Gelbe Säcke in Leichlingen Der Nachbar kommt – der Sack darf mit
22.08.2026 · 14:00 Uhr
Jeder nur 15 Stück aufs Mal – aber künftig soll man die gelben Säcke auch für Nachbarn oder Familie mitnehmen dürfen.
Foto: Kathrin KellermannLeichlingen · In Leichlingen wird aus der Ausgabe von Gelben Säcken eine Frage der Alltagshilfe. Die CDU will ein Formular statt großer Bürokratie.
Manchmal sind es tatsächlich die kleinen Dinge, die im Alltag für erstaunlich viel Gesprächsstoff sorgen. In Leichlingen gehören dazu offenbar die Gelben Säcke. Meist geht es um deren (mangelnde) Reißfestigkeit, diesmal um die Frage, wer sie wie ausgehändigt bekommt.
Seit dem 1. Januar dieses Jahres gibt es die Säcke ohne Gutschein direkt an den Ausgabestellen – eine Rolle mit 15 Säcken pro Person und Abholung. Die Begrenzung soll verhindern, dass einzelne Haushalte sich mit ihrem Jahresbedarf eindecken und am Ende andere leer ausgehen. Schließlich soll die Ausgabe fair bleiben.
Doch im Alltagsgeschehen gibt es eine kleine Lücke. Was, wenn die ältere Nachbarin nicht mehr selbst zur Ausgabestelle kommt? Oder der berufstätige Sohn keine Zeit findet? Darf der Nachbar, der ohnehin unterwegs ist, einfach eine Rolle mitbringen?
Bei diesen Fragen setzt ein aktueller Antrag der CDU an. Die Begrenzung soll ihrer Meinung nach bestehen bleiben. Geprüft werden soll lediglich, wie Bürgerinnen und Bürger in begründeten Fällen auch für andere eine Rolle abholen können – etwa für ältere, mobilitätseingeschränkte oder beruflich verhinderte Menschen.
Die Idee: eine einfache Vollmacht oder ein unkompliziertes Formular, das online bei der Stadt Leichlingen oder beim Bergischen Abfallwirtschaftsverband bereitsteht. Kein großer Verwaltungsakt, sondern eine kleine Brücke für ganz normale Nachbarschafts- und Familienhilfe. So könnte aus einer gut gemeinten Regel eine wirklich alltagstaugliche Lösung werden.
Denn eigentlich ist die Sache ziemlich einfach: 15 Säcke bleiben 15 Säcke. Nur sollte es möglich sein, sie gelegentlich auch für jemanden mitzunehmen, der selbst nicht kommen kann.
Ausgerechnet der Müllsack für gebrauchte und leere Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien könnte damit zeigen, dass gute Verwaltung manchmal vor allem eines sein sollte: praktisch. Beraten lassen möchte die CDU über diese grundlegende Frage in der nächsten Beiratssitzung mit dem Abfallwirtschaftsverband.
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