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Kempen | RP ONLINE · Aug 20, 2026

DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt: SC St. Tönis kann Geschichte schreiben: „Wir müssen durch die Hölle gehen"

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Uwe Worringer · RP ONLINE

DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt SC St. Tönis kann Geschichte schreiben: „Wir müssen durch die Hölle gehen"

20.08.2026 · 21:17 Uhr

Moritz Hirt, Bekim Kastrati und Lukas Moes vom SC St. Tönis am Tag vor dem größten Spiel der Vereinsgeschichte.

Moritz Hirt, Bekim Kastrati und Lukas Moes vom SC St. Tönis am Tag vor dem größten Spiel der Vereinsgeschichte.

Foto: samla.de

St. Tönis · Ein Fünftligist, ein Bundesligist, eine ausverkaufte Grotenburg: Der SC St. Tönis schreibt am Freitagabend Vereinsgeschichte. Tausende Frankfurt-Fans reisen an – doch die Sympathien dürften beim Außenseiter liegen.

Der Einzug in das Finale um den Niederrhein-Pokal gegen den MSV Duisburg ging in die Annalen des SC St. Tönis ein. Doch das Sahnehäubchen war der damit verbundene Einzug in die Hauptrunde des DFB-Pokals, in dem der Fünftligist am Freitagabend in der ausverkauften Krefelder Grotenburg Bundesligist Eintracht Frankfurt herausfordert. Der Eintracht folgen ein paar Tausend Anhänger, die für eine ganz besondere Atmosphäre im traditionsreichen Stadion sorgen werden. Doch auch der Underdog aus Tönisvorst dürfte nicht ohne Support dastehen. Denn naturgemäß gehören die Sympathien neutraler Besucher dem Außenseiter, sodass sich viele sicher auf die Seite von Trainer Bekim Kastrati und seiner Mannschaft schlagen dürften, sofern sie nicht ohnehin schon mit dem SC verbunden sind. Sportlich sind die Rollen natürlich klar verteilt. Alles andere als eine Niederlage des Oberligisten wäre eine Sensation. Der 21. August 2026 wird dennoch in der Vereinsgeschichte des Sportclubs einen ganz besonderen Platz einnehmen.

Das Highlight vor Augen zeigte sich der SC in den letzten Wochen erstaunlich fokussiert. Viele Beobachter hätte es nicht gewundert, wenn der Oberligist in der 1. Runde des Niederrhein-Pokals und beim Start in die Meisterschaft gedankenverloren gestrauchelt wäre. Doch die Kastrati-Elf setzte mit zwei Siegen ein Zeichen mentaler Stärke. „Ehrlich gesagt, haben wir uns mit Frankfurt in den letzten zwei Wochen gar nicht beschäftigt“, sagt Kapitän Maximilian Pohlig. „Bekim hat uns gesagt, dass wir das beiseiteschieben müssen. Das ist uns auch gegen zwei starke Gegner gelungen. Erst in den vergangenen Tagen haben wir uns mit der Eintracht beschäftigt. Jetzt ist es aber pure Vorfreude auf einen Gegner, der eine riesige Qualität hat. Wir werden trotzdem versuchen, Fußball zu spielen, und nicht mit dem Gedanken in das Spiel gehen, dass wir ohnehin verlieren. Dann braucht man gar nicht erst aufzulaufen“, ergänzt er.

Herz gegen Kopf

Nach dem Abschlusstraining gab Kastrati den 18-köpfigen Kader bekannt. Seine wohl schwierigste Aufgabe. Daraus machte der 47-Jährige auch keinen Hehl: „Ich könnte mit dem Herz entscheiden. Aber ich muss mit dem Kopf entscheiden. Am liebsten würde ich alle spielen lassen.“ Klar ist nur, dass Simon Sell im Tor steht und für Dominik Dohmen ein Kurzeinsatz vorgesehen ist. Der letztjährige Kapitän, die prägende Figur der letzten Jahre, soll im Rahmen der Begegnung verabschiedet werden. Und wie schätzt Kastrati die Aussicht auf ein Weiterkommen ein? „Wir sind in der Grotenburg noch ungeschlagen“, scherzte der Ex-Profi mit Blick auf eine mögliche Überraschung. „Aber klar ist, dass wir durch die Hölle gehen müssen. Überraschungen sind immer möglich, aber wir wollen sachlich bleiben. Wir sind Fünftligist, das sind Profis. Wir wissen, was auf uns zukommt, haben aber natürlich einen Plan und versuchen, das Bestmögliche daraus zu machen und auch offensiv Akzente zu setzen. Zunächst gilt es aber, den Schlüsselspielern der Eintracht deren Stärke zu nehmen. Aber leider sind das fast alles Schlüsselspieler. Unabhängig davon, wie das Spiel ausgeht – wir alle im Verein können stolz auf das Erreichte sein“, sagt Kastrati. Alle seien dankbar, die Möglichkeit zu haben, sich auf dieser Bühne präsentieren zu können. „Mich freut es vor allem für die Menschen, die sonntags auch immer da sind, so etwas erleben zu können. Für die, die mit nach Dingden fahren, oder freitags bei minus 20 Grad nach Kleve mitreisen“, so Kastrati.

Nachtschicht unter der Woche

Mit dem Anpfiff endet auch die Vorarbeit, die der SC mit vielen Helfern bewerkstelligte. Am Mittwoch legten diese noch eine Nachtschicht ein und die gepriesene Drittligatauglichkeit stellte die Organisatoren doch noch vor die eine oder andere ungeahnte Hürde, wie SC-Vorstandsmitglied Lukas Moes berichtete.

Einige Sorgenfalten bereiteten am Donnerstagabend noch die Markierungen vom letzten Football-Match der Krefeld Ravens, die besonders im Sonnenlicht unübersehbar blieben. Wie zum Niederrhein-Pokalfinale wird der SC mit dem extra folierten Bus anreisen. „Mal sehen, ob wir ihn danach nochmal brauchen“, sagte Moes mit einem Augenzwinkern. Die Stadiontore öffnen um 16.30 Uhr.

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