Ferienangebot in Wermelskirchen „Die Kinder sollen sich sportlich entwickeln“
19.08.2026 · 19:00 Uhr
Im Handballcamp Wermelskirchen werden technisches Können, aber auch Gemeinschaft gefördert.
Foto: Carina Carvalho HagenWermelskirchen · Im Handballcamp von TuS Wermelskirchen und HG Remscheid trainieren Kinder vier Tage lang so intensiv wie sonst acht Wochen. Technik, Fitness, aber auch Spaß stehen im Mittelpunkt. Und bei den Trainern sind auch echte Profis des deutschen Handballs dabei.
Kinder in bunten Trikots flitzen durch die Schuberthalle. Den Ball prellen, dem Gegner ausweichen, auf das Tor zielen – gute Technik kommt durch ständiges Üben. „Natürlich ist es wichtig, dass die Kinder hier Spaß haben“, sagt Campleiter und Trainer Erwin Reinacher. „Die Kinder sollen sich aber auch sportlich entwickeln.“
Vier Tage lang treffen sich die Sechs- bis 14-Jährigen dafür im Handballcamp des TuS Wermelskirchen und der HG Remscheid in der Wermelskirchener Sporthalle. Nachdem sich der TuS wegen Unstimmigkeiten von den Bergischen Panthern trennte, findet nun nicht nur das Camp, sondern auch das reguläre Training in Kooperation mit den Remscheidern statt. Trainiert wird vorerst nur mit den Remscheider Mitgliedern ab der C- bis zur A-Jugend, in Zukunft auch mit der F-Jugend aufwärts.
Feriencamp für alle
„Für das Camp hat sich dadurch aber nicht wirklich etwas geändert“, sagt TuS-Trainer Toni Kurz. „Es ist ja nicht vereinsgebunden, jedes Kind kann mitmachen.“ Das Ferienangebot ist zudem die einzige Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen, in den Schulferien Handball zu spielen, da die Hallen in der Zeit geschlossen sind und sich viele Vereine in der Sommerpause befinden.
Wenn die neue Saison dann im September startet, können die Teilnehmer des Handballcamps ihre neu gewonnenen Fähigkeiten auf dem Spielfeld zeigen. Denn das Training in den Ferien ist intensiv. Regulär findet das Handballtraining ein bis zweimal pro Woche für 60 bis 90 Minuten statt, erklärt Kurz. Verglichen mit den Trainingsstunden an den vier Tagen im Handballcamp, ist das, als würden acht Wochen Trainingspensum in vier Tagen stattfinden. „Wir achten aber natürlich auf ausreichend Pausen und schauen immer, welches Niveau die Kinder haben und wie ihre Tagesform ist“, sagt Kurz.
Von der Nationalmannschaft zum Feriencamp
Campleiter Erwin Reinacher mit der ehemaligen Handball-Nationalspielerin Renate Wolf.
Foto: Carina Carvalho HagenDie Trainer vor Ort sind erfahren. Renate Wolf, zum Beispiel: Sie absolvierte 96 Länderspiele für die Deutsche Nationalmannschaft, wurde achtmal Deutsche Meisterin und sechsmal DHB-Pokalsiegerin. Beim TSV Bayer 04 Leverkusen war sie Trainerin und Geschäftsführerin. Zwischen professionellem Leistungssport und Feriencamp liegen jede Menge Unterschiede, aber auch Chancen: „Manchmal finde ich richtig gute Handballer, denen ich etwas mitgeben kann“, sagt sie.
Förderung von Fitness und Gemeinschaft
Auch die Förderung der körperlichen Gesundheit der Kinder sei ein wichtiges Thema, gerade in der heutigen Zeit. Wolf und Reinacher beobachten besorgt, dass Fitness und Koordination der Kinder immer weiter nachlassen. Sportarten wie Handball können diese aber gezielt fördern. Und auch die soziale Entwicklung der Kinder profitiere, sagt Reinacher. „Hier treffen sehr unterschiedliche Kinder und Jugendliche aufeinander, die sich sonst vielleicht nie kennengelernt hätten. Auch das gemeinsame Aufwärmen und Mittagessen tragen dazu bei.“ Aus dem Camp nehme also jeder etwas mit, egal mit welchem Können er kommt. Immer wieder entstünden dort auch neue Freundschaften. Und genau diese Gemeinschaft sei ohnehin das Schönste an Sportarten wie Handball, findet Reinacher.
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