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Korschenbroich | RP ONLINE · Aug 19, 2026

Großprojekt „Windader West“: Amprion plant Verlauf neuer Stromtrasse – erste Veränderungssperren erlassen

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Christian Kandzorra · RP ONLINE

Großprojekt „Windader West“ Amprion plant Verlauf neuer Stromtrasse – erste Veränderungssperren erlassen

19.08.2026 · 04:50 Uhr

Die Kabel, etwa armdick, sollen unterirdisch verlegt werden. Amprion plant den Trassenverlauf nun im Detail (Archivfoto).

Die Kabel, etwa armdick, sollen unterirdisch verlegt werden. Amprion plant den Trassenverlauf nun im Detail (Archivfoto).

Foto: Amprion GmbH

Grevenbroich · Amprion will in der Nordsee erzeugte Energie bis nach NRW transportieren und für diesen Zweck unterirdisch Kabel verlegen. Im genehmigten Korridor gibt es jedoch Engstellen, an denen nun explizit dieses Vorhaben Vorrang hat.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion treibt seine Feinplanung zur Verlegung dicker Erdkabel voran, mit denen perspektivisch Energie aus Offshore-Windparks in der Nordsee nach NRW transportiert werden soll („Windader West“). Der 670 Meter breite, sogenannte Vorzugskorridor für die Verlegung der sechs armdicken Kabel Kostenpflichtiger Inhalt führt auch durch Teile des Rhein-Kreises, etwa durch Grevenbroich und Rommerskirchen. Seit Jahresbeginn 2025 beschäftigt sich Amprion mit der Feinplanung innerhalb dieses Korridors. So prüft das Unternehmen, wo genau die Kabel verlegt werden können.

Weil sich herauskristallisiert hat, dass es an manchen Stellen beispielsweise wegen nahe gelegener Wohngebiete eng wird, hat die Bezirksregierung Düsseldorf nun erste Veränderungssperren erlassen. Damit will die Behörde sicherstellen, dass der Platz, der für die Erdkabel benötigt wird, nicht anderweitig genutzt werden kann. Wie die Bezirksregierung mitteilte, ist auch ein ländliches Gebiet zwischen den Orten Kleinenbroich und Vorst, also an der Stadtgrenze Korschenbroich/Kaarst, von so einer Sperre betroffen. So dürfen auf insgesamt 19 Flurstücken der Gemarkung Kleinenbroich und auf weiteren zwei Flurstücken der Gemarkung Büttgen jeweils ganz oder teilweise keine Veränderungen mehr vorgenommen werden. Heißt: Dort darf die Landwirtschaft nicht intensiviert werden, es dürfen keine Gebäude errichtet und auch keine anderen Leitungen in den Boden gebracht werden.

Tatsächlich bliebe Amprion zwischen den beiden Dörfern nur ein schmaler Streifen Land für die Verlegung der Kabel. Projektsprecher Jonas Laudage geht davon aus, dass die Feinplanung innerhalb des von der Bezirksregierung Ende 2024 genehmigten Korridors noch gut zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. „Wahrscheinlich ist, dass wir Ende 2028, Anfang 2029 in das Planfeststellungsverfahren einsteigen“, sagt Laudage. Bis dahin werden mitunter Baugrunduntersuchungen angestellt – auch im Raum Grevenbroich.

Die sechs Kabel sollen das Gebiet der Schlossstadt von Norden (bei Kapellen) bis Süden (Allrath) durchqueren und bis zum Umspannwerk Rommerskirchen geführt werden. Dabei handelt es sich um einen Netzanknüpfungspunkt, in dessen Umgebung Amprion auch einen Konverter errichten will. Dieses hallenartige Bauwerk ist nötig, um den Gleichstrom, der dort ab 2036 ankommen soll, in Wechselstrom umzuwandeln. Laut Laudage hofft man bei Amprion, dass im vierten Quartal dieses Jahres eine Entscheidung für den Standort fällt. Als Standorte werden die Kommunen Grevenbroich, Bergheim und Rommerskirchen gehandelt.

Der Grevenbroicher Bürgermeister Klaus Krützen hatte „seine“ Stadt in den vergangenen Monaten mehrmals Kostenpflichtiger Inhalt gezielt als Standort für einen Konverter ins Gespräch gebracht. Um weitere Zukunftsprojekte realisieren zu können, solle die Schlossstadt zu einer Art „Steckdose“ fürs Revier werden. Möglicher Standort für einen Konverter könnte demnach der Raum Neurath werden.

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