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Wermelskirchen | RP ONLINE · Aug 20, 2026

Herbstkirmes 2026 in Wermelskirchen: Ein Handschlag vor fünf Jahren – nun kann der „X-Factor“ fliegen

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Guido Radtke · RP ONLINE

Herbstkirmes 2026 in Wermelskirchen Ein Handschlag vor fünf Jahren – nun kann der „X-Factor“ fliegen

20.08.2026 · 17:51 Uhr

 Rund um das letzte Wochenende herrscht bei Herbstkirmes und Krammarkt wieder „Ausnahmezustand“ in der Wermelskirchener Innenstadt.

Rund um das letzte Wochenende herrscht bei Herbstkirmes und Krammarkt wieder „Ausnahmezustand“ in der Wermelskirchener Innenstadt.

Foto: Jürgen Moll

Wermelskirchen · Mit knapp 100 Fahrgeschäften und Ständen startet die Herbstkirmes am 28. August. Dabei fliegt die Riesenschaukel „X-Factor“ über die Köpfe der Besucher – und zwei Attraktionen feiern ein Comeback.

Daniel Steiner fühlt sich versetzt in seine Ausbildungszeit bei der Stadt Wermelskirchen, als er zum ersten Mal im Team des Ordnungsamtes die Herbstkirmes und den Krammarkt begleitet hat. Damals schon hatte er Paul Engelbracht als Verantwortlichen an seiner Seite – den Mann, der seit 30 Jahren die organisatorischen Fäden für das größte Volksfest im Bergischen Land in Händen hält.

„Im Grunde genommen bin ich aktuell auch in der Ausbildung bei Paul Engelbracht – nur in leitender Funktion“, sagt Daniel Steiner und lacht. Seit April ist er Chef des Wermelskirchener Ordnungsamtes und mit seinem Team damit auch zuständig für die Durchführung der Herbstkirmes. Steiner weiß, was ihn erwartet, wenn ab Freitag, 28. August, in Wermelskirchen fünf Tage lang Ausnahmezustand herrscht. Nicht zuletzt auch, weil er bereits von 2019 bis 2023 zum Team des Ordnungsamtes gehört hatte. Entsprechend selbstbewusst formuliert er: „Wir sind gut vorbereitet.“

Die organisatorische Leitung des größten Volksfestes im Bergischen Land liegt bei „Mr. Kirmes“ Paul Engelbracht (r.) und Ordnungsamtschef Daniel Steiner.

Die organisatorische Leitung des größten Volksfestes im Bergischen Land liegt bei „Mr. Kirmes“ Paul Engelbracht (r.) und Ordnungsamtschef Daniel Steiner.

Foto: Guido Radtke

Die Kirmes-Attraktionen

Selten plant Paul Engelbracht bei der Verpflichtung von Schaustellern so weit im Voraus wie bei Frank Deinert. Dessen Riesenschaukel „X-Factor“ mit Überkopf-Bügeln und einer Flughöhe von bis zu 22 Metern gilt bei vielen Kirmesgängern als Kult. „Das Besondere ist, dass sie nicht klassisch wie eine Schiffschaukel seitlich schwingt, sondern über die Köpfe der Besucher“, erklärt Engelbracht. Was für den Standort am Schwanenplatz zugleich bedeutet, dass der „X-Factor“ mit seinen vier Armen in die entgegengesetzte Richtung auch über den Gehweg fliegt.

Weil die Hohestraße als Schulweg gilt, wäre das eigentlich ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. „In diesem Jahr allerdings kann das Fahrgeschäft dort stehen, weil erst mit dem letzten Kirmestag auch die Sommerferien zu Ende gehen.“ Genau diese Terminkonstellation hatte Paul Engelbracht bereits vor fünf Jahren vorausschauend im Blick. An die Absprache per Handschlag hat sich Schausteller Frank Deinert gehalten.

Neben dem „X-Factor“ und einem Kinderfahrgeschäft gibt es auf dem Schwanenplatz vier weitere Großattraktionen. Neben dem „Columbia“-Riesenrad und dem Autoscooter „Drive In“ als Klassiker sowie der „Chaosfabrik“ als Funhouse ist das der „Musikexpress“. Das Rundfahrgeschäft kehrt nach Wermelskirchen zurück, das viele Besucher im Vorjahr vermisst hatten.

Gerade erst war der Autoscooter „Drive In“ noch auf der Cranger Kirmes aufgebaut. Ab 28. August steht er fünf Tage lang auf dem Schwanenplatz.

Gerade erst war der Autoscooter „Drive In“ noch auf der Cranger Kirmes aufgebaut. Ab 28. August steht er fünf Tage lang auf dem Schwanenplatz.

Foto: Guido Radtke

„So lange wir den oberen und unteren Loches-Platz hatten, passte dieses Fahrgeschäft dort optimal hin“, blickt Paul Engelbracht zurück. Während der Bauphase hatte man in den Jahren 2023 und 2024 noch improvisieren und der „Raupe“ im Bereich der heutigen Tiefgaragen-Zufahrt des Gebäudekomplexes mit „Hit“ und „Norma“ Platz bieten können. Da die Zufahrt im laufenden Betrieb der Supermärkte jedoch gewährleistet bleiben muss, musste ein Alternativstandort für das 18 x 18 Meter große Fahrgeschäft gefunden werden.

„Für eine Stadtkirmes wie in Haan, Schwelm oder bei uns in Wermelskirchen ist diese Attraktion absolut notwendig“, betont Paul Engel­bracht. Und so wird es in diesem Jahr auf dem Schwanenplatz wieder heißen: Die nächste Fahrt mit „Love Express“ geht rückwärts.

Knapp 100 Fahrgeschäfte und Stände zählt die Kirmes, die sich traditionell vom Schwanenplatz über die untere und obere Eich bis zum Loches-Platz erstreckt. Diese Fläche hat mit Ketten- und Kinderkarussell, einem Mini-Scooter und der Mini-Achterbahn „Ring Renner“ traditionell Kinder und Familien als Zielpublikum.

Paul Engelbracht freut es besonders, dass es am Loches-Platz das Comeback einer großen Losbude geben wird: „Es gibt nur noch wenige Schausteller in Deutschland, die eine Losbude betreiben.“ Bei Ralph Meisters „Spielparadies Bangkok“ leben die klassischen Papierlose in Wermelskirchen wieder auf.

Der Krammarkt

Von der Jörgensgasse über die Schillerstraße bis zur Kattwinkelstraße darf nach Herzenslust gestöbert werden. „Wir gehen davon aus, dass wir noch die Zahl von 130 Händlern erreichen werden, die ihre Ware auf dem Krammarkt anbieten werden“, sagt Daniel Steiner. Täglich trudeln noch kurzfristige Anfragen von interessierten Beschickern ein. „Wir schauen aber genau hin, ob ihr Angebot das bestehende ergänzt und ob es auch qualitativ passt.“

Der Matinee-Montag

Der Kirmes-Montag gilt unter Wermelskirchenern als „gesetzlicher Feiertag“. Bei der Matinee wird die Kirmes zur Nebensache – Treffpunkt ist das „Bermuda-Dreieck“ mit „Centrale“, dem Eiscafé Venezia, dem Balkan-Restaurant und dem „Hotel zur Eich“, wo in diesem Jahr die „Wein- und Bier-Genusswelt“ ihre Premiere feiert.

Die Matinee-Fläche und damit auch die Glasverbotszone mit fünf Einlasskontrollen wird am 31. August im Übrigen erweitert, da drei Einzelhändler der Kölner Straße zum ersten Mal ein eigenes Angebot mit Kulinarik und DJ auf die Beine stellen.

Das Abschlussfeuerwerk

Mit einem großen Feuerwerk soll am Dienstag, 1. September, gegen 22 Uhr die Herbstkirmes zu Ende gehen. Nach der Trockenheit der vergangenen Wochen achten derzeit sämtliche Veranstalter von Volksfesten darauf, ob ein Feuerwerk ohne Risiko gezündet werden kann. „Wir stehen hierzu in engem Austausch mit der Feuerwehr und greifen auf ein bewährtes Sicherheitskonzept zurück“, erklärt Daniel Steiner.

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