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Zweiter Versuch von Höcke: AfD scheitert in Thüringen mit Misstrauensvotum gegen VoigtNBA vs. DBB-Team Superheld und Verfügungsmasse – die zwei Gesichter des Dennis Schröder
25.08.2026 · 18:01 Uhr
Herz und Kopf der Nationalmannschaft: Kapitän Dennis Schröder.
Foto: Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa/Heikki SaukkomaaDüsseldorf · Die Basketball-Nationalmannschaft hat der 32-Jährige als Kapitän zum WM- und EM-Titel geführt. In den USA allerdings wurde der Braunschweiger zuletzt zum zwölften Team seiner NBA-Karriere weitergereicht. Wie passt das zusammen?
Mit Dennis Schröder hat der deutsche Basketball geschafft, was selbst Dirk Nowitzki nie gelang: Gold bei der WM 2023 und dazu trotz immensem Erwartungsdruck auch Gold bei der EM 2025. Amtierender Welt- und Europameister zugleich, das war selbst den Fußballern nur ein einziges Mal geglückt, ein halbes Jahrhundert zuvor.
Nun ist Basketball ein Mannschaftssport, und der Kader insgesamt hat seit Nowitzkis besten Jahren in den frühen 2000ern deutlich mehr Qualität. Um mit Berti Vogts zu sprechen: „Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.“ Und doch beginnt alles mit Schröder, dem Kapitän, Spielmacher, Initiator der Offensive und Speerspitze der Defensive.
Und vor allem endet alles mit ihm.
Gleich die drei letzten Angriffe des WM-Finalspiels schloss Schröder ab, mit einem erfolgreichen Korbleger und drei von vier Freiwürfen, nachdem er Fouls erzwungen hatte. Das EM-Finale entschied er mit einem Korbleger, einem Wurf aus der Mitteldistanz und zwei Freiwürfen.
Und auch das Finalspiel des Supercups in Hamburg am Samstag, das gegen Kroatien zur Unzeit noch zu kippen drohte, rette der Kapitän, der sich zuvor wenig treffsicher gezeigt hatte. Den Sieg im wichtigsten (und einzigen) Turnier dieses Sommers schaukelte Schröder in unnachahmlicher Art nach Hause, als Ruhe in Person, mit mehreren Korbvorlagen und einem extrem wichtigen Dreipunktewurf.
Für seine individuellen Leistungen übrigens wurde Schröder sowohl bei der WM als auch bei der EM mit der MVP-Trophäe für besten Spieler des Turniers ausgezeichnet.
So weit die Fakten, die Schröder nach Ende seiner Karriere auch eine Aufnahme in die Hall of Fame, die Ruhmeshalle des Basketballs in Springfield im US-Bundesstaat Massachusetts einbringen dürften. Alle anderen sechs Profis, denen es je gelang, MVP bei WM und EM zu werden, darunter Dražen Petrović und Toni Kukoč (Jugoslawien), Pau Gasol (Spanien) und Dirk Nowitzki, sind bereits Teil jenes erlauchten Kreises.
Wahr ist allerdings auch, dass Schröders zukünftige Aufnahme in die Ruhmeshalle viele Fans in den USA verwirren dürfte. Den die kennen und verehren nur einen Deutschen, Dirk Nowitzki, NBA-Champion 2011 mit den Dallas Mavericks.
Schröder hingegen sagt vielen US-Amerikanern wenig. Schlimmer noch: Diejenigen, die ihn kennen, tun das, weil er zuletzt unverschuldet zum Running Gag geworden ist. Zum x-ten Mal wurde er kürzlich nach nur wenigen Monaten getradet, also von seiner Mannschaft an die Konkurrenz verkauft bzw. gegen andere Spieler eingetauscht. Wenn die NBA Ende Oktober in die neue Saison startet, wird Schröder für die Charlotte Hornets auflaufen. Sie sind seine zwölfte Mannschaft.
Dabei hatte alles so gut angefangen: Von 2013 bis 2018 hatte der Braunschweiger für die Atlanta Hawks gespielt, darunter zwei Saisons als unumstrittener Spielmacher vom Dienst in der Startaufstellung. Dann aber ging es nach Oklahoma City, und von dort den Los Angeles Lakers. Und von dort zu den Boston Celtics, Houston Rockets und zurück zu den L.A. Lakers. Und nach Toronto, Brooklyn, Oakland, Detroit, Sacramento und Cleveland. Nächster Stopp. Charlotte, North Carolina.
In den vergangenen 13 Saisons hat Schröder beinahe 1000 NBA-Spiele absolviert, und das mit guten Werten von noch immer fast 14 Punkten und 5 Korbvorlagen im Karriere-Schnitt. Wertvoller noch sind Stärken, die sich in Statistiken nicht niederschlagen, wie Erfahrung, Spielkontrolle und die Übernahme von Führungsverantwortung.
Zu Schröders Schwächen hingegen gehören mangelnde Treffsicherheit insbesondere beim Distanzwurf (34 Prozent), körperliche Defizite gegen größere, stärkere Gegenspieler sowie vor allem seine Abhängigkeit vom Ball: Um sein großes Potenzial auszureizen, braucht Schröder viel Vertrauen vom Coach, das in Spielzeit und Ballbesitz Ausdruck findet.
Dass er so häufig die Teams wechseln muss (wie in der NBA üblich, spielt seine eigene Meinung dazu keine Rolle), liegt aber kaum an seinen Schwächen. Schröder wird nicht abgegeben, weil er zu schlecht ist, sondern weil er gerade so gut ist, dass sich immer ein Team findet, das einen Deal machen will, um sich seine Dienste zu sichern. Schröder steht für Ruhe. Konstanz. Produktivität. Professionalität. Präsenz.
Doch die NBA ist ein schnelllebiges Geschäft, in dem Spieler verschoben werden wie Schachfiguren. (Schröder selbst sprach einmal von „moderner Sklaverei“). Und der Braunschweiger wird Bauernopfer dieses Systems.
Auf NBA-Niveau ist er kein Superstar, und jeder andere ist entbehrlich, wenn Geld gebraucht wird für einen angeblichen Superstar oder ein zusätzlicher Platz im Kader für ein hoffnungsvolles Talent. Wenn jemand gehen muss, dann oft Schröder, just wegen seiner wohl größten Stärke: Die Intensität, mit der er die deutsche Mannschaft auf ein anderes Niveau gehoben hat, ist in der 82 (!) Spiele langen NBA-Saison manchem schlicht zu anstrengend.
Schröder bekommt noch immer stattliche knapp 15 Millionen US-Dollar (13 Millionen Euro) pro Saison, doch bei den Charlotte Hornets ist er vor allem als Ausbilder gefragt. Mit zwei Top-Talenten dürfte er in jedem Fall noch lange zusammenspielen, selbst wenn es ihn noch zu einem oder gar zwei anderen NBA-Teams verschlagen sollte, womit ein unrühmlicher Rekord eingestellt wäre: Hannes Steinbach (Würzburg) und der Deutsch-Amerikaner Christian Anderson gelten als Nationalspieler der Zukunft. Dennis Schröder wird Mitte September 33 Jahre alt. Schon, dürften manche sagen. Und Schröder würde kontern: „Erst.“
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