DWD-Experte gibt Antworten Unwetter in NRW – Meteorologe sagt, wo es heftig wird
21.08.2026 · 12:10 Uhr
Am Freitag und Samstag kann es bei Höchsttemperaturen von bis zu 22 Grad vereinzelt zu Gewittern kommen.
Foto: Alexander Wolf/onw-images/dpa/Alexander WolfInterview | Düsseldorf · Starkregen, Gewitter und Hagel: In NRW drohen am Wochenende lokale Unwetter. Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes erklärt, wo es besonders heftig wird – und wann der Sommer zurückkehrt.
Nach wochenlanger Hitze und Trockenheit schlägt das Wetter in Nordrhein-Westfalen nun offenbar ins andere Extrem um: Für das Wochenende sind Starkregen und lokale Unwetter angekündigt. Meteorologe Nils Damke vom Deutschen Wetterdienst erklärt, wie heftig die Wetterlage ausfallen kann.
Was für ein Wetter wird an diesem Wochenende in NRW erwartet?
Nils Damke Ab Freitagmittag ziehen zunächst im Nordwesten Nordrhein-Westfalens Schauer und Gewitter auf. Im Laufe des Nachmittags und Abends breiten sie sich weiter südostwärts aus und erreichen dann auch die Mitte und den Süden des Landes. Die größte Gefahr geht dabei vom Starkregen aus: Lokal können innerhalb einer Stunde 15 bis 25 Liter, im Extremfall etwa 30 Liter pro Quadratmeter fallen. Auch kleinkörniger Hagel sowie starke oder stürmische Böen sind bei kräftigen Gewittern möglich. In der Nacht verlagert sich der Schwerpunkt in die Mitte und den Süden Nordrhein-Westfalens. Besonders im Rheinland und im Sauerland sind dann unwetterartige Regenmengen möglich. Dort können innerhalb von sechs Stunden örtlich 30 bis 40 Liter, punktuell sogar bis zu 45 Liter pro Quadratmeter fallen. Im Norden dürfte sich die Lage etwas entspannen. Am Samstag sind ab dem Mittag erneut einzelne Schauer und kurze Gewitter möglich, die aber voraussichtlich deutlich schwächer ausfallen.
Wie ungewöhnlich ist ein solcher Wetterumschwung Mitte August – insbesondere nach einer längeren Hitzephase?
Damke Das ist eine ganz normale Wetterentwicklung. Nach einer eher trockenen Phase kann sich die Großwetterlage verändern und feuchtere Luft aus Südwesten heranführen. Durch ein Tiefdruckgebiet ist die Luft zusätzlich labil, sodass ideale Bedingungen für Schauer und Gewitter entstehen.
Viele Menschen haben lange auf Regen gewartet. Kann der erwartete Starkregen die Trockenheit der vergangenen Wochen ausgleichen?
Damke Es bräuchte wahrscheinlich mehrere Wochen mit durchgängigem, verbreitetem und flächigem Regen, damit das Defizit ausgeglichen werden kann. Ein oder zwei Tage mit Starkregen reichen dafür zunächst nicht aus. Das liegt auch daran, dass der Boden bis in tiefere Schichten hinein noch sehr trocken ist. Solche Starkregenereignisse machen zunächst vor allem die obersten Bodenschichten feuchter. Bei Starkregen kann außerdem viel Wasser oberflächlich abfließen, weil in kurzer Zeit sehr große Mengen fallen. Dadurch gelangt nicht unbedingt entsprechend viel Wasser in den Boden.
Ist mit den Unwettern der Sommer endgültig vorbei?
Damke Aktuell sieht es so aus, als würden wir ab Montag in Nordrhein-Westfalen wieder Temperaturen von bis zu 25 Grad erreichen. Am Mittwoch und Donnerstag könnte es mit einem Höhepunkt noch einmal 27 bis 30 Grad geben. Wir bekommen also wahrscheinlich noch einmal verbreitet Sommertage. Es wird vermutlich kein hochdruckgeprägtes Sommerwetter sein, sondern eher schwül-warme Bedingungen, weil weiterhin feuchte Luft aus dem Süden herangeführt wird.
Welche Gefahren bringt das Unwetter mit sich und wie sollten sich die Menschen darauf vorbereiten?
Damke Durch den Starkregen besteht die Gefahr, dass beispielsweise eine Unterführung in einer Stadt überflutet wird. Wer in der Nähe eines Flusses wohnt, muss damit rechnen, dass dieser möglicherweise über die Ufer tritt. Dadurch kann es punktuell auch passieren, dass ein Keller vollläuft. Zur Vorbereitung sollte man vor allem die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes auf der DWD-Warnkarte im Auge behalten. Wer die Entwicklung verfolgt, ist in der Regel gut informiert.
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