Vor achtzig Jahren kamen die ersten von Millionen Care-Paketen aus Amerika nach Deutschland. Sie enthielten Überlebensmittel und Menschlichkeit. Sie retteten im extrem kalten Hungerwinter von 1946/47 Hunderttausenden Menschen das Leben. Die Pakete kamen aus einem Land, das noch kurz vorher Kriegsgegner gewesen war. Zweiundzwanzig US-Hilfsorganisationen hatten sich zusammengeschlossen, um unzählige solcher Pakete und Holzkisten zu packen, sie zum Versand und dann in den Westzonen und in Westberlin zur Verteilung zu bringen. In der Ostzone hatten die sowjetische Militäradministration und die SED jegliche solcher Hilfen wegen deren angeblicher imperialistischer Propaganda abgelehnt. Die Kisten enthielten Milchpulver, Fleischkonserven, Erdnussbutter, Haferflocken, Schweineschmalz, Kaffee, Kakao, Zucker, Rosinen und Trockenobst, manchmal auch Seife, Kinderschuhe und Kaugummi. Fast zehn Millionen solcher Sendungen wurden von 1946 an verteilt. Jede Sendung enthielt an die vierzigtausend Kalorien; das reichte drei bis vier Wochen für eine ganze Familie. Heute, achtzig Jahre später, ist Care eine der größten Hilfsorganisationen der Welt und leistet Nothilfe bei Krisen und Naturkatastrophen.
Meinung - SZ.de · Aug 27, 2026
Gesellschaft: Ein Care-Paket zur Rettung der Demokratie
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