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Starnberg - SZ.de · Aug 20, 2026

Geothermie: Die Vibro-Trucks kommen

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Peter Haacke · Süddeutsche Zeitung

Im Starnberger Stadtgebiet finden derzeit seismische Untersuchungen zur Erkundung des Untergrunds statt. Die Messungen sollen zeigen, wie der Untergrund aufgebaut ist und ob die geologischen Voraussetzungen für eine mögliche Nutzung der Tiefengeothermie gegeben sind, teilt die Starnberger Rathausverwaltung mit. Die gewonnenen Daten sollen eine wichtige Grundlage für eine weitere Bewertung möglicher Geothermie-Projekte bilden. Das Untersuchungsgebiet „Pullach West“ erstreckt sich über eine Fläche von rund 81 Quadratkilometern zwischen Isar und Starnberger See. Die Spezialfahrzeuge kommen auch nach Gilching, Gauting und Krailling.

Wie soll geheizt werden, wenn es mit den fossilen Brennstoffen eines Tages zu Ende gehen sollte? Regenerative Energiegewinnung ist ein Thema, das derzeit viele Kommunen beschäftigt. Und der Beweis, dass heißes Wasser tief aus der Erde über lokale Fernwärmenetze ganze Städte energetisch versorgen kann, ist etwa in Oberhaching ebenso wie in Unterschleißheim, Ismaning oder Unterhaching längst erbracht. Doch wie sind die Bedingungen im Südwesten der Landeshauptstadt München?

Das will nun die Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP) gemeinsam mit den Stadtwerken Fürstenfeldbruck sowie dem Zweckverband Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Neufahrn/Eching im Rahmen der Seismik-Kampagne „M-Plus“ herausfinden. Die Messungen sollen Erkenntnisse über das Geothermie-Potenzial in der Region liefern. Die Untersuchungen finden vier Wochen lang bis voraussichtlich 20. September im gesamten Starnberger Stadtgebiet auch innerhalb der geschlossenen Ortsteile statt.

Für die Messungen werden zunächst sogenannte Geophone, also empfindliche Erdmikrofone, an festgelegten Messlinien ausgelegt. Anschließend kommen spezielle Messfahrzeuge, sogenannte Vibro-Trucks, zum Einsatz. Diese fahren langsam auf ausgewählten Straßen sowie Feld- und Waldwegen und erzeugen an festgelegten Messpunkten kontrollierte Schwingungen. Die dabei entstehenden Schallwellen breiten sich in den Untergrund aus und werden an geologischen Schichten unterschiedlich reflektiert. Die Geophone zeichnen die Signale auf. Aus der Auswertung entsteht ein hochauflösendes dreidimensionales Modell des Untergrunds, vergleichbar mit einem Ultraschallbild der Erde.

Mittels Rüttelplatte wird der Boden in Schwingungen versetzt. Die Signale werden als Echo von Geophonen aufgenommen und ermöglichen in der Gesamtschau die Erstellung eines dreidimensionalen Modells des tiefen Untergrunds.

Mittels Rüttelplatte wird der Boden in Schwingungen versetzt. Die Signale werden als Echo von Geophonen aufgenommen und ermöglichen in der Gesamtschau die Erstellung eines dreidimensionalen Modells des tiefen Untergrunds.

Hartmut Pöstges

Die Messungen an den einzelnen Messpunkten erfolgen jeweils nur für kurze Zeit. Dadurch sollen die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss möglichst gering gehalten werden. Dennoch kann es während der Messungen kurzzeitig zu Verkehrsbehinderungen und wahrnehmbaren Vibrationen kommen. Die Schwingungen werden technisch kontrolliert: Begleitend zu den Arbeiten finden Erschütterungsmessungen an den nächstgelegenen Gebäuden statt. Zudem wird eine ökologische Baubegleitung eingesetzt, um sicherzustellen, dass geltende Richtwerte eingehalten und Tiere, Pflanzen und Lebensräume geschützt werden. Nach Angaben der Projektverantwortlichen fand bereits 2018 eine seismische Erkundung statt. Dabei soll es zu keinerlei Schäden an Gebäuden oder unterirdischen Leitungen gekommen sein.

Die seismische Untersuchung im Stadtgebiet Starnberg soll nach derzeitiger Planung bis 20. September, im gesamten Projektgebiet voraussichtlich bis Anfang November abgeschlossen sein, teilt die IEP mit. Die Stadt Starnberg bittet Verkehrsteilnehmer und Anwohner um Verständnis für vorübergehende Einschränkungen. Weitere Informationen zur Seismik-Kampagne „Pullach West“ und zum Stand der Arbeiten finden sich auf der Projektwebsite der IEP unter iep-pullach.de/seismik-pullach-west.

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