfang der 1980er-Jahre arbeitete sie im MUH, einer Kleinkunstbühne in der Münchner Innenstadt. 1983 eröffnete Binder ihre eigene Kleinkunstbühne und Kulturkneipe in Dorfen, die Soafa. Fünf Jahre lang führte sie das heute nicht mehr existierende Traditionslokal.

Als sie 1989 die Soafa aufgab, arbeitete Binder in den folgenden Jahren als Managerin von Hans Söllner. In dieser Zeit lernte sie Kulturveranstaltungen von der anderen Seite her kennen. Von den intensiven Kontakten mit Veranstaltern und Künstleragenturen profitiert die Jakobmayer-Managerin noch heute.

Nachdem die Stadt Dorfen das Jakobmayer erworben und umfassend renoviert hatte, wurde auch Birgitt Binder in das Projekt eingebunden. Die Kulturmanagerin galt als ausgewiesene Fachfrau für Kabarett und Kleinkunst und arbeitete bereits seit 2008 in den entsprechenden Arbeitsgruppen mit.

Künstler kehren immer wieder gerne nach Dorfen zurück

In den Anfangsjahren erarbeitete sich der Jakobmayer bei den Künstlern rasch den Ruf einer professionell geführten Spielstätte. Dazu trägt auch die besondere Atmosphäre des Saals bei. „Ob unten oder auf der Galerie, man ist immer ganz nahe am Künstler und der Künstler am Publikum“, sagt Binder. Zudem verfüge er über eine hervorragende Tontechnik. „Wir haben auch eine positive familiäre Atmosphäre und eine gewisse Lässigkeit, ganz unkompliziert.“ Künstler kehren daher immer wieder gerne nach Dorfen zurück. Manche bezeichnen den Jakobmayer sogar als ihre Lieblingsbühne.

Es gibt ein festes Gerüst an beliebten Stammgästen, die alle ein, zwei Jahre in Dorfen auftreten, etwa Ringsgwandl und Ringlstetter. Darüber hinaus ist Binder aber immer auf der Suche nach neuen Talenten. So holte sie etwa die Band Pam Pam Ida nach Dorfen, als diese noch weitgehend unbekannt war. Eva Karl Faltermaier hatte im Jakobmayer einen ihrer ersten Auftritte. Gleiches gilt für den österreichischen Kabarettisten Benedikt Mitmannsgruber, der damals in Bayern noch als Geheimtipp gehandelt wurde.

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Binder hat zudem Formate entwickelt, die es auf anderen Bühnen nicht gibt. Zusammen mit dem Dorfener Kabarettisten Alfred Mittermeier rief sie die „Rampensäue“, ins Leben, eine Bühne für Nachwuchskünstler. In Kooperation mit dem klassischen Gitarristen Daniel Marx entstand das Saitenfestival, das mittlerweile zum siebten Mal stattfand. Dort treten regelmäßig Grammy-Preisträger oder Gitarrenlegenden wie Pepe Romero auf.

Binders persönliche Höhepunkte im Veranstaltungsjahr sind die Auftritte von alten Weggefährten wie Gerhard Polt oder Georg Ringsgwandl, mit denen sie eng befreundet ist: „Wir kennen uns nun schon mehr als 40 Jahre. Manchmal habe ich das Gefühl, als wären wir schon zusammen zur Schule gegangen.“

Das Veranstaltungsprogramm für „Pompöses Getöse“ gibt es unter www.jakobmayer.de.

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