Von einem gewissen Alter an, von einem gewissen Einkommen an neigt gerade der Mann gerne zum Üppigen. Schafft sich Fortbewegungsmittel, Uhren und Begleitungen an, welche seiner Lebensleistung entsprechen. Besucht exklusive Lokale und Geschäfte, die nur er sich leisten kann. Bringt Weingüter, Bauernhöfe und Adelsschlösser dank fleißiger Helfer ordentlich auf Vordermann.
Meta-Chef und Trump-Freund Mark Zuckerberg hat sich gerade ein Schloss in Irland gekauft. Es scheint recht groß zu sein, denn laut dem Buch „The Houses of Ireland“, aus dem die Irish Times zitiert, benötigt man vom Esszimmer in die Küche „viereinhalb Minuten“, und selbst dafür müsse man im fast 200 Jahre alten Strancally-Anwesen noch „zügig“ unterwegs sein. Nun legt in Herrenhäusern den Weg vom Esszimmer in die Küche ja meist das Personal zurück, nicht der Eigentümer. Für die gelungene Immobilienwahl muss das also nicht zwingend eine Rolle spielen.
Mit einem Kaufpreis von etwa 20 bis 30 Millionen Euro dürfte der Wert des Schlosses nur zehn Prozent des Wertes der Zuckerberg’schen Luxus-Yacht betragen, weiß der Guardian. Ein neugotisches Schnäppchen aus Sand- und Kalkstein. Eine architektonische Perle in der Grafschaft Waterford, in deren Regionalflughafen sich gerade ein texanischer Ölmilliardär eingekauft hat. Zudem habe, berichtet Waterford Live, in Zuckerbergs direkter Nachbarschaft vor zwei Jahren schon ein britischer Staubsauger-Magnat ein Schloss erworben. Für eine Region, in der sonst fast nur Schafe leben, kann das wirtschaftlich von Vorteil sein.
Natürlich: Nicht immer machen Häuser ihre Bewohner auch glücklich. So ist der Schlosskauf eines Hollywoodschauspielers (Cage) in Nordbayern bekannt, welcher für ihn finanziell weniger gut ausging. Auch der Immobilienerwerb einer deutschen Showgröße (Gottschalk) am Rhein erwies sich als eher problematisch. Langfristig erfolgreicher soll der Kauf eines bretonischen Herrenhauses durch einen Berliner Kabarettisten (Hallervorden) gewesen sein. Und letztlich ist es ja auch ganz egal, wer wie wo wohnt. Denn ein beliebtes deutsches Sprichwort lautet: „Unter jedem Dach ein Ach.“ Und vor allem zwischen Küche und Esszimmer soll ja schon so viel passiert sein.

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