Städtische Grundstücke in Willich SPD möchte Ortsansässige bei Bauplätzen stärker berücksichtigen
24.08.2026 · 18:00 Uhr
Bei der Grundstücksvergabe greift die Stadt Willich auf einen Punktekatalog zurück (Symbolfoto).
Foto: dpa/Patrick PleulWillich · Der Punktekatalog für städtische Grundstücke in Willich stammt von 2008, nun soll er aktualisiert werden. Nach der Sommerpause berät die Politik über einen Entwurf der Stadtverwaltung. Die SPD hat bereits Änderungsvorschläge gemacht.
In Willich regelt ein Punktekatalog die Vergabe städtischer Grundstücke. Ob Grundstücksinteressenten bereits in Willich wohnen, wie viele Kinder sie haben, ob sie schon mal in der Stadt gewohnt haben und nun zurückkehren möchten, sind unter anderem Kriterien, die mit verschieden hohen Punktzahlen belegt sind. Nun soll der 2008 zuletzt angepasste Punktekatalog aktualisiert werden. Die Stadt hat im Mai einen Entwurf vorgelegt, nach der politischen Sommerpause soll weiter beraten werden. Die SPD-Fraktion hat sich bereits mit einer Mitteilung zu Änderungsvorschlägen gemeldet, der SPD-Fraktionsvorsitzende Lukas Maaßen erläutert: „Städtische Baugrundstücke sind knapp. Deshalb brauchen wir klare und nachvollziehbare Kriterien, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigen. Die Überarbeitung des Punktekatalogs ist richtig. Der bisherige Entwurf muss an einigen entscheidenden Stellen aber noch verbessert werden.“
Die SPD schlägt vor, einen seit mindestens zwei Jahren bestehenden Hauptwohnsitz in Willich mit vier Punkten zu bewerten. Der Verwaltungsentwurf sieht dafür einen Punkt vor. „Viele junge Menschen und Familien möchten in Willich bleiben, weil sie hier ihre Angehörigen, ihren Freundeskreis und ihr soziales Umfeld haben. Wer bereits fest in unserer Stadt verwurzelt ist, muss bei der Grundstücksvergabe eine faire Chance erhalten“, sagt Maaßen.
Auch eine längerfristige Erwerbstätigkeit in Willich soll nach Auffassung der SPD stärker zählen. Sie schlägt dafür drei Punkte vor, wenn Bewerberinnen oder Bewerber seit mindestens drei Jahren in Willich beschäftigt oder selbstständig tätig sind. Die Begründung: Damit würden auch Menschen berücksichtigt, die noch nicht in Willich wohnen, aber bereits seit längerer Zeit beruflich mit der Stadt verbunden sind. Bisher sieht der Entwurf einen Punkt vor, bei mindestens zwei Jahren Erwerbstätigkeit in der Stadt.
Korrekturbedarf sieht die SPD zudem beim neu in den Katalog aufgenommenen Ehrenamt, wie sie in der Mitteilung ausführt: „Nach dem Verwaltungsentwurf sollen Bewerberinnen und Bewerber für ein Engagement von mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr lediglich 0,25 Punkte erhalten.“ Der Aufwand und die vorgesehene Punktzahl „stehen in keinem angemessenen Verhältnis“, sagt Maaßen. Die SPD betont zudem, dass sie auswärtige Bewerberinnen und Bewerber nicht ausschließen möchte. Maaßen: „Willich soll offen für neue Einwohnerinnen und Einwohner bleiben. Gleichzeitig dürfen wir die gewachsenen Bindungen an unsere Stadt nicht ignorieren.“
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