Generalprobe in England Für Bayers Startelf sind noch Plätze offen
14.08.2026 · 15:56 Uhr
Bayers jüngster Sommerzugang Facundo Medina hat in Nottingham seine ersten Einheiten mit der Werkself absolviert.
Foto: Bayer 04Leverkusen · Beim letzten Test gegen Newcastle United geht es für Trainer Carles Martinez um mehr als den Feinschliff. In Mittelfeld und Angriff kämpfen mehrere Profis um ihren Platz – und einige auch um ihre Zukunft bei Bayer Leverkusen.
Am Freitag trainierte die Werkself noch einmal in Nottingham. Anschließend ging es für Trainer Carles Martinez und sein Team rund 270 Kilometer weiter nördlich in Richtung St. James’ Park. Bei Newcastle United bestreitet Bayer 04 an diesem Samstag (16 Uhr) sein letztes Testspiel vor dem Start der Pflichtspiele. Beim Tabellenzwölften der vergangenen Premier-League-Saison und letztjährigen Champions-League-Kontrahenten dürfen sich die Leverkusener Profis noch einmal ihrem neuen spanischen Trainer präsentieren. Obwohl es eine Woche später im Pokal ernst wird, sind längst nicht alle Fragen rund um die Mannschaft beantwortet.
Erstmals in dieser Vorbereitung zum Einsatz kommen könnten neben Sommerzugang Facundo Medina auch die beiden WM-Rückkehrer Exequiel Palacios und Jarell Quansah. Letzterer zeigte sich trotz der kurzen Pause froh, wieder bei seinen Klubkollegen zu sein. „Ich bin erholt, auch wenn meine Pause nicht lang war. Ich fühle mich frisch und bin gut in Form“, sagte der englische Nationalverteidiger. Bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko hatte er mit England den dritten Platz erreicht, Palacios wurde mit Argentinien Vizeweltmeister.
Martinez sucht seine erste Elf
In Newcastle, dem Klub des deutschen Nationalstürmers Nick Woltemade und des deutschen Trainers Matthias Jaissle, dürfte sich der Kampf um die letzten Startplätze noch einmal verschärfen. In den ersten sechs Testspielen hat Martinez viele verschiedene Kombinationen ausprobiert und bis auf wenige Ausnahmen allen Profis ausreichend Spielzeit gegeben, um sich für einen Platz in der Mannschaft zu empfehlen. Das könnte sich nun bei der Generalprobe ändern. Der neue Coach dürfte erstmals eine Elf auf den Rasen schicken, die seiner voraussichtlichen Pokal-Startformation nahekommt – jener Mannschaft also, die in der kommenden Woche beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden auflaufen soll.
Im Tor ist Mark Flekken gesetzt. Neben Abwehrchef Edmond Tapsoba dürften auch Quansah sowie die beiden Zugänge Medina und Miguel Gutiérrez gute Chancen auf einen Platz in der neuen Viererkette haben. Da Top-Talent Kennet Eichhorn wegen einer Stoffwechselerkrankung vorerst nicht zur Verfügung steht, bleibt der Kampf um die Positionen vor allem im Mittelfeld und Angriff spannend. Aleix Garcia und Ibrahim Maza, zwei der wenigen Lichtblicke der vergangenen Saison, dürften sich ihre Plätze gesichert haben. Der im Sommer aus Lyon gekommene Afonso Moreira hat in der Vorbereitung ebenfalls überzeugt und besitzt gute Chancen auf einen Startelfeinsatz.
Das gilt freilich auch für Patrik Schick. Der Routinier hat in den vergangenen beiden Tests – beim 2:1 gegen den FC Sevilla und beim 1:2 in Nottingham – sämtliche Tore der Werkself erzielt und damit die besten Argumente dafür geliefert, warum er und nicht sein zehn Jahre jüngerer Sturmkollege Christian Kofane beginnen sollte. Da zudem weiterhin unklar ist, ob Martinez mit einem oder zwei defensiven Mittelfeldspielern agieren will, bleibt offen, wie er die Optionen für die Zentrale ordnet. Auch die Position auf der rechten Außenbahn ist vakant. Dort durften sich zuletzt unter anderem Lucas Vazquez und Ernest Poku versuchen – beide überzeugten nicht.
Auch der Kader bleibt in Bewegung
Offen ist zudem, welche Profis Bayer noch verlassen werden. Robert Andrich, Kapitän der vergangenen Saison, fehlt derzeit wegen muskulärer Probleme. Ein Wechsel des zuletzt wieder im Mittelfeld aktiven Routiniers ist nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus könnten Martin Terrier, Ernest Poku, Exequiel Palacios, Malik Tillman, Jeanuel Belocian, Jonas Hofmann, Farid Alfa-Ruprecht, Victor Boniface und Axel Tape den Verein noch verlassen. Zudem steht weiterhin eine Verpflichtung des ehemaligen Leverkuseners Moussa Diaby von Al-Ittihad im Raum.
Der nächste Umbruch bei Bayer 04 ist damit weiterhin nicht abgeschlossen – auch nicht eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel.
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