Firmenschließungen im Kreis Mettmann Selbst starke Unternehmen geben auf
20.08.2026 · 17:31 Uhr
Creditreform und das ZEW analysierten die Firmenschließungen. Deren Zahl liegt im Kreis Mettmann über dem Landesdurchschnitt.
Foto: Federico Gambarini/dpa/Federico GambariniKreis Mettmann · Laut Creditreform stehen nur rund 13 Prozent der Schließungen mit einer Insolvenz in Verbindung. Auch Firmen mit guter Bonität geben auf – was setzt sie unter Druck?
Laut einer aktuellen Untersuchung von Creditreform und dem ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) wurden bundesweit rund 188.000 Unternehmen geschlossen – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. In der Region zeigt sich ein differenzierteres Bild. Die Schließungsraten liegen mit 6,4 Prozent in Düsseldorf und 6,2 Prozent im Kreis Mettmann deutlich über dem NRW-Durchschnitt von 5,7 Prozent.
Im Vergleich der 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen belegen Düsseldorf und der Kreis Mettmann damit die Plätze 6 und 10. Auch bei den absoluten Zahlen sticht die Region negativ hervor: 2025 wurden in Düsseldorf rund 2333 Unternehmen geschlossen, im Kreis Mettmann rund 1369 – nach Köln die höchsten Werte in Nordrhein-Westfalen. Bei der Einordnung dieser Zahlen ist laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu berücksichtigen, dass in größeren Wirtschaftsstandorten auch mehr Unternehmen ansässig sind. Für den Vergleich der Regionen ist daher aus Sicht der IHK die Schließungsrate aussagekräftiger.
Zunehmend betroffen seien kleine und mittlere Unternehmen. Dabei schlössen nicht nur Betriebe mit wirtschaftlichen Problemen, sondern auch Unternehmen mit guter oder mittlerer Bonität. Nur rund 13 Prozent der Schließungen stünden im Zusammenhang mit einer Insolvenz. Als Gründe nennt Creditreform neben Finanzierungsschwierigkeiten auch den technologischen Wandel, steigenden Wettbewerbsdruck, den demografischen Wandel und den Arbeitskräftemangel.
Für die IHK Düsseldorf sind die hohen Schließungszahlen ein Warnsignal. „Wenn ein wirtschaftlich tragfähiges Unternehmen schließen muss, weil die Übergabe nicht rechtzeitig geregelt werden konnte, gehen unternehmerisches Know-how, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region verloren. Deshalb unterstützen wir Unternehmen dabei, sich frühzeitig mit der eigenen Nachfolge auseinanderzusetzen“, sagt Nikolaus Paffenholz, Geschäftsführer Unternehmensservice der IHK Düsseldorf.
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