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Hückeswagen | RP ONLINE · Aug 21, 2026

Hückeswagener Kinderdorf: Senioren bringen „Herzenspost“ zu den Kindern

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Wolfgang Weitzdörfer · RP ONLINE

Hückeswagener Kinderdorf Senioren bringen „Herzenspost“ zu den Kindern

21.08.2026 · 06:00 Uhr

 Bewohner des Johannesstifts besuchen das Kinderdorf und übergeben die Herzenspost. Das Kinderdorf schreibt wieder Briefe für alle Bewohner des Stifts.

Bewohner des Johannesstifts besuchen das Kinderdorf und übergeben die Herzenspost. Das Kinderdorf schreibt wieder Briefe für alle Bewohner des Stifts.

Foto: Jürgen Moll

Hückeswagen · Im vergangenen Jahr schickten Kinder bunte Briefe ans Altenzentrum, auch dieses Mal verschickte das Kinderdorf 100 Briefe. Nun bedankten sich die Senioren mit einem Besuch und eigenen Briefen. Sechs Bewohner sahen sich an der Mehrzweckhalle um.

Sie muss noch ein weiteres Mal stattfinden, um nach der allgemeingültigen Regel als Tradition zu gelten. Aber auch schon beim zweiten Mal war klar, dass die „Herzenspost“-Aktion im Kinderdorf, bei der die Kinder bunte und fantasievolle Briefe und Karten an die Bewohner des Altenzentrums Johannesstift schreiben und schicken, bei allen Beteiligten richtig gut ankam. „Wir haben in diesem Jahr über 100 Briefe für die alten Menschen im Johannesstift geschrieben und gemalt“, berichtete Juze-Leiterin und Kinderdorf-Cheforganisatorin Julia Dormeier. Am Mittwochnachmittag war eine sechsköpfige Gruppe des Altenzentrums ins Kinderdorf gekommen, um sich bei den Kindern zu bedanken und sich anzusehen, wie es dort zuging. Und sie hatte ihrerseits ebenfalls Post im Gepäck.

Sandra Loh-Miehle vom Sozialen Dienst des Johannesstifts war ebenfalls mitgekommen. „Wir haben in den vergangenen Wochen gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Antworten geschrieben“, erzählte sie. Die Idee sei ihr schon im vergangenen Jahr gekommen. „Wir wurden von der ,Herzenspost‘ vor einem Jahr so überrascht – und es war ja kurz vor dem Ende des Kinderdorfs –, dass uns die Zeit fehlte, uns zu bedanken und entsprechend zu antworten“, berichtete sie. Doch aufgeschoben war nicht aufgehoben. „So haben wir das eben in diesem Jahr nachgeholt“, ergänzte sie.

80 Briefe der Stift-Bewohner waren zusammengekommen – für jedes Kind im Kinderdorf einer. Für Julia Dormeier ein besonderes Zeichen: „Ich gehe fest davon aus, dass wir die ,Herzenspost‘ auch weiterhin haben werden. Es ist einfach eine viel zu schöne Sache für beide Seiten, als dass wir sie einschlafen lassen würden.“

Die Idee zur „Herzenspost“ war Helferin Emma Liebens gekommen. „Ich habe im vergangenen Jahr die Post übernommen und gemeinsam mit den Kindern überlegt, was wir wohl machen können“, sagte sie. Im achtjährigen Postmitarbeiter Raphael hatte sie einen eifrigen Mitstreiter gefunden. „Ich habe viele Briefe in diesem Jahr geschrieben und Karten bemalt“, berichtete der Junge, der auch schon voriges Jahr „Post-Mitarbeiter“ im Kinderdorf war. „Ich bin einfach glücklich darüber, dass wir damit den älteren Menschen eine Freude machen können.“ Emma Liebens war voll des Lobes für den jungen „Postbeamten“: „Er war wirklich extrem fleißig, der Großteil der Briefe ist von Raphael gestaltet worden.“

Im vergangenen Jahr waren die Kinder zu Besuch im Johannesstift, um die „Herzenspost“ zu übergeben, dieses Mal freuten sich die Bewohner über den Besuch im Kinderdorf. „Es war schon toll, dass wir vergangenes Jahr mal reinschnuppern konnten. Und jetzt gibt es den Gegenbesuch“, sagte Emma Liebens.

Unter den Besuchern war auch Annelore Schorrenberg. Die 87-Jährige war vor einigen Jahren ins Johannesstift gezogen, weil sie lieber in Gesellschaft ist, als allein zu Hause zu leben. „Das war eine sehr gute Entscheidung, denn so kommt keine Langeweile auf und man hat immer jemanden zum Reden“, sagte sie. In diesem Zusammenhang sei auch der Besuch im Kinderdorf zu sehen. „Das ist eine ganz fantastische Aktion für Kinder, so etwas gab es früher doch nicht. Ich habe selbst früher im Kindergarten gearbeitet und habe deswegen auch eine gute Beziehung zu Kindern“, sagte die Rentnerin, während Kinderdorf-Mitarbeiter Kaffee und Kuchen im Bistro servierten.

Auch Raphael hatte einen Snack bekommen. Der Postbeschäftigte wollte allerdings ein Stück Pizza, das er dann zusammen mit den sechs älteren Besuchern verspeiste.

Die hatten sich vor Ort nicht nur für die „Herzenspost“ bedankt, sondern sich auch auf dem Kinderdorf-Gelände umgesehen. „Wir haben uns die Werkstätten angesehen – toll, was hier alles auf die Beine gestellt wird“, sagte Annelore Schorrenberg, die sich gleich ein Andenken an das diesjährige Kinderdorf aussuchte. „Für den Markttag am Freitag habe ich in der Holz-Werkstatt einen der Hunde bestellt, die dort gefertigt werden. Der kann dann im Stift auf den Balkon oder auch in den Garten – das sieht bestimmt hübsch aus“, sagte die 87-Jährige.

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