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Moers | RP ONLINE · Aug 24, 2026

Neobanken und ihre Grenzen: Banking ohne Filiale – Verbraucherschützerin aus Moers warnt vor Risiken

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Julia Hagenacker · RP ONLINE

Neobanken und ihre Grenzen Banking ohne Filiale – Verbraucherschützerin aus Moers warnt vor Risiken

24.08.2026 · 13:50 Uhr

Eine Frau nutzt auf ihrem Smartphone eine App, um im Online-Banking eine SEPA-Überweisung zu veranlassen.

Eine Frau nutzt auf ihrem Smartphone eine App, um im Online-Banking eine SEPA-Überweisung zu veranlassen.

Foto: picture alliance/dpa/Monika Skolimowska

Neobanken locken mit Gratis-Konten und Krypto-Handel. Doch wer nur per App bankt, kann bei Bargeldmangel oder Kontoproblemen schnell auf sich gestellt sein. Wer hilft dann?

Seit gut zehn Jahren gibt es Neobanken in Deutschland. Sie locken vor allem eine junge Kundschaft an und sind in der Regel nur über eine App erreichbar. Bei reinen Neobanken gibt es meist keine Filialen, teils auch keine Kredite oder Kreditkarten. „Diese Anbieter machen viel Werbung und locken mit kostenlosen Girokonten oder Krypto-Handel“, sagt Gisela Daniels, Leiterin der Verbraucherzentralenberatungsstelle Moers. „Kostenfreie Angebote sind gut, aber dafür muss man ein eingeschränktes Angebot und rein digitale Strukturen in Kauf nehmen. Und bei Problemen kann es schwierig werden.“ Daniels erklärt, was man vor der Kontoeröffnung beachten sollte.

Zugang nur mit Smartphone

Für fast alle Neobanken ist ein Smartphone Voraussetzung. Es dient häufig sowohl als Zugang zum Konto als auch zur Freigabe von Transaktionen. Alles läuft über Apps – von der Überweisung bis zur Geldanlage. Für die Zugangsprüfung finden sich Konto und TAN-Generator häufig in derselben App. Das sei zwar grundsätzlich zulässig, biete aber weniger Sicherheit als eine Trennung auf zwei Geräten, sagt Daniels. Bei mobilen TAN-Verfahren könne man sich zum Beispiel alternativ auf einem Laptop oder Tablet ins Onlinebanking einloggen und die TAN per Smartphone empfangen. Und zu bedenken sei auch: Gehe das Smartphone verloren oder werde es gestohlen, könne der Zugriff auf das Konto schwierig werden.

Begrenzter Bargeld-Zugang und Extra-Gebühren

Laut der Verbraucherzentrale arbeiten Anbieter wie N26, Trade Republic, Bunq oder Klarna mit einer eigenen Banklizenz oder der Lizenz ihrer Mutterunternehmen. Häufig seien sie jedoch nicht Teil von Automatennetzwerken, heißt es. Bargeld abzuheben könne also umständlich oder kostspielig sein, denn Neobanken setzten vor allem auf bargeldlosen Verkehr. „Manche bieten zwar Kredit- oder Debitkarten an, mit denen Kunden an Bankautomaten oder in Supermärkten Bargeld erhalten können. Diese Option ist aber oftmals auf eine bestimmte Anzahl oder einen Höchstbetrag pro Monat beschränkt. Wer mehr will, muss dafür Gebühren zahlen“, erklärt Daniels. Auch Bareinzahlungen seien nicht so einfach wie bei klassischen Banken mit Filial- oder Automatennetz. Neobanken arbeiteten dafür teils mit anderen Banken oder Partnergeschäften zusammen. Vor der Kontoeröffnung sollten Verbraucher deshalb prüfen, wie oft sie kostenfrei Bargeld abheben oder einzahlen können und welche Gebühren anfallen.

Kein persönlicher Kundensupport im Notfall

Fest steht: Wenn das Konto gehackt oder die Kreditkarte gestohlen wurde, brauchen Verbraucher schnell Hilfe. Das könne bei reinen Neobanken schwieriger sein, da sie in der Regel keinen persönlichen Kundensupport anbieten, warnt die Verbraucherschützerin. Im Notfall müssten Betroffene deshalb häufig mit Chatbots kommunizieren, was zeitintensiv sein könne. Besonders problematisch könne das bei einer Kontopfändung werden, denn Pfändungen von Gläubigern könnten existenzbedrohend sein. „Dann ist eine verlässliche Auskunft wichtig“, sagt Daniels. „Nach aktuellen Erkenntnissen der Verbraucherzentrale NRW sind Kunden von Neobanken bei der Einrichtung von Pfändungsschutz-Konten oder der Beachtung von Pfändungsschutzvorschriften häufiger alleingelassen, da persönliche Ansprechpartner fehlen und die Kommunikation oft nur über einen Chat in der App läuft.“

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