RSS Amplifier

Kaarst | RP ONLINE · Aug 21, 2026

Kaarster Probus-Club stellt Neusser Foodineum vor: Ein Blick in die Zukunft der Ernährung

0
Sign in to vote or save

Rudolf Barnholt · RP ONLINE

Kaarster Probus-Club stellt Neusser Foodineum vor Ein Blick in die Zukunft der Ernährung

21.08.2026 · 04:50 Uhr

Beim Vortrag im Haus Broicherdorf: Sven Bredlow (Probus-Club) und Stephanie Bienefeld (Foodineum).

Foto: Georg Salzburg(salz)/Georg Salzburg

Kaarst · Im Neusser Foodineum sollen ressourceneffiziente und nachhaltige Lösungen entlang der gesamten Lebensmittelproduktionskette gefunden werden. Bei einer Projektvorstellung in Kaarst wurde aber auch klar: Vieles ist noch im Theoriestatus.

Spätestens wenn der Braunkohletagebau Geschichte ist, müssen neue Jobs her. 17.000 Menschen arbeiten im Rheinischen Revier schon jetzt in der Lebensmittelwirtschaft. Was liegt da näher, als diese Branche zu stärken? Vor Mitgliedern des Probus-Clubs stellte Stephanie Bienefeld in Johnen‘s Tenne in Kaarst jetzt das Projekt Foodineum vor. Vieles ist noch nicht greifbar und dürfte die Vorstellungskraft manch eines Zuhörers noch überstiegen haben. Allerdings hat dieses Foodineum bereits eine Adresse: Markt 17 bis 19 im Herzen von Neuss.

„Ich bin Foodie aus vollem Herzen“, gestand die Referentin. Sie erklärte Folgendes: „30 Prozent des CO2-Ausstoßes kommt von der Lebensmittelwirtschaft.“ Es geht also auch um Umweltschutz bei dem Kooperationsprojekt vom Rhein-Kreis Neuss und der Hochschule Niederrhein. Und das Land beteiligt sich mit zunächst sieben Millionen Euro daran. „Wir wollen Schnittstelle sein zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft“, erklärte Stephanie Bienefeld. Es gehe nicht darum, dass bald alle frittierte Grillen essen müssen. Worum es aber genau geht, wurde wohl auch deshalb nicht so ganz deutlich, weil das Projekt erst ganz am Anfang steht.

 Im Foodineum geht es um pflanzliche Rohstoffe, aber auch um alternative Proteine bis hin zu Qualitäts-, Sicherheits- und lebensmittelrechtlichen Fragen.

Im Foodineum geht es um pflanzliche Rohstoffe, aber auch um alternative Proteine bis hin zu Qualitäts-, Sicherheits- und lebensmittelrechtlichen Fragen.

Foto: Florian Wiegand/dpa/Florian Wiegand

Fest steht, dass die Menschen mitgenommen werden sollen, vor allem, wenn es um Innovationen geht. Deshalb sollen künftig auch Schulklassen das Foodineum besuchen. Hier könnte ein Thema sein, wie man sich so ernähren kann, dass es auch für den Planeten gut ist. Es geht letztendlich aber auch darum, zusätzliche Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. In diesem Sinne soll ein Netzwerk geschaffen werden, um die Innovationskraft zu steigern. Es geht auch darum, an Fachkräfte zu kommen und den Fachkräftemangel durch Künstliche Intelligenz zu lindern.

Es gibt derzeit zwei Projekte zusammen mit der Universität in Maastricht. Da wird zum Beispiel ein Sensor entwickelt, der erkennt, wie es einer Pflanze geht. So könnten Pestizide eingespart werden. Darüber hinaus werden Pflanzen untersucht, ob sie auch zur Ernährung beitragen können wie zum Beispiel Brennnessel.

„Wo wollen Sie hin?“, wollte eine Zuhörerin wissen. „Das endgültige Ziel ist noch nicht klar zu greifen“, erklärte die Referentin. Sie räumte ein, dass „alles noch ziemlich theoretisch ist“. Es gelte, „herausfordernde Hürden zu überwinden“. Fest steht aber, dass die Lebensmittelbranche im Rheinischen Revier gestärkt werden soll. Das Foodineum könnte auch neue Produkte entwickeln. In diesem Zusammenhang könnte auch ein kleiner Beitrag zur Bekämpfung des Hungers in der Welt geleistet werden.

Für das Foodineum soll künftig verstärkt geworben werden: Im Rahmen der Kulturnacht am 26. September wird das Projekt ab 17 Uhr in der Neusser Stadtbibliothek vorgestellt. Dort gibt es Kuchen aus Kaffeesatz und es gibt eine Gegenüberstellung zwischen normaler und veganer Schokolade.

Ein besonderer Fokus liegt bei dem Projekt auf ressourceneffizienten und nachhaltigen Lösungen entlang der gesamten Lebensmittelproduktionskette – von pflanzlichen Rohstoffen und alternativen Proteinen bis hin zu Qualitäts-, Sicherheits- und Lebensmittelrecht-Fragen. Im Foodineum wurde dazu eine große Labor- und Testküche eingerichtet, in der Ideen rund um das Thema „Neue regionale Lebensmittel“ entwickelt werden. Außerdem gibt es Platz für Begegnung und Austausch – etwa zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen. Im ersten Obergeschoss sind die Büros fertiggestellt und die Mitarbeiter eingezogen.

Meistgelesen

Mehr zum Thema

Aktuell wichtig

Read the original on rp-online.de

Comments

Nothing yet. Say the first thing.

    Sign in to join the conversation.