RSS Amplifier

Sport | RP ONLINE · Aug 20, 2026

Stolpersteine in Krefeld und Duisburg: Diesen fünf Bundesligisten droht eine frühe Blamage im DFB-Pokal

0
Sign in to vote or save

Sebastian Kalenberg · RP ONLINE

Stolpersteine in Krefeld und Duisburg Diesen fünf Bundesligisten droht eine frühe Blamage im DFB-Pokal

21.08.2026 · 16:53 Uhr

Infos

Diese Bundesligisten scheiterten in der 1. Runde

Infos

Foto: Marius Becker/dpa/Marius Becker

Analyse | Düsseldorf · Seit 17 Jahren ist immer mindestens ein Erstligist an der ersten Pokalhürde gescheitert – oft waren es sogar mehr. Auch diesmal wackeln mehrere Favoriten, darunter Frankfurt, Elversberg und Köln. Wer erlebt den nächsten Fehlstart bei einem Außenseiter?

Einen Favoriten erwischt es eigentlich immer: Wenn am Freitag der DFB-Pokal mit der neuen Saison startet, dann beginnt bei den 18 Bundesligisten auch das große Zittern vor der frühen Blamage. In den vergangenen 17 Jahren ist immer mindestens ein Team aus dem deutschen Oberhaus an der ersten Pokalhürde gescheitert.

Auch in den kommenden vier Pokaltagen gibt es einige Duelle mit Überraschungspotenzial. Wir blicken auf die spannendsten Spiele, in denen der Außenseiter den Favoriten ärgern könnte.

SC St. Tönis – Eintracht Frankfurt

Mit dem Spielort sind die Frankfurter vertraut, zum 19. Mal gastieren die Hessen an diesem Freitagabend in der Krefelder Grotenburg. Es geht allerdings nicht gegen den Ex-Bundesligisten KFC Uerdingen, der mittlerweile in der Oberliga Niederrhein spielt, sondern gegen dessen Ligakonkurrenten SC St. Tönis. Das Team von Trainer Bekim Kastrati ist schwungvoll in die neue Saison gestartet, gewann im Niederrheinpokal gegen den FC Büderich und in der Liga gegen die 1. Spvg. Solingen-Wald – nach 0:2-Rückstand – mit 3:2.

Bei der Eintracht regiert vor dem Pflichtspielauftakt hingegen das Chaos. Die Transferplanungen von Sportvorstand Markus Krösche sind längst nicht abgeschlossen und stocken, weil auf der Abgangsseite bislang zu wenig passiert ist. Im Tor wird gegen St. Tönis der eigentlich bereits abgesägte Kaua Santos stehen, weil Wunschlösung Noah Atubolu noch in Freiburg sitzt. Und die Generalprobe gegen Premier-League-Klub Brentford endete in einem 0:7-Debakel.

Der neue, alte Trainer Adi Hütter, der im Sommer nach Frankfurt zurückgekehrt ist, steht mit seinem Team also bereits gehörig unter Druck. Es sei daher eine „sehr, sehr wichtige“ Partie „für alle Beteiligten“, betonte der Österreicher vor dem Spiel gegen den Fünftligisten, der sich in dieser chaotischen Gemengelage bei den Hessen durchaus Chancen ausrechnen darf.

Hansa Rostock – VfB Stuttgart

Sachen, die immer sind: Der VfB Stuttgart spielt in der ersten Runde des DFB-Pokals in Rostock. Schon 2018, 2019 und 2020 gastierten die Schwaben bei Hansa im Ostseestadion – und hatten stets große Probleme. Zweimal setzte sich der Favorit lediglich mit 1:0 durch, 2018 scheiterte Stuttgart sogar mit einem 0:2 an der Hürde in Rostock.

Gelingt dem Drittligisten auch in diesem Jahr eine Überraschung? Der Start in die neue Saison liest sich mit vier Zählern aus zwei Spielen erst einmal positiv, Hansa-Coach Daniel Brinkmann sucht nach dem 3:2 gegen Hoffenheim II und dem 3:3 gegen Mannheim allerdings noch nach der defensiven Balance bei seiner Mannschaft. Die benötigt es in jedem Fall, um gegen die VfB-Offensive um Deniz Undav bestehen zu können.

MSV Duisburg – SV Elversberg

3:0 zum Drittliga-Start gegen Meppen, 4:2 nach Rückstand gegen den SC Verl: Der MSV Duisburg ist furios in die neue Spielzeit gestartet und steht nach zwei Spieltagen an der Tabellenspitze. Reicht der Rückenwind der frühen Saisonphase, um Bundesliga-Aufsteiger Elversberg zu ärgern?

Kostenpflichtiger Inhalt Eine Überraschung wittert MSV-Coach Dietmar Hirsch zumindest: „Elversberg kann richtig gut Fußball spielen, aber wenn man einen Bundesligisten bekommt, dann vielleicht einen, der schlagbar sein könnte. Und das könnte Elversberg sein“, sagt der Duisburger, der selbst mal Coach der SVE war. Der in der Spitze und Breite für einen Drittligisten enorm gut besetzte Kader des MSV hat in jedem Fall das Potenzial, den Bundesligisten zu ärgern. Der hat allerdings auch eine starke Vorbereitung gespielt und bei den Siegen gegen die beiden französischen Erstligisten Racing Straßburg (5:2) und FC Lorient (4:1) seine Klasse bewiesen.

SC Verl – Hamburger SV

Panik ist in Ostwestfalen noch nicht entstanden, trotz der beiden Auftaktpleiten des SC Verl gegen Aachen (1:4) und Duisburg (2:4) zum Start der neuen Drittligasaison. „Wir sind trotz der Niederlagen auf einem guten Weg und wir haben schon viele gute Dinge gesehen. Aber der Prozess dauert noch länger“, sagte Sportvorstand Zlatko Janjic, der den Umbruch in Verl leitet. Nach der herausragend guten vergangenen Saison (Platz sechs in Liga drei) haben den Dorfklub neben einigen Leistungsträgern vor allem auch Trainer Tobias Strobl verlassen.

Den dominanten Spielstil mit jungen Talenten soll nun Neu-Coach Orest Shala weiterführen. Und damit rechnet sich Verl gegen den Hamburger SV durchaus Chancen aus: „Wir brauchen einen perfekten Tag und das richtige Spielglück. Aber mit unseren Fähigkeiten und der Spielstärke können die Jungs jeden Gegner vor Herausforderungen stellen“, meint Janjic.

Zu Gast hat der SC einen HSV, der sich noch mitten im Umbruch befindet. Mit Luka Vuskovic und Fabio Vieira stehen zwei absolute Leistungsträger der vergangenen Saison nicht mehr zur Verfügung, das Team von Coach Merlin Polzin ist daher runderneuert und hat eine durchwachsene Vorbereitung hinter sich. Dreimal scheiterten die Hamburger seit 2015 in der ersten Pokalrunde. Auch in Verl droht den Hanseaten eine knifflige Aufgabe.

Würzburger Kickers – 1. FC Köln

Die Schlagzeilen am Geißbockheim waren in der Sommerpause von einem Namen bestimmt: Said El Mala. Der Poker mit Borussia Dortmund zog sich über Monate, ehe er vergangenen Woche final platzte. Der Shootingstar der Kölner wird in der Domstadt bleiben, das ist seit Donnerstag klar. Da verlängerte er seinen Vertrag bis 2031 und erhielt die Rückennummer 10. So wird El Mala also auch am Montag in Würzburg zum Einsatz kommen.

Im Schatten der El-Mala-Berichterstattung ist fast ein wenig untergegangen, dass Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler die notwendigen Verstärkungen des Kaders noch längst nicht alle an Bord geholt hat. Einige Planstellen in Köln sind noch offen. Das zeigte sich zuletzt auch bei den Testspielniederlagen gegen Paderborn (2:3 und 3:4). Ergibt sich daraus eine Chance für die Kickers? Der Drittliga-Aufsteiger startet mit einem 2:2 gegen Ingolstadt und fegte beim Heimdebüt Wehen Wiesbaden mit 4:0 aus dem heimischen Stadion.

Meistgelesen

Mehr zum Thema

Aktuell wichtig

Read the original on rp-online.de

Comments

Nothing yet. Say the first thing.

    Sign in to join the conversation.