Tennisprofi trainiert beim LTC Tom Gentzsch bereitet sich in Lintorf auf die US Open vor
17.08.2026 · 15:14 Uhr
Der Ratinger Tennisprofi Tom Gentzsch nutzt die Anlage des Lintorfer TC, um sich auf den Hartplatz bei den US Open vorzubereiten, und schreibt dann Autogramme für den Nachwuchs.
Foto: Arne Dammann/LTCLintorf · Der Ratinger Tennisprofi Tom Gentzsch trainiert beim Lintrofer TC auf Hartplatz, bevor er am Mittwoch zu den US Open fliegt. Bei den Einheiten nimmt sich der 22-Jährige viel Zeit für seinen Ex-Klub. Es gibt Anekdoten für und von ihm.
Wenn aktuell der gelbe Filzball mit hoher Präzision und gewaltigem Tempo über den Hartplatz des Lintorfer Tennisclubs (LTC) zischt, schaut der Vereinsnachwuchs besonders aufmerksam zu. Der Grund für die spürbare Begeisterung auf der Anlage An den Banden: Tennisprofi Tom Gentzsch absolviert seine heiße Vorbereitungsphase vor dem Abflug zu den US Open genau dort, wo seine sportliche Reise einst begann.
Für den 22-jährigen Ratinger ist der LTC Heimat. Hier verbrachte er seine ersten Jahre im Tennissport und erlernte in der klubeigenen Tennisschule A&R unter der Leitung von René Kaiser das Handwerk für seine heutige Profikarriere. Bis heute wohnt Gentzsch nur fünf Minuten von der Klubanlage entfernt und kehrt immer wieder gerne an seine alte Wirkungsstätte zurück. Und sowohl sein Bruder Finn als auch sein Vater Martin schlagen weiterhin aktiv in den 1. Mannschaften ihrer jeweiligen Altersklassen für den LTC auf. „Ich komme super gerne her“, erzählt Gentzsch am Rande seines Trainings. „Mein Bruder spielt hier in der ersten Mannschaft und ein paar Kumpels von mir auch. Wenn ich von Turnieren zu Hause bin, treffen wir uns abends, oder ich schaue mir am Wochenende die Endspiele an.“
Papa Martin zeigte dem heutigen Vize die Grenzen auf
Vor der ersten Trainingseinheit erzählte LTC-Vize-Vorsitzender Arne Dammann Tom Gentzsch diese Anekdote: „Ich war damals zwölf Jahre alt und ein talentierter Nachwuchsspieler. Bei den Ratinger Stadtmeisterschaften hat mir dein Papa Martin mit einem deutlichen 3:6, 2:6 dann aber ganz schnell aufgezeigt, dass aus mir wohl kein Wimbledon-Sieger mehr wird. Meine Grand-Slam-Träume waren an diesem Tag erledigt – umso schöner ist es, dass du sie jetzt stellvertretend für uns alle auf den größten Tennisbühnen der Welt weiterträgst.“
Das belegen die Zahlen der vergangenen Monate. Stand Gentzsch im Frühjahr noch auf Rang 250 der ATP-Weltrangliste, katapultierte er sich seitdem in ungeahnte Höhen. Auf Kostenpflichtiger Inhalt starke Auftritte in den Qualifikationsrunden von Roland Garros in Paris – wo er das Hauptfeld nur denkbar knapp verpasste – Kostenpflichtiger Inhalt und Wimbledon folgte sein bisher größter Karriereerfolg: der Gewinn seines ersten ATP-Challenger-Titels in Hagen. Belohnt wurde dieser mit einem neuen Karriere-High von Weltranglistenposition 145.
„Es war viel, hat aber viel Spaß gemacht“
Im ausführlichen Gespräch mit dem LTC-Instagram-Beauftragten Simon Müsse blickte der 22-Jährige auf die intensiven Wochen zurück: „Das waren ein paar Monate mit vielen neuen Erfahrungen und Dingen, die man kennengelernt hat. Es gibt etwas mehr Aufmerksamkeit, was manchmal ein bisschen mehr Druck gibt, aber auch wunderschön ist, um damit umzugehen. Auch wenn es viel war in letzter Zeit, hat es trotzdem extrem viel Spaß gemacht.“
Auf die Frage nach den Gründen für diesen Leistungssprung antwortete Gentzsch: „Wir haben einfach weiter hart gearbeitet und an ein paar Stellschrauben gedreht. Irgendwann fügt sich das zusammen. Der wichtigste Punkt ist für mich aber außerhalb des Platzes: Ich bin glücklich, und auf dem Platz habe ich extrem viel Spaß. Dieser Glücklichkeits- und Spaßfaktor innerlich ist häufig der entscheidende Ausschlag für gute Leistungen – und das passt gerade perfekt.“
Freiluft-Hartplätze sind in der Region rar
Dass seine direkte Vorbereitung auf die US Open ausgerechnet auf der Lintorfer Anlage stattfindet, hat einen sehr pragmatischen Grund: Freiluft-Hartplätze sind in der Region Mangelware. „Meistens spielt man Hartplatz nur in der Halle. Für mich ist es absolut perfekt, dass ich hier einen Platz habe, der fünf Minuten von daheim liegt und den ich quasi immer nutzen kann. Der Platz ist super“, schwärmt der Profi, der sich zwar auf Sand nach wie vor am wohlsten fühlt, aber auch auf Hardcourt längst seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat.
Bereits am Mittwoch geht es für Gentzsch in Richtung USA, wo vor dem Turnierstart noch intensive Trainingseinheiten anstehen, um sich an die Witterung und die Bedingungen im USTA Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows zu gewöhnen. Der Ratinger schätzt ein: „Jeder dort kann verdammt gut Tennis spielen, das ist eine schwere Aufgabe. Natürlich hoffe ich, mich fürs Hauptfeld zu qualifizieren. Ich werde mein Bestes geben und schauen, was rauskommt.“
Gentzsch möchte seinen Platz in der Weltrangliste festigen
Für den Rest der Saison hat Gentzsch ebenfalls klare Vorstellungen. Obwohl er aus dem Vorjahr noch einige Weltranglistenpunkte zu verteidigen hat, möchte er seinen Platz in den Top 150 festigen, um im kommenden Jahr aus einer hervorragenden Ausgangsposition anzugreifen. Und wie sieht es mit der nächsten Saison aus? Auf Müsses augenzwinkernde Frage, ob nach Platz 250 im Frühjahr und Platz 145 im Spätsommer beim nächsten Wiedersehen die Top 50 anstehen, antwortete der Profi schmunzelnd: „Das wäre der Optimalfall – ich strenge mich auf jeden Fall an.“
Auch für die Vorbereitung auf die Australian Open im kommenden Januar fand Gentzsch einen humorvollen Zugang. Auf die Frage, ob er im Winter erneut auf den Lintorfer Hartplatz zurückkehren werde, sagte er lachend: „Im Schnee hier wird das ein bisschen schwierig. Es sei denn, ihr stellt ein paar Heizstrahler auf den Platz.“
Aushängeschild und nahbares Vorbild
Dass Gentzsch trotz des straffen Trainingsplans und der unmittelbar bevorstehenden Abreise nach New York absolut geerdet geblieben ist, bewies er direkt im Anschluss an den letzten Ballwechsel. Er nahm sich ausgiebig Zeit für das Gespräch mit dem Verein und stand im Anschluss noch geduldig für unzählige Fotowünsche und Autogramme zur Verfügung. Besonders groß war die Begeisterung bei Lennert und Theo. Die beiden Nachwuchstalente des LTC hatten die gesamte Trainingseinheit des Profis aufmerksam verfolgt. Für die zwei Nachwuchsspieler ging ein kleiner Traum in Erfüllung, als sich Gentzsch Zeit für sie nahm und ihnen auch wertvolle Tipps und Tricks für ihr eigenes Tennisspiel mit auf den Weg gab. Strahlende Gesichter und zwei überglückliche Nachwuchsspieler waren der beste Beweis dafür, dass der Ratinger nicht nur ein Aushängeschild auf den Grand-Slam-Bühnen der Welt ist, sondern auch ein nahbares Vorbild zum Anfassen.
Die gesamte Community des LTC drückt „ihrem Jung“ für Flushing Meadows fest die Daumen und freut sich schon jetzt auf den nächsten Besuch An den Banden.
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