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Krefeld | RP ONLINE · Aug 20, 2026

Art Camp in Krefeld: Kunst und KI – Segen oder Fluch?

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Petra Diederichs · RP ONLINE

Art Camp in Krefeld Kunst und KI – Segen oder Fluch?

20.08.2026 · 15:46 Uhr

Der Maler Kamo im Südbahnof. Beim Art Camp wird er auch über einen Film zu Tabuthemen im Irak sprechen.

Der Maler Kamo im Südbahnof. Beim Art Camp wird er auch über einen Film zu Tabuthemen im Irak sprechen.

Foto: Werkhaus

Krefeld · Wie stehen eigentlich Kunstschaffende zu Künstlicher Intelligenz? Chancen, Grenzen und Gefahren sind Thema beim Art Camp im Südbahnhof. Zehn Tage lang arbeiten dort 27 Künstlerinnen und Künstler. Publikum ist willkommen.

Im Südbahnhof startet am Freitag, 21. August, das Art Camp 2026. Im Südbahnhof, Saumstraße 9, treffen sich 27 Künstlerinnen und Künstler mit internationalem Hintergrund, um zu arbeiten, sich auszutauschen und mit dem Publikum in Kontakt zu kommen. „Sie vertreten unterschiedliche Disziplinen, kulturelle Hintergründe und Ausbildungswege“, so Anja Jansen, die das Camp organisiert. Und immer gibt es Veranstaltungen mit Experten und Verantwortlichen aus Kultur, Politik und Wissenschaft, um thematisch in die Tiefe zu gehen. Auch da ist Publikum willkommen. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz.

Die Welt verändert sich auch in der Kunst

Das Camp dauert bis zum 29. August, in diesen Tagen können Interessierte den Künstlern von 11 bis 17 Uhr über die Schulter schauen, mit ihnen reden, sie befragen. Das Thema des vergangenen Jahres wird fortgesetzt: Globale Transformationen, das Erstarken autoritärer Denkweisen sowie anhaltende Kriege prägen unsere Gegenwart. Veränderung, Unsicherheit, Krisen und Konflikte werden künstlerisch erarbeitet. Besonderer Aspekt diesmal: Welche Rolle nimmt KI dabei ein?

Raum für unkonventionelle Ideen

Das Camp will Raum bieten für neue, unkonventionelle Formen der Auseinandersetzung. Die Frage, wie unabhängig und kritikfähig Kunst in einer Zeit ist, in der KI immer mehr Platz einnimmt, steht am Montag, 24. August, im Mittelpunkt eines Vortrags von Dorothea Winter. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich angewandte und digitale Ethik an der Humanistischen Hochschule Berlin und promoviert an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema Intentionalität und Künstliche Intelligenz. Der Vortrag in englischer Sprache beginnt um 18.30 Uhr.

Der KI-Praxistest

Am 25. August gibt es den KI-Praxistest. Nach einem Impulsreferat einer Künstlerin, die ab 17 Uhr berichtet, welche digitalen Werkzeuge in welchen Kunstsparten eingesetzt werden, lädt das Krefelder Zentrum für digitale Lernwelten ab 18 Uhr ein, KI selbst auszuprobieren.

Der Film „Bekhals Tears“ wurde 2005 im Norden Iraks in Kurdistan gedreht und behandelt Tabuthemen wie sexuelle Gewalt, patriarchale Machtausübung und die Veränderung der Gesellschaft im Irak. Zu sehen ist er am 26. August ab 18 Uhr. Im Anschluss ist ein Gespräch mit dem Künstler Kamo möglich, der in dem Film mitgewirkt hat.

Die große Ausstellung

Unter dem Titel „Slow Art“ lädt Sabine Klement für den 27. August, 18.30 Uhr, zu einer eingehenderen Betrachtung ausgewählter Werke der 27 Art-Camp-Künstlerinnen und -Künstler ein.

Eine große Abschlussveranstaltung bildet am 29. August das Finale. Dann sind alle während des Art Camps entstandenen Arbeiten in einer großen Ausstellung zu sehen. Das Rahmenprogramm steht zurzeit noch nicht fest. Beginn ist um 20 Uhr.

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