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Bayer 04 | RP ONLINE · Aug 16, 2026

Kantersieg im letzten Test: Bayer-Frauen sind bereit für den Ligastart

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Tobias Krell · RP ONLINE

Kantersieg im letzten Test Bayer-Frauen sind bereit für den Ligastart

16.08.2026 · 13:00 Uhr

 Hinter Paulina Platner (r.) und ihren Leverkusenerinnen liegt eine gelungene Sommervorbereitung.

Hinter Paulina Platner (r.) und ihren Leverkusenerinnen liegt eine gelungene Sommervorbereitung.

Foto: Bayer 04

Leverkusen · Roberto Pätzold, Trainer der Frauen von Bayer Leverkusen, hat vor dem Saisonstart die Qual der Wahl: Sein Team überzeugt mit Spielfreude und taktischer Variabilität. Zugleich herrscht im Kader große Konkurrenz – das Ziel ist Platz drei.

Acht Tage vor dem Ligastart in Leipzig haben Bayers Fußballerinnen bei der Generalprobe überzeugt. Nach dem 7:0 über 120 Minuten beim belgischen Erstligisten Standard Lüttich war Trainer Roberto Pätzold äußerst zufrieden mit seinem Team. „Wenn man 7:0 gewinnt und dem Gegner keine richtige Torchance gestattet, dann gibt es wenig zu kritisieren. Wir haben das sehr reif und professionell heruntergespielt, sind unserem Stil treu geblieben und haben auch in ruppigen Situationen die Nerven bewahrt“, analysierte er.

Dass der Bayer-Coach ausgerechnet die Chancenverwertung als einziges Manko ausmachte, war nach dem dritten Kantersieg der Vorbereitung Jammern auf hohem Niveau. „Wir hätten den ein oder anderen Treffer mehr erzielen können“, sagte er. Dabei dachte er wohl an Szenen wie den Pfostentreffer von Vanessa Fudalla (11.) oder den starken Reflex, mit dem die Lütticher Torfrau den Versuch von Lobke Loonen abwehrte (75.).

Genauer zielten Loreen Bender (8.) und die drei Doppelpackerinnen Cornelia Kramer (12./50.), Lilla Turanyi (70./96.) und Valentina Mädl (97./100.). Ausgezahlt hat sich offenbar die intensive Arbeit an verschiedenen Eckball- und Freistoßvarianten. „Wir haben uns unheimlich viele Standards erarbeitet und diese dann auch verwertet“, sagte Pätzold nach vier Treffern aus ruhenden Bällen.

Bayer trifft auch nach ruhenden Bällen

Spielfreude und Einsatz stimmten auch im abschließenden Test. Allerdings macht dies dem Trainer die personellen Entscheidungen nur umso härter. „Alle haben Vollgas gegeben, niemand hat zurückgesteckt. Dadurch werden wir es im Trainerteam schon sehr schwer haben, die 20 Spielerinnen für den Kader auszuwählen und daraus eine erste Elf zu bilden“, sagte er. Das dürften Enttäuschungen der nicht berücksichtigten Schützlinge programmiert sein.

Diesen Preis zahlt der Leverkusener Coach freilich gerne für mehr Tiefe und Klasse im Kader. „Genau da wollen wir hin. So können wir die Qualität auch während des Spiels mit potenziellen Wechseln in der entscheidenden Phase hochhalten. Wir haben jetzt die Qual der Wahl. Wenn wir den aktuellen Lauf mit in die Saison nehmen, werden wir sehr viel Spaß an diesem Team haben.“

In die Karten schauen ließ sich Pätzold auch im letzten Test nicht. Wie in den Partien zuvor wechselte er munter durch. Einzig die Position zwischen den Pfosten ist klar: Dort hat die erneut ausgeliehene Rafaela Borggräfe die Nase vorn.

Einige andere Punkte fielen in den Aufstellungen auf. Pätzold scheint ein 4-4-2 mit Viererkette, Doppelsechs, zwei Flügelspielerinnen und zwei Stürmerinnen zu bevorzugen. Nationalspielerin Carlotta Wamser spielte ausschließlich im defensiven Mittelfeld und kam nicht wie bisher als Außenverteidigerin zum Einsatz. Auch Amy Grant erhielt mehr Spielzeit als Teil der Doppelsechs als auf dem Flügel. Vanessa Fudalla, Bayers Top-Torschützin und „Spielerin der Saison“, wurde dagegen zumeist nicht im Sturmzentrum, sondern auf den Außenbahnen eingesetzt.

Neue Rollen, offene Fragen

Auf einigen Positionen ist die Entscheidung noch offen. Spannend wird daher, welche Kandidatinnen am Sonntag ab 16 Uhr in Leipzig und eine Woche später im ersten Heimspiel gegen Vizemeister VfL Wolfsburg in der Startelf stehen. In jedem Fall wird die Frühform der Leverkusenerinnen zum Saisonstart gleich auf den Prüfstand gestellt. Zeit zur Eingewöhnung bleibt dem Team nach dem Umbruch im Sommer also nicht mehr viel. Denn einig sind sich neue wie bewährte Spielerinnen, was die Saisonziele anbelangt. Deutlich klarer als noch vor einem Jahr peilen die Leverkusenerinnen den dritten Platz und damit die Qualifikation für das internationale Geschäft an.

Bayer 04 Borggräfe (60. Voll) – Müller (Merino Gonzalez, 91. Grant), Wenger (60. Turanyi), Ostermeier (76. Friedrich), Simon (76. Brandau), Zdebel (60. Platner), Wamser (76. Misini), Fudalla (60. Grant, 76. Kowalski), Bender (60. Tomasiak), Kramer (60. Mädl), Sternad (60. Loonen).

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