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Fußball | RP ONLINE · Aug 22, 2026

Favorit gewinnt glücklich: Augsburger Pokal-Dusel gegen leidenschaftliches Cottbus

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Jonas Neff · RP ONLINE

DFB-Pokal am Samstagnachmittag Füllkrug mit traumhafter Werder-Rückkehr – zwei Spiele enden im Elfmeterschießen

22.08.2026 · 18:30 Uhr

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Die Top-Torjäger im DFB-Pokal

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Foto: Robert Michael/dpa/Robert Michael

Düsseldorf · Mit Energie Cottbus, Viktoria Köln und dem 1. FC Saarbrücken waren einige Teams nah dran an einer Überraschung. Am Ende setzten sich aber alle Favoriten durch.

Lüneburger SK Hansa - Werder Bremen 0:3 (0:1)

Niclas Füllkrug hat bei seinem Comeback für Werder Bremen einen Einstand nach Maß gefeiert. Der Rückkehrer stand vier Tage nach seinem Wechsel im DFB-Pokal direkt in der Startelf und traf beim hochverdienten 3:0 (1:0)-Erstrundensieg der Grün-Weißen beim niedersächsischen Oberligisten Lüneburger SK Hansa per Foulelfmeter zum zwischenzeitlichen 2:0 (53.).

Jens Stage (11.) hatte dominante Bremer von Trainer Daniel Thioune zuvor in Führung gebracht, Ludovit Reis sorgte für den Endstand (76.). Die Lüneburger, bei denen vier Hamburger-SV-Fans in der Startelf standen, hielten im Millerntor-Stadion des FC St. Pauli über weite Strecken tapfer dagegen, waren letztlich aber chancenlos.

Werder hatte Füllkrug, der an der Weser einst zum Nationalspieler und Bundesliga-Torschützenkönig avanciert war, am Dienstag für ein Jahr vom englischen Premier-League-Absteiger West Ham United ausgeliehen. Neben dem 33-Jährigen standen mit Torhüter Alexander Schlager und Reis zwei weitere Sommer-Neuzugänge in der Startformation.

Der ehemalige HSV-Kapitän Reis hatte gleich die erste gute Gelegenheit (1.), Stage traf per Kopf, ehe Füllkrug den Ball mit seiner ersten guten Gelegenheit knapp über das Tor köpfte (13.). Nach der Pause, die sich wegen eines Lochs im Tornetz etwas in die Länge zog, holte Stage mit einem Solo den Elfmeter raus, den Füllkrug eiskalt verwandelte. Kurz danach wurde er ausgewechselt. Reis machte endgültig alles klar.

Bremen startet am nächsten Sonntag (30. August) beim SC Freiburg in die neue Bundesliga-Saison.

1. FC Saarbrücken - Hertha BSC 1:1 (1:1, 0:0) n.V., 2:4 i.E.

Zweitligist Hertha BSC hat den alljährlichen Traum vom DFB-Pokalfinale im heimischen Olympiastadion am Leben gehalten. Beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken gewann die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl am Samstag mit 4:2 (1:1, 1:1) im Elfmeterschießen und zog in die zweite Runde ein. Für Saarbrücken zerbrachen dagegen die Hoffnungen auf eine neuerliche Pokal-Sensation wie zuletzt in der Saison 2023/24, als der Klub erst im Halbfinale ausschied.

Paul Seguin (69.) hatte die Berliner in der regulären Spielzeit mit einem Traumtor in Führung gebracht. Philip Fahrner (90.+2) glich spät aus. Hertha-Keeper Marius Gersbeck parierte im Elfmeterschießen zwei Versuche.

Hertha bestimmte die Anfangsphase und sorgte vor allem über die rechte Seite für Betrieb. Saarbrücken stand tief, setzte auf schnelle Gegenstöße und kam durch Kapitän Florian Pick (12.) zu einem geblockten Abschluss. Die besten Gelegenheiten hatte Herthas Deyovaisio Zeefuik: Erst parierte Kevin Broll stark aus kurzer Distanz (4.), dann scheiterte der Außenverteidiger an der Latte (16.).

Die Berliner blieben die gefährlichere Mannschaft. Angreifer Sebastian Grönning scheiterte im Fallen (25.). Hertha kontrollierte auch in der Folge, strahlte bis zur Halbzeit aber weniger Gefahr aus. Auf der Gegenseite ließ Abdenego Nankishi (42.) Saarbrückens Führung liegen.

Hertha legte nach dem Seitenwechsel weiter nach. Das große Manko blieb die Chancenverwertung. Kevin Sessa (51., 55.) kam zu zwei guten Möglichkeiten. Wenig später brach Seguin den Bann mit einem sehenswerten Distanzschuss. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit rettete Fahrner Saarbrücken in die Verlängerung. In dieser fehlten mit Ausnahme eines Kopfballs von Herthas Pascal Klemens (92.) lange die großen Chancen. Luca Schuler (112.) zielte aus kurzer Distanz zu zentral.

Viktoria Köln - 1. FC Nürnberg 1:1 (1:1, 0:0) n.V., 4:5 i.E.

Trainer Miroslav Klose und der 1. FC Nürnberg haben nach einem gelungenen Saisonstart auch die erste Runde im DFB-Pokal überstanden - allerdings nur mit Mühe und im Nachsitzen. Der Club setzte sich gegen den starken Drittligisten Viktoria Köln erst durch ein 5:4 im Elfmeterschießen durch. Nach 120 und 90 Minuten hatte es 1:1 (0:0) gestanden.

Der Tabellenführer der 2. Liga war nach einer erschreckend schwachen ersten Halbzeit, in der die Gastgeber zahlreiche Chancen zur überfälligen Führung ungenutzt ließen, durch Piet Scobel in Führung gegangen (56.). Die Viktoria blieb freilich gefährlich und glich mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit durch Meiko Sponsel aus (90.+6). Der starke Nürnberger Torhüter Jan Reichert hielt danach im Elfmeterschießen den Schuss von Niklas Jahn, zuvor hatte Can Moustfa für den Club verwandelt.

Mit drei Pflichtspielsiegen war der Premierensieger des DFB-Pokals (1935) zuletzt in der Spielzeit 2017/2018 gestartet - und danach auch in die Bundesliga aufgestiegen. Im Vorjahr waren die Nürnberger in der ersten Runde gescheitert - nach Elfmeterschießen beim Viertligisten FV Illertissen.

Energie Cottbus - FC Augsburg 0:2 (0:0)

Der FC Augsburg hat mit Mühe das frühe Aus im DFB-Pokal verhindert. Beim mutigen Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus kämpfte sich der Fußball-Bundesligist am Samstag zu einem 2:0 (0:0) und nahm mit etwas Glück die Erstrundenhürde. Die vor allem kämpferisch überzeugenden Cottbuser verpassten den Lohn für ihre bisher beste Saisonleistung. Anton Kade (50.) und Kristijan Jakic (90.+6) trafen beim Augsburger Sieg.

Die in der Liga defensiv anfälligen Cottbuser ließen gegen den Bundesligisten zunächst nichts anbrennen. Augsburg war um Spielkontrolle bemüht, fand gegen die robuste Energie-Verteidigung aber kein Durchkommen und war selbst immer wieder in der Abwehr gefordert. Cottbus war die bessere Mannschaft, schlug aus dem mutigen Start allerdings kein Kapital.

Dominik Pelivan (31.) scheiterte aus der Distanz. Gegen den durchgestarteten Moritz Hannemann (36.) störte Keven Schlotterbeck in höchster Not entscheidend. Dem FCA unterliefen im eigenen Ballbesitz zu viele Ungenauigkeiten, Marius Wolf (33.) verpasste mit einem Heber aus spitzem Winkel bei einer der seltenen Möglichkeiten die Führung.

Kurz nach dem Wiederanpfiff brachte Kade die Augsburger mit einem präzisen Abschluss in Führung. Cottbus zeigte sich aber nicht geschockt und drängte auf den Ausgleich. Christian Kinsombi (53., 54.) hatte den schnellen Gegenschlag gleich zwei Mal auf dem Fuß. Augsburg gelang es in der Folge besser, Ordnung in das Spiel zu bekommen. Fabian Rieder (68.) verpasste die Vorentscheidung aus der Distanz. Cottbus blieb gefährlich.

SV Hemelingen - Hannover 96 1:9 (0:6)

Nach zwei Pleiten zum Saisonstart in der 2. Fußball-Bundesliga hat Hannover 96 im DFB-Pokal einen Kantersieg gefeiert. Beim Bremer Fünftligisten SV Hemelingen setzten sich die Niedersachsen in der ersten Runde völlig problemlos mit 9:1 (6:0) durch.

Vor 13.000 Zuschauern im Weserstadion sorgten Stefan Thordarson (5./19.), Lars Gindorf (11./39.), Marcel Hartel (16.) und Benedikt Pichler (21.) schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Gindorf legte nach der Pause mit seinem dritten Tor nach (53.), ehe Ledjon Fikaj das erste DFB-Pokaltor der Gastgeber erzielte (56.). Bei ihrer ersten Teilnahme im vergangenen Jahr hatten die Bremer 0:9 gegen den VfL Wolfsburg verloren.

Pichler (88.) und Taycan Etcibasi (90.+1) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Die 96er, die erst am letzten Spieltag den Aufstieg in die Bundesliga verspielt hatten, sind mit Niederlagen gegen Energie Cottbus (1:3) und Wolfsburg (0:1) in die Liga gestartet.

Erzgebirge Aue - TSG Hoffenheim 0:4 (0:3)

Europa-League-Teilnehmer TSG Hoffenheim hat die erste Hürde im DFB-Pokal problemlos übersprungen. Beim überzeugenden 4:0 (3:0) beim sächsischen Viertligisten Erzgebirge Aue gefielen in der Mannschaft von Trainer Christian Ilzer vor allem Doppeltorschütze Patrick Wimmer und das neu verpflichtete Supertalent Nathan De Cat. Der Sieg hätte noch höher ausfallen können

Wimmer erzielte nach Vorarbeit der beiden Neuzugänge Leon Avdullahu und De Cat zunächst die frühe Führung für die TSG (6.). Nur wenig später legte der Angreifer den zweiten Treffer durch Wouter Burger auf (17.), Burger hatte den vorausgehenden Konter noch selbst eingeleitet. Sekunden vor der Pause (45.+1) profitierte Wimmer dann von einer verunglückten Abwehraktion von Paul Wagner. Den vierten Treffer erzielte der eingewechselte Max Moerstedt (63.).

Der erst 17 Jahre alte und von zahlreichen Klubs umworbene De Cat, den die Hoffenheimer für 17 Millionen Euro vom belgischen Rekordmeister verpflichtet hatte, gab ein gelungenes Pflichtspieldebüt. In der ersten Halbzeit besaß der Mittelfeldspieler unter anderem die große Chance auf seinen ersten Treffer im Trikot der TSG (19.).

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