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Langenfeld | RP ONLINE · Aug 21, 2026

Aus Dnipro und Volodymyr: Ukrainische Kinder erleben in Monheim Tage ohne Luftalarm

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Frihtjof Bublitz · RP ONLINE

Aus Dnipro und Volodymyr Ukrainische Kinder erleben in Monheim Tage ohne Luftalarm

21.08.2026 · 13:44 Uhr

Ein Zeichen der Dankbarkeit: die elfjährige Anna überreicht der stellvertretenden Bürgermeisterin Angela Linhart ein selbstgemaltes Bild.

Ein Zeichen der Dankbarkeit: die elfjährige Anna überreicht der stellvertretenden Bürgermeisterin Angela Linhart ein selbstgemaltes Bild.

Foto: Stadt Monheim/Tanja Bamme

Monheim · 33 Kinder aus Dnipro und Volodymyr verbringen zehn Ferientage in Deutschland. In Monheim finden sie Sicherheit und Gemeinschaft – doch die Reise beginnt für manche gefährlich.

Zehn Tage Ferien in Deutschland, ohne ständig an Luftalarm und mögliche Angriffe denken zu müssen: 33 ukrainische Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren sind derzeit im Rahmen eines Feriencamps zu Gast in Deutschland. Bei einem Ausflug nach Monheim wurden sie gemeinsam mit ihren zwölf Betreuungspersonen im Rathaus von der stellvertretenden Bürgermeisterin Angela Linhart empfangen.

Organisiert wird die Ferienaktion von der Bayer AG. Bei der Auswahl der Kinder orientierte sich das Unternehmen an den ukrainischen Partnerstädten Kölns und Monheims: Dnipro und Volodymyr. Unterstützung kommt vom Verein Blau-Gelbes Kreuz. Der Verein war unter anderem an der Auswahl der Kinder in der Ukraine beteiligt, half bei der Einreise und begleitet die Gruppe während ihres Aufenthalts.

Neue Kontakte nach Städtepartnerschaft

 33 Kinder aus der Ukraine und zwölf Betreuungspersonen besuchten gemeinsam das Monheimer Rathaus.

33 Kinder aus der Ukraine und zwölf Betreuungspersonen besuchten gemeinsam das Monheimer Rathaus.

Foto: Stadt Monheim/Tanja Bamme

Für Monheim ist der Besuch auch vor dem Hintergrund der erst kürzlich beschlossenen Städtepartnerschaft mit Volodymyr von besonderer Bedeutung. Der Monheimer Stadtrat hatte die Partnerschaft am 10. Februar dieses Jahres offiziell beschlossen. Der Partnerschaftsvertrag soll noch in diesem Jahr unterzeichnet werden. Seit dem Ratsbeschluss gab es bereits verschiedene Begegnungen und Kontakte. Mit den Kindern aus Volodymyr sind nun erstmals Menschen aus der Zivilgesellschaft im Rahmen eines solchen Austauschs in Monheim zu Gast. Zuvor waren vor allem Erwachsene in offizieller Funktion in die Stadt gekommen.

Linhart ging bei ihrer Begrüßung auch auf die schwierige Situation der Familien in der Ukraine ein. „Ich kann nicht sagen, wie ihr euch fühlt. Aber ich versichere euch: Wir bekommen mit, was bei euch zu Hause passiert, und wir schauen nicht weg“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin. Zugleich würdigte sie die Familien, die trotz des Krieges ihren Alltag in der Ukraine weiter bewältigen müssten. „Wir sind froh, dass wir Teil dieser Reise sein können“, sagte Linhart.

Auch die ukrainische Gemeinschaft in Monheim spielte bei ihrem Empfang eine Rolle. Inzwischen leben viele Menschen aus der Ukraine in der Stadt. Das Kiewer Symphonie Orchestra ist ebenfalls zu einem festen Bestandteil der Monheimer Stadtgesellschaft geworden. Linhart verurteilte den russischen Angriffskrieg und ermutigte die Kinder, während ihres Aufenthalts viel über ihre Heimat zu erzählen. Für die Dauer der Reise seien sie auch Botschafterinnen und Botschafter ihres Landes.

Anreise war nicht für alle problemlos

Wie wertvoll die Reise für die Kinder ist, wurde beim Treffen im Rathaus deutlich. Besonders die Sicherheit und die Möglichkeit, einige Tage ohne Angst vor Luftangriffen zu verbringen, sind für sie eine besondere Erfahrung. Für einen Teil der Gruppe aus Dnipro begann die Reise allerdings unter schwierigen Bedingungen. Auf dem Weg Richtung Polen gerieten die Reisenden zeitweise in gefährliche Situationen. Wegen der Kriegslage kam es zudem zu Verzögerungen.

Im Rathaus standen trotz des ernsten Hintergrunds die Begegnung und die Freude über den Besuch im Mittelpunkt. Die Kinder hatten zahlreiche Geschenke aus ihrer Heimat mitgebracht. Sie überreichten selbst gemalte Bilder, Fahnen und ukrainisches Porzellan. Außerdem führten sie gemeinsam einen Tanz auf. Für einen besonders bewegenden Moment sorgte die elfjährige Anna. Sie sang ein Lied zum Gedenken an die Väter, die im Krieg ihr Leben verloren haben. Zum Abschluss stimmten die Gäste und ihre Gastgeber gemeinsam die ukrainische Nationalhymne an.

Auch der von Monheimer Ukrainerinnen und Ukrainern gegründete Verein Leleka begrüßte die Gruppe im Rathaus. Die Vereinsmitglieder hatten unter anderem Stoffbeutel und Universalladekabel für Mobiltelefone als Geschenke vorbereitet. Von der Stadt erhielten die Kinder jeweils eine Tasse und fair gehandelte Schokolade. Nach dem offiziellen Empfang ging es für die Gruppe weiter in eine Eisdiele. Bei einem gemeinsamen Eis klang der Vormittag in Monheim aus.

Ausflüge von Wermelskirchen aus

Während ihres zehntägigen Aufenthalts sind die Kinder im Bayer-Gästehaus Große Ledder in Wermelskirchen untergebracht. Von dort aus geht es zu verschiedenen Ausflügen. Neben Monheim standen unter anderem bereits Köln, Remscheid und ein Besuch im Phantasialand auf dem Programm.

Für die Fahrten nutzt die Gruppe jeweils den Reisebus der Bahnen der Stadt Monheim. Die Bayer AG plant in diesem Sommer zudem ein zweites Feriencamp für ukrainische Kinder aus anderen Städten.

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