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Willich | RP ONLINE · Aug 18, 2026

DGB wertet Medianeinkommen im Kreis Viersen aus: Frauen und Menschen ohne deutschen Pass verdienen weniger

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Tanja Hesse-Kaspers · RP ONLINE

DGB wertet Medianeinkommen im Kreis Viersen aus Frauen und Menschen ohne deutschen Pass verdienen weniger

18.08.2026 · 18:15 Uhr

Der Vorsitzende Klaus Neufeldt (l.) setzt sich mit dem Vorstand des DGB-Kreisverbands Viersen für mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt ein.

Der Vorsitzende Klaus Neufeldt (l.) setzt sich mit dem Vorstand des DGB-Kreisverbands Viersen für mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt ein.

Foto: DGB

Kreis Viersen · Das mittlere Einkommen war 2025 im Kreis Viersen 400 Euro niedriger als im Bund. Frauen und Menschen ohne deutschen Pass verdienten weniger als der Durchschnitt, wie sich aus einer Auswertung des DGB ergibt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Entgeltzahlen der Bundesagentur für Arbeit für den Kreis Viersen aus dem Jahr 2025 ausgewertet. Das Medianentgelt von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten betrug im vergangenen Jahr monatlich 3817 Euro brutto. Im Bund waren es 4217 Euro. Damit ist das Medianentgelt im Kreis genau 400 Euro niedriger als im Bundesdurchschnitt, das sind gut zehn Prozent weniger, wie der DGB-Kreisverband Viersen in einer Pressemitteilung erläutert.

Das Medianentgelt ist der mittlere Verdienst, der eine Gruppe von Beschäftigten in zwei Hälften teilt. Im Gegensatz zum Durchschnittseinkommen wird dieser Wert nicht durch extrem hohe Einkommen verzerrt. Männer erhielten im Kreis ein Medianentgelt von 3871 Euro, Frauen verdienten 3674 Euro. Das entspricht einer Differenz von 197 Euro oder 5,4 Prozent im Monat. „Wir sehen darin einen klaren Handlungsauftrag für bessere Entlohnung, mehr Tarifbindung sowie den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung, damit Erwerbsbiografien von Frauen gestärkt werden und sich diese Lücke verringert“, macht Klaus Neufeldt, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Viersen, deutlich.

Auch Beschäftigte ohne deutschen Pass verdienen deutlich weniger, ergab die Auswertung des DGB. Das Medianentgelt dieser Gruppe liegt bei 3028 Euro. „Eine Differenz von 789 Euro oder 26 Prozent im Monat zum Durchschnitt lässt sich nicht mit individuellen Lebenswegen allein erklären“, so Neufeldt weiter. „Es gibt nach wie vor strukturelle Unterschiede beim Zugang zu gut bezahlten und qualifizierten Arbeitsplätzen. Hier besteht erheblicher politischer und betrieblicher Handlungsbedarf. Mehr Tarifverträge, bessere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und konsequenter Schutz vor Benachteiligung sind zentrale Voraussetzungen, um diese Lücke zu verringern“, fordert der DGB-Kreisvorsitzende.

Der DGB weist darauf hin, dass die Unterschiede nach Qualifikation besonders groß seien. Auffällig ist nach Einschätzung des Gewerkschaftsbunds, dass viele Berufe, in denen händeringend Fachkräfte gesucht würden, vergleichsweise schlecht bezahlt werden, etwa im Bereich des Gastgewerbes. Hier liege das Medianentgelt bei 2750 Euro. „Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss attraktive Arbeitsbedingungen schaffen, dazu gehören vor allem gute Löhne und verlässliche Tarifverträge“, sagt Neufeldt.

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