Turnier in Athen Meerbuscherin holt Silber bei Basketball-EM
19.08.2026 · 16:31 Uhr
Strahlende Gesichter bei den Vizemeisterinnen: Ute Hoffmann (2.v.r.) war mit dem deutschen Ü65-Team bei der Senioren-EM in Athen erfolgreich.
Foto: HoffmannAthen/Meerbusch · Basketballerin Ute Hoffmann aus Osterath erreichte mit der deutschen Ü65-Auswahl bei der Senioren-EM das Endspiel. Gegen Lettland fehlte nicht viel zum Titel.
Es fehlten nur zehn Sekunden und zwei Punkte. Dann wäre für Ute Hoffmann und die deutsche Ü65-Auswahl bei der Senioren-EM in Athen vielleicht sogar noch der Titel drin gewesen. Stattdessen blieb es im Endspiel beim knappen 34:36 gegen Lettland. Die Basketballerin aus Osterath musste sich mit der Silbermedaille begnügen.
Dennoch überwog schon wenige Minuten nach Spielende die Freude über den zweiten Platz. „Bei uns ist es immer so, dass wir auf das Erreichte stolz sind. Mit einer Silbermedaille sind wir ja trotzdem Gewinnerinnen“, sagt die 71-Jährige, die in der Vergangenheit bereits zahlreiche Erfolge auf internationalem Parkett gefeiert hat. 2023 wurde sie in Argentinien Weltmeisterin, 2024 folgte in Italien der Europameistertitel.
In Athen war die deutsche Mannschaft entsprechend als Titelverteidiger angetreten. In der Vorrunde gab es Siege gegen die USA (37:27) und Deutschland B (40:30), aber auch Niederlagen gegen Lettland (27:32) und Chile (48:50). Im Halbfinale setzte sich die Auswahl gegen die zweite deutsche Mannschaft knapp mit 22:20 durch. Für das Endspiel hatten sich die Voraussetzungen allerdings verschlechtert. Gleich drei Spielerinnen fielen verletzungsbedingt aus. „Dadurch war für den Rest die Belastung deutlich höher. Deshalb sind uns im Finale auch etwas die Kräfte ausgegangen“, berichtet Hoffmann.
Sie selbst war eine der Spielerinnen, auf die es deshalb besonders ankam. Die Osteratherin absolvierte innerhalb einer Woche alle sechs Partien und stand auch im Finale mehr als 30 Minuten auf dem Feld. „Da ich noch recht fit war, durfte ich fast gar nicht raus“, sagt sie lachend. Dabei kam sie sowohl im Aufbau als auch auf dem Flügel und gelegentlich sogar als Center zum Einsatz – und das, obwohl sie nur 1,70 Meter misst. „In der Altersklasse ist es nicht mehr so entscheidend, ob man groß ist, sondern dass man den Ball noch gut fangen und viel rennen kann“, sagt Hoffmann. Genau das tut sie noch regelmäßig.
Für die TG Neuss 4 spielt sie in dieser Saison in der Bezirksliga, wo sie es teilweise mit 18-Jährigen zu tun bekommt. „Die sind natürlich ganz schön schnell. Mit Erfahrung kann man aber manches wettmachen“, sagt Hoffmann.
Die nächste Gelegenheit auf einen internationalen Titel wartet im kommenden Jahr. Im Sommer 2027 steht die WM in Brasilien an. „Gesund durchkommen ist erst mal das Wichtigste, und dann das Beste daraus machen“, sagt die Basketballerin. Allerdings mache sich das steigende Alter des Teams zunehmend bemerkbar. „Viele von uns sind über 70. Da ist man gegenüber Spielerinnen, die gerade 65 geworden sind, natürlich im Nachteil“, sagt Hoffmann. Ganz ohne sportliche Ambitionen reist die deutsche Auswahl aber nicht nach Brasilien. „Vielleicht können wir ja noch mal angreifen“, sagt Hoffmann.
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