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Wermelskirchen | RP ONLINE · Aug 25, 2026

Mobilität im Rheinisch-Bergischen Kreis: RVK baut den Betriebshof der Zukunft

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Guido Radtke · RP ONLINE

Mobilität im Rheinisch-Bergischen Kreis RVK baut den Betriebshof der Zukunft

25.08.2026 · 14:44 Uhr

Unweit der Autobahn A4 entsteht in Bergisch Gladbach der Grüne Mobilhof der Regionalverkehr Köln GmbH. Zum hier stationierten Fuhrpark werden ausschließlich Busse mit Wasserstoff- oder Elektroantrieb gehören.

Unweit der Autobahn A4 entsteht in Bergisch Gladbach der Grüne Mobilhof der Regionalverkehr Köln GmbH. Zum hier stationierten Fuhrpark werden ausschließlich Busse mit Wasserstoff- oder Elektroantrieb gehören.

Foto: Guido Radtke

Rhein-Berg · Rund 60 Millionen Euro investiert die Regionalverkehr Köln GmbH in den Grünen Mobilhof in Bergisch Gladbach. Eigene Wasserstoffproduktion und E-Ladeplätze sollen den neuen Betriebshof zum Zentrum nachhaltiger Mobilität machen.

Wenn ein Förderbescheid für ein Bauprojekt offiziell übergeben wird, geschieht das in der Regel in einem Büro oder auf einer Brachfläche, wo ein Vorhaben geplant ist. „Es ist ungewöhnlich, einen Bescheid auf einer Baustelle zu übergeben, die obendrein bereits so weit fortgeschritten ist“, stellte Oliver Krischer fest.

Der NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr verschaffte sich bei seinem Besuch auf dem rund 15 Hektar großen Gelände an der Friedrich-Ebert-Straße in Bergisch Gladbach einen Eindruck davon, wie der Grüne Mobilhof der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) Gestalt annimmt.

Mit dem übergebenen Bescheid in Höhe von rund 20,9 Millionen Euro fördert das Land Nordrhein-Westfalen unter anderem die Errichtung einer Wasserstoff-Tankstelle, Ladeeinrichtungen für Elektrobusse, einen Elektrolyseur und die Beschaffung von spezifischer Werkstatt-Einrichtung. Weitere rund 8,6 Millionen Euro werden vom Zweckverband go.Rheinland beigesteuert für den Erwerb des Grundstücks und die Herrichtung des Geländes sowie die Herstellung der Flächen der Abstellanlage.

Der Neubau des Grünen Mobilhofs im Stadtteil Moitzfeld in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A4 befindet sich nach RVK-Angaben im kalkulierten Kostenplan von insgesamt rund 60 Millionen Euro. Und auch der ehrgeizige Zeitplan, den bisherigen mit der Wupsi geteilten Betriebshof-Standort in Bergisch Gladbach Mitte 2027 aufzugeben und den Umzug zu vollziehen, scheint eingehalten zu werden. Nach intensiven Bodenarbeiten sollen die Rohbau-Arbeiten bereits im Herbst abgeschlossen sein.

„Die RVK hat sich als Pionierin für alternative Antriebsmöglichkeiten schon früh aufgemacht, nachhaltige Mobilität im ÖPNV voranzutreiben“, lobte Oliver Krischer bei einem Rundgang über die Großbaustelle. Der Grüne Mobilhof sei ein Leuchtturm für die Antriebswende: „Was im Pkw-Verkehr fast schon Normalität ist, muss in naher Zukunft auch im öffentlichen Nahverkehr greifen“, sagte der NRW-Minister.

NRW-Minister Oliver Krischer bei einem Rundgang über die Großbaustelle in Bergisch Gladbach.

NRW-Minister Oliver Krischer bei einem Rundgang über die Großbaustelle in Bergisch Gladbach.

Foto: Guido Radtke

Der Grüne Mobilhof umfasst eine Inspektionshalle, ein Parkdeck, ein Verwaltungsgebäude, eine Fahrzeug-Waschanlage, E-Ladesäulen für 32 Busstellplätze, einen Bus-Carport und eine Wasserstoff-Tankstelle – mit eigener Produktion von bis zu 36 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde. „Wir werden an diesem Standort so viel Wasserstoff herstellen können, dass wir nicht mehr auf eine Anlieferung per Lkw angewiesen sind“, berichtete RVK-Geschäftsführer Marcel Frank.

„Der neue Betriebshof ist der zentrale Punkt für die Mobilität im Rheinisch-Bergischen Kreis“, erklärte Frank. Mit der direkten Anbindung an die Autobahn können künftig Leerfahrten von bis zu 200.000 Kilometern pro Jahr vermieden werden. Während an den anderen RVK-Niederlassungen noch Dieselbusse zum Fuhrpark gehören, werden am neuen Standort in Bergisch Gladbach ausschließlich Fahrzeuge mit Wasserstoff- oder Elektrobetrieb vorgehalten. Bis 2030 soll jedoch der gesamte Fuhrpark an allen sechs Niederlassungen auf „null Emission“ umgestellt sein.

 Bei der offiziellen Förderbescheidübergabe und Begehung der Baustelle wurde deutlich, welche Dimensionen das Projekt für emissionsfreie öffentliche Mobilität in der Region hat.

Bei der offiziellen Förderbescheidübergabe und Begehung der Baustelle wurde deutlich, welche Dimensionen das Projekt für emissionsfreie öffentliche Mobilität in der Region hat.

Foto: Guido Radtke

Für die energieintensive Produktion von Wasserstoff setzt die RVK auf Strom aus regenerativen Quellen. Zu diesem Zweck wurde die Stromversorgung ausgeschrieben, die über Photovoltaik- und Windkraftanlagen gewährleistet sein muss. Überdies soll der Eigenbedarf an Strom – unter anderem zum Laden der Elektrobusse – über Solarzellen auf den großen Dachflächen der Mobilhof-Gebäude gedeckt werden.

Von der Inbetriebnahme des Grünen Mobilhofs in Bergisch Gladbach nicht betroffen ist die RVK-Niederlassung in Wermelskirchen an der Braunsberger Straße. Von hier aus werden auch weiterhin die Linien des Stadtverkehrs beziehungsweise in Burscheid und Leichlingen bedient. Hier allerdings werden die Wasserstoff-Silos auch weiterhin per Lkw-Anlieferung täglich befüllt. In Bergisch Gladbach sollen im Übrigen die ersten Busse bereits zum Jahreswechsel mit Wasserstoff betankt werden können.

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