Mr. Bink als Albtraum Betrug, häusliche Gewalt – Marijke Amado verarbeitete ihr Trauma in einem Buch
27.08.2026 · 14:19 Uhr
„Die Verräter“ – Diese Kandidaten sind aktuell noch dabei
20 Bilder
Düsseldorf · Mit 72 Jahren zieht Marijke Amado ins Schloss von „Die Verräter“ ein – eine Frau, die im echten Leben mehr Verrat und Enttäuschung erlebt hat, als es ihr strahlendes Fernsehlächeln vermuten lässt.
„Am laufenden Band“, „WWF Club“, „Mini Playback Show“ – zwischen diesen Sendungen liegen fast fünf Jahrzehnte deutsches Fernsehen. Mittendrin: eine Niederländerin mit Akzent, die eigentlich Schauspielerin werden wollte und stattdessen zur Kultfigur einer ganzen Kindergeneration wurde. Ab dem 17. August läuft bei RTL die vierte Staffel von „Die Verräter“ – mit Amado als ältester Teilnehmerin des Casts.
Vom Goldschmiedetisch ins Rampenlicht
Marijke Amado, eigentlich Maria Henrica Elisabeth Verbraak, wurde am 1. Februar 1954 im niederländischen Tilburg geboren. Bevor sie zur Fernsehfigur wurde, absolvierte sie eine Ausbildung zur Goldschmiedin und arbeitete zwei Jahre lang in diesem Beruf in Amsterdam. Danach heuerte sie als Reiseleiterin und Animateurin bei Neckermann Reisen an – ein Job, der ihr Leben verändern sollte.
Auf einer Kreuzfahrt fiel sie dem späteren Schwiegersohn von Rudi Carrell auf. Der TV-Star engagierte die damals 24-jährige 1978 als Assistentin für seine Show „Am laufenden Band“.
Der „WWF Club“ und die Zauberkugel
Ihren eigentlichen Durchbruch erlebte Amado ab 1980 an der Seite von Frank Laufenberg und Jürgen von der Lippe in der ARD-Vorabendsendung „WWF Club“, die sie zehn Jahre lang moderierte. Der Kontakt zu Jürgen von der Lippe hielt: Die beiden traten noch Jahrzehnte später gemeinsam in Talkshows auf – etwa 2020 im „Kölner Treff“ zum 40. Geburtstag des „WWF Club“. Eine Ehe zwischen den beiden, wie es hartnäckige Gerüchte im Netz suggerieren, hat es jedoch nie gegeben: Amado und von der Lippe waren stets nur Kollegen, keine Partner.
Zur echten Kultfigur wurde Amado ab 1990 mit der RTL-Kindersendung „Mini Playback Show“, in der Kinder in einer „Zauberkugel“ zu Popstars wurden. Acht Jahre lang moderierte sie das Format, ehe sie 1998 durch Jasmin Wagner ersetzt wurde.
Seither ist sie dem Fernsehen treu geblieben: Sie belegte 2013 bei „Let's Dance“ den achten Platz, wurde im selben Jahr bei „Promi Big Brother“ Dritte und gewann 2012 „Promi Shopping Queen“. Bis heute ist sie regelmäßig in Quiz- und Kochshows wie „Wer weiß denn sowas?“ oder „Grill den Henssler“ zu Gast.
Zwei Ehen, ein Sohn, ein Heiratsschwindler
Privat verlief Amados Leben alles andere als geradlinig. Sie war zweimal verheiratet; aus ihrer ersten Ehe behielt sie ihren Künstlernamen Amado. Aus zweiter Ehe stammt ihr Sohn Kai, den sie später allein großzog – „das Beste, was mir im Leben passiert ist“, sagt sie über ihn.
Ihre größte Beziehungskatastrophe aber begann mit einer Verlobung: Kurz nachdem ihr damaliger Partner ihr einen Antrag gemacht hatte, wollte er sich auf einem Fußballplatz an der Querlatte hochziehen. Das Tor war jedoch nicht im Boden verankert, kippte um und stürzte auf ihn – ein Unfall mit schweren Folgen, an den sich Amado noch heute in allen Details erinnert: „Da wird es bei mir heute noch ganz still“, sagte sie später über den wohl schlimmsten Moment ihres Lebens.
Es folgte eine rund neunjährige Beziehung mit dem Niederländer Kees van den Herik, der sie mit zahlreichen anderen Frauen betrog und um erhebliche Summen brachte. Später wurde sie zudem Opfer eines Heiratsschwindlers, der sich unter dem Namen „Mr. Bink“ in ihr Leben schlich und sie schließlich sogar ihr Haus verlassen ließ – ihre schwierigsten Jahre verarbeitete Amado 2007 in dem Buch „Mr. Bink – Vom Traummann zum Albtraum“. In zwei Partnerschaften erlebte sie zudem häusliche Gewalt, einmal musste sie deswegen ins Krankenhaus.
Auch in ihrer Familie gab es nach Amados eigenen Angaben Schicksalsschläge, über die sie öffentlich spricht – etwa die Krebserkrankung ihrer Schwester oder die zwei schweren Unfälle ihres Sohnes.
Aktuell lebt Amado im belgischen Lanaken nahe Maastricht und engagiert sich seit Jahren als Präsidentin ihrer Stiftung „Water for the World Foundation“ für sauberen Trinkwasserzugang in Entwicklungsländern. Ob sie all die Erfahrung mit echtem Verrat und Enttäuschung nun taktisch für sich nutzen kann? Bei „Die Verräter“, die ab dem 17. August 2026 bei RTL läuft, wird sich zeigen, ob aus der Kult-Moderatorin eine gewiefte Intrigantin wird – oder ob sie erneut das Vertrauen schenkt, das ihr selbst so oft missbraucht wurde.
Meistgelesen
Aktuell wichtig

Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.