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Viersen | RP ONLINE · Aug 20, 2026

Düsseldorfer Airport: Papagei Pina in Tasche auf Flughafen-Toilette ausgesetzt

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Marie Bockholt · RP ONLINE

Düsseldorfer Airport Papagei Pina in Tasche auf Flughafen-Toilette ausgesetzt

20.08.2026 · 13:59 Uhr

Pina wurde in einer Tasche auf der Herren-Toilette gefunden. Sie hatte schon versucht, sich selbst zu befreien.

Foto: Daniel Richter

Düsseldorf · Eine vergammelte Banane, eine kaputte Tasche und darin ein Gelbbrust-Ara: Die Bundespolizei hat am Airport in Düsseldorf einen zurückgelassenen Papagei entdeckt. Wie es dem Tier geht und warum es in Viersen ein neues Zuhause gefunden hat.

Mit einem Anruf der Bundespolizei hatte Daniel Richter nicht gerechnet. Der Viersener ist ein Vogel-Experte, nimmt immer wieder in Not geratene Papageien auf. Nach dem überraschenden Telefongespräch mit der Behörde in Düsseldorf ist nun ein weiteres Tier bei ihm eingezogen: Pina. Der Gelbbrust-Ara war zuvor auf einer Flughafen-Toilette in der Landeshauptstadt ausgesetzt worden.

Die Geschichte des Vogels sei sehr ungewöhnlich, erklärt Richter im Gespräch mit unserer Redaktion. Nach dem Anruf der Bundespolizei habe er sich sofort ins Auto gesetzt und das Tier auf der Wache in Düsseldorf kennengelernt. Zurückgelassen worden war der Papagei auf einer Herren-Toilette am Airport. Dort saß er in einer Tasche, in die er mit seinem Schnabel bereits ein Loch gehackt hatte. „Eine vergammelte Banane lag neben ihm“, so Richter. „Die war aber nicht angerührt – Papageien haben keinen Appetit, wenn sie unter Stress stehen.“

Besitzern wurde die Ausreise verweigert

Die Schwanzfedern des Vogels waren gestutzt worden.

Die Schwanzfedern des Vogels waren gestutzt worden.

Foto: Daniel Richter

Eine Sprecherin der Bundespolizei erklärt auf Nachfrage, dass der Gelbbrustara von einem Mann entdeckt worden sei. Daraufhin habe es öffentliche Aufrufe am Flughafen gegeben, um die Halter ausfindig zu machen. Diese blieben zwar ergebnislos. Dennoch konnten die Besitzer am Ende zugeordnet werden: „Es stellte sich heraus, dass sie bei uns auf der Wache waren, weil sie mit dem Papagei ausreisen wollten“, so die Sprecherin. Die Ausreise war ihnen allerdings zunächst verweigert worden, weil sie das Tier in einem nicht geeigneten Transportmittel mit sich führten.

Daniel Richter schätzt, dass der Vogel über mehrere Stunden alleine in der Tasche saß. Er sei sehr durstig gewesen und habe „extrem viel getrunken“. Später stellte der Viersener außerdem fest, dass die Schwanzfedern gestutzt worden seien. „Ich kann mir vorstellen, dass das gemacht wurde, damit er in die Tasche passt“, sagt der Experte. „Ansonsten ergibt es überhaupt keinen Sinn, Schwanzfedern abzuschneiden.“

Daniel Richter aus Viersen hat den Gelbbrustara bei sich aufgenommen.

Daniel Richter aus Viersen hat den Gelbbrustara bei sich aufgenommen.

Foto: Daniel Richter

Pina hat bereits Freunde kennengelernt

Der Vorfall am Flughafen hat sich bereits im Juli ereignet. Pina ist deshalb schon seit mehreren Wochen in Viersen zu Hause. Den Namen hat sich übrigens Richters älteste Tochter ausgedacht. „Der passt super zu unserem Gelbbrust-Ara-Hahn Paco“, sagt der Vogel-Kenner. Die beiden Tiere haben sich sogar schon angenähert. Erst einmal musste der am Flughafen ausgesetzte Papagei aber eine Quarantäne hinter sich bringen.

Daniel Richter hat nun auch die Züchterin von Pina ausfindig gemacht. Dadurch kann er entsprechende Papiere erhalten und ganz offiziell Besitzer des besonderen Aras werden. Sein Ziel ist es, das Tier auf den Freiflug vorzubereiten. „Dann kann sie über unseren Garten und über die Felder fliegen und kommt auf Abruf zurück“, sagt er.

Der gelernte Physiotherapeut betreut aktuell zwölf Papageien. Er hilft Haltern auch dabei, richtig mit den Vögeln umzugehen. „Papageien werden häufig abgegeben, weil Leute die Haltung unterschätzen“, sagt der 36-Jährige. So seien einige Besitzer etwa von Lautstärke oder Dreck überrascht.

Bußgeldverfahren wird eingeleitet

Nach Angaben der Bundespolizei könnte es sich bei dem Fall in Düsseldorf um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handeln. Eingeleitet wird ein Bußgeldverfahren. Dass Tiere am Flughafen ausgesetzt werden, ist insgesamt selten, wie ein Sprecher des Airports mitteilt. Aktuell herrscht vor Ort Hochbetrieb. Mehr als 3,4 Millionen Passagiere werden in den Anfang September endenden Sommerferien erwartet.

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