Fast jeder wünscht sich Longevity – Gesundheit bis ins hohe Alter. Dafür muss man etwas tun. Manche sind freilich so sehr damit beschäftigt, mit Rohkost-Rezepten und Fitnesstrackern zu experimentieren, dass sie eines übersehen: Auch beim Eigenheim lohnt es sich, nach Longevity zu streben. Nicht allein um der eigenen Gesundheit willen. Es geht auch um das Wohlergehen anderer.
Daher sollte man regelmäßig kontrollieren, ob das Mauerwerk des Hauses Risse aufweist. Und die Fassade von Schmutz und Moosen befreien, damit sich keine Schimmelpilze ansiedeln. Durch den Klimawandel werden Stürme und Unwetter tendenziell heftiger. Daher ist eines bei älteren Häusern besonders wichtig: „Ab und zu sollte man auf dem Dach kontrollieren oder es sicherheitshalber von Fachleuten kontrollieren lassen, ob die Ziegel intakt und stabil und die Photovoltaikmodule gut verankert sind. Und auch, ob die Blitzschutzanlage in Ordnung ist“, sagt Holger Freitag, Vertrauensanwalt des Verbands Privater Bauherren (VPB).
In welchem Turnus das geschieht, darf man mit sich selbst ausmachen. „Es gibt keine gesetzliche Pflicht für Hauseigentümer, wann sie welche Bereiche im Hinblick auf die Möglichkeit von Schäden kontrollieren müssen“, betont Freitag. Allerdings haben Eigner eine Verkehrssicherungspflicht. Diese verpflichtet Eigentümer dazu, ihr Haus und Grundstück in einer Weise zu pflegen, dass Dritte nicht durch vorhersehbare und vermeidbare Gefahren zu Schaden kommen (Bürgerliches Gesetzbuch, Paragrafen 823 und 836).
Rechtskolumne
:Darf man im Garten einen Brunnen bohren?Kostenloses Grundwasser statt hoher Wasserrechnung? Klingt verlockend, gerade in trockenen Zeiten. Was Gartenbesitzer dürfen – und was nicht.
Hohe Bäume auf dem Grundstück stellen immer ein Risiko dar. „In dem Fall ist es erforderlich zu prüfen, ob sie standfest sind. Wenn ich etwa im Sommer merke, dass die Krone weitgehend kahl ist, oder wenn ich den Eindruck habe, dass ein kaputter Ast abzustürzen droht, muss ich etwas tun.“ Besteht Unklarheit, ob ein Baum krank ist, sollte man einen Sachverständigen bestellen. Wer will schon riskieren, dass der morsche Ast ein Kind verletzt, das in der Nähe des Baumes spielt. Oder dass jemand über das herumliegende Totholz stolpert.
Zudem kommt es auf viele Kleinigkeiten an, wie die Stabilität des Holzgeländers im Treppenhaus oder die angemessene Beleuchtung des Zugangsweges zum Hauseingang, damit niemand einen Unfall erleidet. Rutschgefahr besteht, wenn sich Algen auf Bodenplatten festgesetzt haben. „Die Hausnummern müssen gut sichtbar sein und dürfen nicht durch Rankpflanzen überwachsen sein“, stellt Freitag fest. „Für Hauseigentümer kann es richtig teuer werden, wenn etwa ein Mieter oder der Zeitungsbote erwerbsunfähig wird, weil der Zugangsweg zum Haus nicht ausreichend beleuchtet ist.“
Falls Handlungsbedarf besteht, „ist der Sommer gut geeignet, um derartige Reparaturen vorzubereiten“, empfiehlt Freitag. „Sobald der erste Herbststurm kommt, sollten Sie schon safe sein.“
Die Autorin liebt „Totholz-Hocker“ im Wald – sie setzt sich dort gern mal auf einen Baumstumpf.
Bernd Schifferdecker (Illustration)
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