Betreuung in Grundschulen Ganztagsquote im Kreis Viersen liegt deutlich unter NRW-Schnitt
24.08.2026 · 16:30 Uhr
Das Ganztagsförderungsgesetz regelt die stufenweise Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder (Symbolfoto).
Foto: dpa/Sven HoppeKreis Viersen · In NRW nutzen 56,2 Prozent der Grundschüler den Ganztag, im Kreis Viersen nur 45,5 Prozent. Zwischen Willich und Niederkrüchten klafft eine große Lücke.
Mehr als die Hälfte der Grundschülerinnen und Grundschüler in Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Schuljahr 2025/26 ein Angebot des offenen oder gebundenen Ganztags an Schulen besucht – genau 56,2 Prozent. Im Kreis Viersen ist das Bild ein etwas anderes, hier waren es 45,5 Prozent der Mädchen und Jungen. Wobei es auch innerhalb des Kreises Viersen in den neun zugehörigen Städten und Gemeinden große Unterschiede gibt: So ist der Anteil der Grundschüler, die ein solches Angebot nutzten, in der Stadt Willich mit Abstand am größten und in Niederkrüchten deutlich am geringsten. Dies geht aus Zahlen hervor, die Information und Technik NRW als Statistisches Landesamt anlässlich des Beginns des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter im bald startenden Schuljahr mitteilt.
64,7 Prozent der Grundschülerinnen und Grundschüler nutzten im vergangenen Schuljahr die offenen Ganztagsangebote in der Stadt Willich, 50,5 Prozent waren es in der Gemeinde Schwalmtal, 49,5 Prozent in der Stadt Viersen, 42,8 Prozent in der Stadt Tönisvorst, 41,9 Prozent in der Stadt Kempen, 37,9 Prozent in der Gemeinde Grefrath, 33,7 Prozent in der Gemeinde Brüggen, 32,9 Prozent in der Stadt Nettetal und nur 23,6 Prozent in der Gemeinde Niederkrüchten. Auffällig ist, dass es in Niederkrüchten einen deutlichen Zahlenunterschied zwischen Jungen und Mädchen gibt: Während 110 Jungen den offenen Ganztag besuchten, waren es lediglich 40 Mädchen. In den anderen Kommunen im Kreis Viersen ist das Verhältnis halbwegs ausgeglichen.
Zu den Gründen für die je nach Kommune doch sehr unterschiedlichen Zahlen liefert das Statistische Landesamt keine Informationen. Allerdings gibt es in einigen Kommunen neben dem offenen Ganztag weitere Angebote der schulischen Betreuung, die in den Zahlen des Landesamtes nicht enthalten sind.
Insgesamt ist in NRW der Anteil der Kinder, die Angebote des gebundenen oder offenen Ganztags nutzen, in den vergangenen Jahren stetig angestiegen, so das Statistische Landesamt: Hatten im Schuljahr 2015/16 noch 42,4 Prozent aller Grundschüler am offenen oder gebundenen Ganztag teilgenommen, so waren es im Schuljahr 2025/26 bereits 56,2 Prozent. Das Ganztagsförderungsgesetz regelt die stufenweise Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter, beginnend 2026 mit der ersten Klassenstufe. Im vorherigen Schuljahr 2025/26 nahmen bereits 58,1 Prozent der Grundschülerinnen und -schüler, die die erste Klasse besuchten, an einem Ganztagsangebot an einer Schule teil, so das Landesamt.
Auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte war der Anteil in Köln mit 86,5 Prozent landesweit am höchsten, am niedrigsten im Kreis Olpe mit 31,1 Prozent. „Tendenziell sind die Anteile der Ganztagsschülerinnen und -schüler an Grundschulen in den kreisfreien Städten höher als in den Kreisen“, so das Landesamt.
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