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Ratingen | RP ONLINE · Aug 21, 2026

Runder Geburtstag: Werner Schmitz wird 100 und blickt auf ein bewegtes Leben zurück

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Valeska Ridzewski · RP ONLINE

Runder Geburtstag Werner Schmitz wird 100 – „Es war harte Arbeit“

21.08.2026 · 17:00 Uhr

 Werner Schmitz ist 100 Jahre alt.

Werner Schmitz ist 100 Jahre alt.

Foto: Achim Blazy (abz)

Ratingen · Werner Schmitz wird 100 und blickt in Ratingen auf ein bewegtes Leben zurück. Krieg, Gefangenschaft, Weltreisen und Malerei prägten ihn. Doch was hält ihn jung?

Globetrotter, Maler und Familienmensch: Das ist Werner Schmitz, der am 22. August 1926 in Rheinhausen geboren wurde. Am Samstag feiert er seinen 100. Geburtstag. Seit 1979 lebt er mit seiner Frau Heiderose in Ratingen. An seine Kindheit erinnert sich Werner Schmitz als angenehme Zeit. Eine schmerzliche Erinnerung ist ihm jedoch geblieben. Sein Bruder wird seit dem Krieg vermisst. Nach der Schule absolvierte Werner Schmitz bei Krupp eine Ausbildung zum technischen Zeichner. Dann kam der Krieg. 1945 geriet er in Breslau in sowjetische Gefangenschaft. „Wenn er nicht so jung gewesen wäre, hätte er das nicht geschafft“, sagt Heiderose Schmitz. Erst 1950 kehrte er nach Deutschland zurück. „Dann fing sein Leben erst an“, sagt seine Frau.

Werner Schmitz musste noch einmal ganz von vorn anfangen und begann erneut eine Lehre. Später arbeitete er bei Thyssen Roh International in Düsseldorf, wo er seine Frau kennenlernte. Am 23. Dezember 1969 heiratete er seine Heiderose, die von Freunden und Kollegen liebevoll Dolly genannt wird. Die Hochzeitsreise führte das Paar auf eine Kreuzfahrt, die erste von vielen. Anschließend machten sich die beiden an den Bau ihres Hauses in Ratingen. In diesem Haus leben sie bis heute.

Neben den vielen Reisen, die Werner Schmitz beruflich unternahm, bereisten er und seine Frau auch gemeinsam die Welt. „Wenn er dann da war, sind wir durch die Welt gereist“, sagt sie. Sie fuhren mit einem Kreuzfahrtschiff nach Südostasien und unternahmen Rundreisen durch Neuseeland und Australien. „Damals waren es noch kleine Schiffe mit maximal 500 Passagieren“, erinnert sich Heiderose Schmitz. „Wir haben schon Kreuzfahrten gemacht, bevor sie in Mode kamen.“

Leben zwischen Arbeit und Reisen

Als Construction Manager wurde Werner Schmitz in die ganze Welt geschickt, um Bauprojekte umzusetzen, unter anderem nach Griechenland, Ecuador und in den Irak. „Ecuador mochte ich“, sagt er. „Durch die Arbeit war ich in 25 bis 30 Ländern: in Afrika, Südamerika, arabischen Ländern, Italien und Griechenland.“ Besonders Griechenland hatte es Werner Schmitz angetan. Zweieinhalb Jahre lebte das Paar dort. Auch Heiderose Schmitz denkt besonders gern an diese Zeit zurück. „Es war ein Traum“, sagt sie. „Das Haus stand direkt am Wasser. Wir haben auch heute noch Verbindungen zu den Menschen dort.“

Immer wenn sie konnte, besuchte sie ihn in seinen Stationen im Ausland. Auch im Irak besuchte Heiderose Schmitz ihren Mann. „Das war damals kein Problem“, erinnert sie sich. In den 1970er-Jahren hatte der Irak enge Verbindungen zur Sowjetunion. „Wir haben dann einfach gesagt, dass wir aus der DDR kommen“, sagt sie.

100 Jahre und viele Bilder

Im Laufe seines Lebens entwickelte der Globetrotter seine Leidenschaft für die Malerei. Ob Aquarelle, Acrylbilder, Landschaften oder Menschen: Werner Schmitz probierte vieles aus. In Workshops bildete er sich weiter. „Wir haben den ganzen Keller voll mit seinen Bildern“, sagt seine Frau. Vor einigen Jahren fotografierte er alle seine Werke und schnitt daraus am Computer selbst ein Video zusammen, mit Musik und Gedichten, die er selbst rezitierte. „Davon zehrt er heute noch“, sagt Heiderose Schmitz. „Das sind 100 Jahre, ein ganzes Leben“, beschreibt sie die Bilder, die im Haus zu sehen sind.

Manche seiner früheren Arbeitskollegen sind inzwischen über 90 Jahre alt und noch am Leben. Drei von ihnen werden am Samstag bei seiner Geburtstagsfeier dabei sein. Insgesamt werden 24 Gäste erwartet. „Ich hätte nicht gedacht, dass noch einmal so viele zusammenkommen. Viele sind ja schon gestorben“, sagt Heiderose Schmitz. Auf die Frage, wie man 100 Jahre alt wird, antwortet ihr Mann: „Gute Gedanken.“ „Und eine junge Frau“, sagt Heiderose Schmitz, sie ist 16 Jahre jünger als er. „Die Gesellschaft macht das aus“, sagt sie. „Wenn man allein lebt, wird man nicht 100.“ Zurückblicken kann Werner Schmitz auf 100 Jahre leben, reisen und malen. Über sein Leben hat der 100-Jährige vor allem eines zu sagen: „Es war harte Arbeit.“

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